Claus-Ulrich Bielefeld, Petra Hartlieb Auf der Strecke

Auf der Strecke Foto (Ausschnitt): © Diogenes, 2011 In einem Nachtzug auf der Strecke von Wien nach Berlin wird der aufstrebende und eitle Autor Xaver Pucher ermordet. Er war unterwegs zu seinem Agenten in Berlin, um sein neuestes und scheinbar atemberaubendes Manuskript zu präsentieren. Doch die Wiener Ermittler um Anna Habel können am Tatort weder Puchers Opus, noch Hinweise auf den Täter finden. Man ist dringend angewiesen auf Hilfe aus Berlin, denn die Tatverdächtigen sind zahlreich.

Pucher war sowohl in Berlin, als auch in Wien mit temperamentvollen Frauen liiert; einer seiner Schriftstellerkollegen war unter Umständen doch nicht der verlässliche Freund, für den er sich ausgab; die islamischen Verbände in Deutschland und Österreich fühlten sich durch Passagen seines letzten Romans angegriffen und darüber hinaus wurde auch noch Kokain in erheblichen Mengen bei dem Toten gefunden. So ermitteln Habel und der Berliner Kommissar Thomas Bernhardt mehr oder weniger einträchtig um die Wette. Das große Finale auf der Buchmesse in Frankfurt enthüllt dann aber eine ganz andere Erklärung für den Mord als zunächst angenommen...
 
Der Krimi der beiden Autoren ist angesiedelt in Berlin und Wien und spielt mit dem Charme und vor allem den regionaltypischen Jargons der beiden Hauptstädte. Die gemeinsame Ermittlung gestaltet sich durch die häufigen Orts- und Erzählerwechsel zwischen den  beiden Kommissaren, deren turbulente Privatleben für eine Extraportion Erheiterung sorgen, sehr kurzweilig und amüsant. Der Spannungsbogen wird recht lange aufrechterhalten und die Auflösung ist für den Leser durchaus überraschend.
 
Für alle, die sich während eines leichten Lesevergnügens auch über einen kleinen Einblick in die Geschichte Deutschlands um die Wiedervereinigung und ein paar interessante Fakten zu den beiden Hauptspielorten freuen, ist dies genau das richtige Buch.
 
Der Roman ist das Debutwerk einer Kollaboration Claus-Ulrich Bielefelds und Petra Hartliebs. Bielefeld ist 1947 in Bad Schwalbach geboren und studierte Germanistik, Soziologie und Philosophie. Er arbeitete als Literaturredakteur beim RBB und war zusätzlich tätig als Literaturkritiker für mehrere Zeitungen. Mittlerweile lebt er in Berlin.

Petra Hartlieb ist Jahrgang 1967 und gebürtige Münchnerin. Sie studierte Geschichte und Psychologie und arbeitete dann als Journalistin in Hamburg bis sie 2004 zusammen mit ihrem Ehemann eine Buchhandlung in Wien übernahm. Bekannt wurde sie durch ihre Erzählung Meine wundervolle Buchhandlung, in der sie ihren neuen und ungewohnten Alltag als Buchhändlerin beschreibt.