Jenga CCI - Global Project

über das projekt

In Kenia zielt JENGA CCI – Global Project Culture and Creative Industries auf eine nachhaltige Entwicklung und Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft durch integrative Bildungs- und Finanzierungsstrategien sowie Förderung der Interessenvertretung ab.

Ausgangssituation

Obwohl bis lang noch ein kleiner Bereich, ist die Kultur- und Kreativwirtschaft in Kenia sowie in vielen anderen afrikanischen Ländern einer der dynamischsten und am schnellsten wachsenden Wirtschaftssektoren. Die Bevölkerungszusammensetzung repräsentierend, ist der Sektor geprägt von jungen Akteuren und Talenten, Start-Ups und Unternehmen, die sich in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung befinden. Vermehrt gelingt es den Akteuren in Konkurrenz zu den dominanten Sektoren Landwirtschaft und Produktion zu treten und mit innovativen, kreativen Ideen eigene Märkte lokal, regional und global zu erschließen.

Häufig wird die kenianische Kultur- und Kreativwirtschaft simplifiziert und auf touristische Märkte und Erzeugnisse reduziert. Für viele Akteure ist Arts & Crafts jedoch nur eine Notlösung, die den Lebensunterhalt sichert und nicht ansatzweise das Potential der kenianischen Kreativszene spiegelt. Der Werdegang etablierter kenianischer Kreativschaffender (z.B. Lupita Nyong’o, Wangechi Mutu, Wanuri Kahiu) lassen keinen Zweifel daran, wie engagiert und hart KünstlerInnen und Kreative in Kenia arbeiten. Dennoch ist das Potenzial dieses Sektors aufgrund vielfältiger struktureller Hindernisse noch nicht komplett erschlossen:

  • Fehlende strukturelle Barrieren für den Sektor
  • Der Kreativsektor bleibt weitgehend von Investitionen des privaten Sektors verschont, da er oft als risikoreich oder als zu informell angesehen wird
  • Geringe Abdeckung der öffentlichen Ordnung; die Kreativwirtschaft wird weiterhin von der Planung des öffentlichen Sektors ausgeschlossen
  • Kulturelle und geschlechtsspezifische Barrieren
  • Begrenzte selbsttragende Finanzmodelle
  • Fehlende Relevanz für ihr Handwerk, was zu begrenzten Förder- und Unterstützungsprogrammen führt
  • Fehlende InteressenvertretungBegrenzte Ausbildung in den Bereichen der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Das Projekt

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördern die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und das Goethe-Institut den Zukunftsmarkt Kultur- und Kreativwirtschaft in Afrika und im Nahen Osten.

In Kenia zielt JENGA CCI – Global Project Culture and Creative Industries auf eine nachhaltige Entwicklung und Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft durch integrative Bildungs- und Finanzierungsstrategien sowie Förderung der Interessenvertretung ab.

Mit der richtigen Unterstützung in den Bereichen des Wissensaustauschs, des Kapazitätsaufbaus sowie Strukturwandels insbesondere auf rechtlicher und wirtschaftlicher Ebene soll das enorme Potenzial der Kreativwirtschaft durch folgende Maßnahmen erschlossen werden:

  • Qualifizierung von Akteuren der Kultur- und Kreativwirtschaft und Kapazitätsbildung
  • Förderung kooperativer Projekte und Strukturen durch intra- und intersektionale Dialoge und Netzwerkveranstaltungen
  • Unterstützung von Geschäftsentwicklungsmodellen
  • Wirtschafts- und Rechtsberatung für Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft
  • Entwicklung und Förderung von Interessengruppen und Interessenvertretung.

Projektkooperationen

HEVA Fund ist ein ostafrikanisches Unternehmen, das sich mit dem transformativ sozialen und wirtschaftlichen Potenzial des Kreativsektors in der ostafrikanischen Region auseinandersetzt. Seit ihrer Gründung bemüht sich HEVA Fund an vorderster Front dabei zu helfen ProduzentInnen von Kulturgütern und Dienstleistungen in Kenia und Ostafrika beim Aufbau hochwertiger, profitabler Unternehmen zu unterstützen.

