Durs Grünbein Cyrano oder die Rückkehr vom Mond

Cyrano oder die Rückkehr vom Mond; © Suhrkamp Verlag, Berlin 2014 Cyrano de Bergerac, französischer Aufklärer und Schriftsteller des 16.Jahrhunderts, hing wie viele seiner Zeitgenossen an der Vorstellung, den Mond als Neue Welt besiedeln zu können. Im Zeitalter der Aufklärung sehnten sich die Menschen nach Auswegen und alternativen Lebenswelten und projizierten diese nicht selten auf den kleinen, aber fernen Erdtrabanten.

In 84 neuen Gedichten geht Durs Grünbein den vielfältigen Mythologien und Fantasievorstellungen nach, die sich in Europa um den Mond bis hin zu seiner „Eroberung“ 1966 spannten.
Die reale Figur des Cyrano fungiert bei Grünbein dabei immer wieder als Mittler zwischen den Welten von Fantasie und Realität und ist Wortgeber für die Sehnsucht des Menschen nach dem Fremden und Unbekannten.
Zentrales Thema der Gedichte ist neben den geographischen Eigenheiten des Mondes - seine Krater und Täler -  die Rückschau von den Abenteuern und Reisen und der dadurch veränderte Blick auf die Heimat. Denn nicht der Aufbruch ist das eigentlichen Erlebnis, sondern die Heimkehr von den großen Fahrten der Menschheit.

Durs Grünbein, 1962 in Dresden geboren, ist als Lyriker, Essayist und Übersetzer tätig und setzt sich in seinem dichterischen Werk vor allem mit Fragen der Geschichte, den Naturwissenschaften und der Philosophie auseinander. Für seine Werke wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Georg-Büchner-Preis 1995.