Bilderstrecke von Jimmy Ogonga Malindi in Einzelaufnahmen

Nachdem der Künstler Jimmy Ogonga jahrzehntelang in Nairobi, der geschäftigen Hauptstadt Kenias, gelebt hat, zog er nach Malindi, einer Stadt an der kenianischen Küste mit rund 70,000 Einwohnern. Die Fotoserie zeigt einen Ausschnitt vieler Spaziergänge, die er dort unternommen hat, auf der Suche nach etwas Unbekannten, und dem Versuch dies mittels der Fotografie festzuhalten.

Text und Fotos von Jimmy Ogonga

Ich habe keinen Fetisch für Fotografie, noch ist meine Verbindung zu ihr besonders emotional. Ich laufe einfach umher und versuche Menschen zu fotografieren, bis ich anfange mich zu langweilen, dann gehe ich wieder nach Hause. Manchmal trifft meine Aufmerksamkeit auf etwas Ungewöhnliches. Meistens jedoch schaue und beobachte ich nur. Ein konditioniertes Verlangen auf eine bestimmte Art zu handeln – aufnehmen, besitzen und aufbewahren zu wollen – fordert mich heraus die Flüchtigkeit dieser Erfahrung zu ruinieren, indem ich es fotografiere.
 
Nachdem ich über 30 Jahre in Nairobi gelebt hatte, brauchte ich dringend eine Pause. Ich brauchte Schlaf. Ich sehnte mich nach der romantischen Vorstellung einer abgeschiedenen und ungestörten Existenz, jenseits einer ständigen Verfügbarkeit. Als ich nach Malindi zog, fing ich an meinen Seelenfrieden zu genießen. Ich konnte schlafen. Wie eine verbotene Liebschaft bot Malindi unwiderstehlichen Zauber während es gleichzeitig hermetisch verriegelt und unnachgiebig ungreifbar blieb. Die Widersprüche und die Räume zwischen einem krassen Durchdringen und einer gütigen Poesie, faszinieren mich.
 
Während ich durch die Straßen, entlang der Strände und durch die Nachbarschaften spazierte, wurde mir nach und nach bewusst, dass ich mich auf einer Art Expedition in die Einsamkeit befand; eine kryptische, psychoanalytische Mission des Suchens nach etwas, ohne genau zu wissen, nach was ich suchte. Manchmal finde ich etwas. Meistens nicht.
 
Das Suchen ist bedeutend, nicht das Finden.
 
Diese Suche kommt vom Verlangen nach einem Neuanfang; um ein neues Vokabular zu entdecken, das zu dem passt, wie ich die Welt empfinde. Ich möchte damit anfangen, indem ich in der Fotografie mehr sehe, als ein illustratives Werkzeug oder als eine Methode etwas visuell zu beweisen, sondern viel tiefgehender, als eine Art und Weise eine menschliche Geschichte zu erzählen, ohne die Last und die Verpflichtung von Vorsatz.
 
An meinem Ausgangspunkt, wie der Magnumfotograf Harry Gruyaert indirekt vorschlägt, „ … gibt es keine Geschichte. Es ist nur eine Frage von Schatten und Licht.“ Und davon ausgehend, wie der Kurator und Autor Simon Njami in einem Text in Andrew Tshabangus: Johannesburg Transitions feststellt, „…ist jeder Ort anders, und verlangt eine bestimmte Aufmerksamkeit, eine subtile Anpassung der Retina und ein Ausbleiben aller voreingenommenen Vorstellungen. Es geht darum zu sehen was vor einem ist und nicht darum zu sehen was man gerne sehen würde. Das Subtile und der Wahrheitsgehalt einer jeden fotografischen Arbeit liegen in diesem Verrücken der Perspektive …“

  • Malindi in Einzelaufnahmen Foto: © Jimmy Ogonga
  • Malindi in Einzelaufnahmen Foto: © Jimmy Ogonga
  • Malindi in Einzelaufnahmen Foto: © Jimmy Ogonga
  • Malindi in Einzelaufnahmen Foto: © Jimmy Ogonga
  • Malindi in Einzelaufnahmen Foto: © Jimmy Ogonga
  • Malindi in Einzelaufnahmen Foto: © Jimmy Ogonga
  • Malindi in Einzelaufnahmen Foto: © Jimmy Ogonga
  • Malindi in Einzelaufnahmen Foto: © Jimmy Ogonga
  • Malindi in Einzelaufnahmen Foto: © Jimmy Ogonga
  • Malindi in Einzelaufnahmen Foto: © Jimmy Ogonga