In Zusammenarbeit mit JENGA CCI hat der HEVA Fund ein Programm konzipiert, das sich auf junge Frauen in kreativen Unternehmen konzentriert, die ihre Produktionskapazitäten erhöhen, neue Produktlinien einführen, in neue Technologien investieren und ihre Vertriebsnetze auf dem ostafrikanischen Markt erweitern wollen. Der Young Women in Creative Industries Fund ist auf die Unterstützung des Betriebskapitalbedarfs der Empfängerinnen sowie auf den Erwerb von Produktionsanlagen ausgerichtet. Neben den finanziellen Unterstützungen werden Unternehmensförderung und Lernmöglichkeiten zur Verbesserung der Produktivität auf folgende Weise bereitgestellt:
  • Investitionen in Produktions-, Lager- und Logistiktechnologien
  • Unterstützung bei der Steigerung des Produktwerts durch Produktentwicklung
  • Verbesserung des Zugangs zu den notwendigen Postproduktionskapazitäten
 
  • HEVA Fund gewährt den ausgewählten Unternehmern Darlehen in Höhe von bis zu 1.000.000.000 KES (Kenia Schilling) zur finanziellen und technischen Unterstützung.

http://www.hevafund.com/young-women
Die Creative Economy Working Group ist ein Zusammenschluss von zivilgesellschaftlichen Organisationen, die am Wachstum der Kreativwirtschaft interessiert sind. Das übergeordnete Ziel ist es, Kreativität, Innovation und die Vielfalt der Kulturen der kenianischen Bevölkerung als Triebkräfte für Wirtschaftswachstum und Entwicklung zu fördern. Dieses Ziel kann durch die Entwicklung von Förderrichtlinien und Rechtsinstrumente sowie starken und innovativen Institutionen erreicht werden.

Die CEWG arbeitet in den Bereichen der Politikberatung und Koalitionsbildung, sowie Forschung und Entwicklung von Kompetenzen innerhalb der Szene durch die Internetplattform wabunifu.org.

https://www.wabunifu.org/contributors/creative-economy-working-group
Twaweza Communications Limited ist eine im Jahr 2000 gegründete Kommunikationsinstitution mit Sitz in Nairobi. Twaweza Communications arbeitet in den Bereichen Politik, Medien und Kultur für eine nachhaltige Entwicklung und ist bestrebt, das Wissen und Handeln der Öffentlichkeit durch Forschung, Ausbildung, Lobbyarbeit und Dokumentation für Barrierefreiheit, Agrarpolitik und nachhaltige Umwelt, Gleichberechtigung in den Geschlechterverhältnissen, verantwortungsvolle Führung und menschenzentrierte Regierungsführung zu verbessern.

Für JENGA CCI wird Twaweza Communications bei der Durchführung diverser Trainings und Workshops, verschiedene Kreativschaffende betreffend helfen und zur politischen Interessenvertretung, zum Kapazitätsaufbau und zum Wissensaustausch beitragen.
Durch die monatliche Roundtable-Reihe IMARA sollen Lösungsansätze für einige der politischen und praktischen Anliegen im Kreativsektor gefunden werden. An den Diskussionen in kleinen Gruppen werden Praktiker aus der Kultur- und Kreativwirtschaft, der Regierung sowie dem Privatsektor teilnehmen und Fragen in den folgenden Bereichen diskutieren:
  • Entertainmentrecht und geistiges Eigentum
  • Kooperationsmöglichkeiten im Film, TV und Digital Media
  • Kompetenzen und die Zukunft der Kreativwirtschaft
  • Gamingindustrie in Kenia
  • Tourismus und die Kulturindustrie
  • Kreativwirtschaft im urbanen Kontext
http://www.twawezacommunications.org/home.php

Weitere Projekte

Neben den oben genannten Kollaborationen führt JENGA CCI die folgenden Projekte in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen durch. Hierbei sollen Kapazitäten aufgebaut, das Wissen über Geschäftsfähigkeiten und Urheberrecht erweitert und unter anderen neuen Technologien erforscht werden.

