Wolfgang Herrndorf Tschick

Wolfgang Herrendorf: Tschick © Rowohlt Der 15-jährige Mike steckt mitten in der Pubertät: Er streitet sich mit seinen Eltern, sucht Freunde und will endlich mal mit dem Mädchen, in das er schon lange verliebt ist, reden. Nichts in seinem Leben sieht nach Abenteuer aus, doch dann kommt Tschick in seine Klasse und verändert Mikes Leben. Die beiden Außenseiter werden eher zufällig Freunde, als Tschick mit einem geklauten Auto vor Mikes Tür steht. Gemeinsam begeben sich die beiden Jungen ohne Karte und Kompass auf einen wilden Roadtrip durch die deutsche Provinz. Sie treffen nette und verrückte Menschen auf ihrer Reise und setzen diese trotz vieler Hindernisse fort – bis es nicht mehr weitergeht und ihre Fahrt ein plötzliches Ende nimmt.
 
Wolfgang Herrndorf trifft in seinem Roman, der nicht nur für Jugendliche sehr lesenswert ist, den Ton der Zeit. Die Sprache des jugendlichen Ich-Erzählers und seines Freundes, die auf der Suche nach ihrem Platz in der Welt sind, ist authentisch und locker. Herrendorf schafft es, Mike und Tschick lässig und frech sein zu lassen als pubertierende Jugendliche und gleichzeitig eine Tiefgründigkeit über Freundschaft und  Zugehörigkeit zu erzählen, die herausragend ist. Mit diesem einzigartigen Stil hat sich Tschick zu einem der erfolgreichsten Romane der deutschen Gegenwartsliteratur entwickelt.
 
Wolfgang Herrndorf, 1965 in Berlin geboren, studierte Malerei, bevor er sich endgültig dem Schreiben widmete. Seinen internationalen Durchbruch feierte Herrendorf 2010 mit Tschick, der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war und auf zahlreichen deutschen Theaterbühnen inszeniert wurde. Im August 2013 erschoss sich Herrendorf in Berlin, nachdem bei ihm bereits 2010 ein bösartiger Gehirntumor diagnostiziert wurde. Seine letzten Lebensjahre hielt Herrendorf in dem digitalen Tagebuch Arbeit und Struktur, das posthum im Dezember 2013 als Buch erschien, fest.