Christian Kracht Imperium

Christian Kracht „Imperium“ Foto: Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG Mit der Fahrt auf der Prinz Waldemar beginnt die Südseeerzählung und mit dieser endet sie auch. Dazwischen entfaltet sich ein Konglomerat an Abenteuern. Abenteuer, die im Falle Engelhardts, dem Protagonisten der Erzählung, durch die Vision des Kokovorismus, im Falle der Pflanzer und Gouverneure durch die Ideologie des Kolonialismus vorangetrieben werden. Beide das Ziel verfolgend, ein Imperium zu erschaffen. Beide in ihrem Scheitern neue Zeiten und deren ideologisches Gedankengut hervorbringend.

Auf subtile Weise webt Kracht historische Figuren der Jahrhundertwende in die die fantastische Erzählung über den nach Erlösung suchenden Engelhardt ein, der genau wie die Erzählung selbst über eine hohe literarische Bildung verfügt. Ein spannender, nahezu philosophischer Roman, der dem Leser nicht nur ein Entdecken und Erkennen, sondern auch die nötige Ironie abverlangt.
2012 wurde Christian Kracht für seinen Roman Imperium mit dem Wilhelm Raabe-Preis ausgezeichnet, eine der höchstdotierten deutschen Literaturauszeichnungen. Die Debatte, welche durch den provokanten Witz, der dem Schreiben Christian Krachts inne liegt, ausgelöst wurde, scheint damit überwunden.