Das Creative Business and Professional Empowerment Project ist ein Zusammenschluss zwischen JENGA CCI und der Technischen Universität Kenia (TUK). Dieses Projekt wird die Industrie mit grundlegenden und fundierten Schulungen zur beruflichen und geschäftlichen Entwicklung unterstützen. Je nach Bedarf und Anforderungen unterstützt das Creative Business and Professional Empowerment Project die Branche für einen Zeitraum von einem Jahr durch Training und Inhaltsentwicklung mit der Möglichkeit, sich langfristig zu etablieren.

Durch Basis- und Vertiefungstrainings, Workshops, diverse Diskussionsforen, Branchenbesuche und offene Forumsdiskussionen werden Trainings in den Bereichen Marketing, Zielgruppenentwicklung, Branding und Produktentwicklung, Kommunikation, Finanzmanagement und Networking durchgeführt.
 
​Das Copyright Project ist eine Initiative in Zusammenarbeit mit WiBO Culture Artcellerator, einem Sozialunternehmen, das kreative Lösungen für die sich verändernde Welt entwickelt und beschleunigt. Seit 2016 entwickelt WiBo Culture kreative Ansätze, um neue Lösungen für die schlecht strukturierte und verwaltete Kreativwirtschaft in Kenia zu finden.

Das Copyright Project plant die Ausbildung und Beschäftigung von Rechtsanwaltgehilfen, die als erste Anlaufstelle für Kreativschaffende mit Anliegen rund um das Thema „geistiges Eigentum“ dienen sollen. Diese Initiative trägt zu einer Reihe langfristiger Lösungen bei, die sozioökonomische Widerstandsfähigkeit und nachhaltige Existenzgrundlagen für kreative Unternehmen zu ermöglichen. Im Rahmen der Pilotphase des Projekts soll für die Ausbildung ein auf die kenianische Kreativwirtschaft zugeschnittenes IP-Management-Handbuch erstellt und genutzt werden. In enger Zusammenarbeit mit dem Kenyan Copyright Board (KECOBO) werden durch das Copyright Project IPMA zertifizierte IP Rechtsanwaltgehilfen ausgebildet und in den Huduma Zentren in vier verschieden Bezirken Kenias eingesetzt. 
Kenianische KünstlerInnen stehen häufig vor mehreren Hindernissen, wie dem erschwerten Zugang zu professionellen Ressourcen, die zur Folge haben, dass Live-Auftritte meist unter dem Standard liegen und Herausforderungen bei der Vermarktung von Produkten (Alben/Eps/Singles) nach sich ziehen.

Die Muthoni Music Performing Artists Academy ist ein dreimonatiges Programm, das aus Kursen, Workshops und Bildung von KünstlerInnen besteht, um den Wissenstransfer zu fördern, der zu einem tieferen technischen Verständnis der KünstlerInnen und ihrer technischen Crew sowie zu einer vollständig kuratierten und verbesserten Live-Performance bei den Good Times Africa Events 2019 führt.
In Zusammenarbeit mit BlackRhino VR wird State of the ARt den Grundstein für eine Weiterentwicklung von Kunstausstellungen, Kunsträumen und Kunsthandel legen. Es ist eine Fusion an der Schnittstelle der Technologie zwischen Künstlern und Tech-Visionären. Die Prämissen hinter diesem Projekt sind die Integration visueller Kunstformen mit Virtual and Augmented Reality (VR/AR), der Einsatz dieser Technologien in einem lern und experimentellen Kontext, der Aufbau von Kapazitäten und die Präsentation von KünstlerInnen in neuen Formaten.

Durch State of the ARt werden KünstlerInnen in Nairobi an neue Technologien herangeführt und geschult, um ihre Kunst weiter voranzutreiben und neue Ausdrucksformen zu erforschen, während sie gleichzeitig das breite Publikum einer Kunst aussetzen, die die Grenzen ausreizt und neue Bedeutungen definiert, die die Art und Weise verändern werden, wie Menschen Kunst sehen - heute und in der Zukunft.