Stefan aus dem Siepen Das Seil

Das Seil Foto (Ausschnitt): © dtv, 2014 Der Inhalt des Romans ist schnell erzählt: Bernhard findet bei seinem Abendspaziergang das Ende eines hochwertigen Seils am Waldrand auf. Niemand aus dem kleinen Dorf kann sich seine Herkunft erklären und erste Versuche, den Anfang zu finden, scheitern. So machen sich fast alle Männer, die in der kleinen Ansammlung von Bauerngehöften inmitten einer Wälderlandschaft leben, auf zu einer Expedition, um den Anfang des Seiles zu finden. Auf ihrem Weg immer tiefer in die Wälder hinein verfallen sie der Anziehungskraft des Seiles in solchem Maße, dass sie sich nicht nur räumlich, sondern auch geistig immer weiter von ihren zurückgebliebenen Frauen und Kindern, von dem in voller Reife stehenden Getreide auf ihren Feldern und schließlich auch von ihrem Menschsein entfernen.

Stefan aus dem Siepen verfolgt die Suche der Männer nach dem scheinbar heilbringenden Ende in seinem wohltuenden, aber durchaus zu Ausschmückungen neigenden Schreibstil. Das Bild, das er dabei zeichnet, lässt das Seil an sich schnell in den Hintergrund rücken und konzentriert sich vielmehr auf die Entstehung und Auswirkungen von Gruppendruck, der in vielen seiner Ausartungen an das Dritte Reich erinnert. Die Erzählung bietet so auf einer Vielzahl von Ebenen zahlreiche Denkanstöße zur menschlichen Natur.

Der Autor Stefan aus dem Siepen wurde 1964 geboren und arbeitet seit dem Abschluss seines Jurastudiums in München in verschiedenen Anstellungen, auch weltweit, im Auswärtigen Amt. Mittlerweile lebt er in Potsdam. Seit seinem Debutroman „Luftschiff“ von 2006 veröffentlicht er regelmäßig.