10 Fragen an Simon Bode

Simon Bode
Foto: Barbara Aumüller

„Wenn Simon Bode mit schlanker, weicher und traurig belegter Stimme singt ..., wirkt es so unmittelbar wie ein Reflex. Wie etwas, dass auch der einfühlsamste Sänger in seinen späteren Jahren kaum so glaubwürdig darstellen könnte.“ (Süddeutsche Zeitung)

Simon Bode wurde 1984 als Sohn einer Koreanerin und eines deutschen Informatikers in Hamburg geboren. Mit 17 Jahren nahm er sein Gesangsstudium an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover auf. 2010 erhielt er ein Stipendium im Opernstudio der Oper Frankfurt und gab ein Jahr später als Belmonte in Mozarts Die Entführung aus dem Serail sein Rollendebut. Seit Beginn der Spielzeit 2012/13 ist Simon Bode festes Ensemblemitglied der Oper Frankfurt. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den renommierten „Hans Sikorski-Gedächtnispreis“ der Deutschen Stiftung Musikleben.

1. Was ist für Sie „typisch koreanisch“?

Durchhaltevermögen, dramatisches Talent, Stolz, "Crazyness", beherztes Lachen, Gastlichkeit, improvisiertes Organisationstalent

2. Wann und wie kamen Sie zum ersten Mal in Berührung mit Korea?

Auf Verwandtenbesuch. Ich muss ungefähr 4 Jahre alt gewesen sein.

3. In welcher Weise hat die Begegnung mit Korea Ihr Schaffen oder Ihr Leben beeinflusst?

Es gab von früh auf eben nicht nur die deutsche Großmutter im Harz, sondern auch die koreanische Halmoni in Toronto; nicht nur leckeren Kartoffelsalat, sondern auch koreanische Algensuppe; nicht nur Geige und Klavier, auch Changoo und Buk (traditionelle koreanische Trommeln) und eine zeitlang die - zugegebener Maßen von mir nicht sonderlich geliebte und früh verlassene - koreanische Schule am Freitag Nachmittag.

4. Was war Ihr schönstes Erlebnis in Korea?

Neben vielen anderen: Ein Abend auf einem Bauernhof auf dem Lande, zu Besuch bei den Eltern eines koreanischen Sängerkollegen aus Deutschland, wo meine Frau und ich mit einem köstlichen traditionellen Mahl verwöhnt worden sind.

5. Haben Sie einen Lieblingsort in Korea?

Das ist einfach: Das Häuschen meiner Tante in den Bergen, oberhalb eines Flusslaufs auf einem Hügel. Mit Pavillon und grünem Tee im Garten zum Selbsternten.

6. Auf was könnten Sie in Deutschland gerne verzichten?

Auf die Dinge, die ich auch in keinem anderen Land der Welt brauche: Engstirnigkeit, Angst vor Fremden, Abgrenzung, Rücksichtslosigkeit und mangelnde Solidarität.

7. Womit haben Sie sich in der letzten Zeit beschäftigt?

Mit der Einstudierung meiner Partien für die Oper Frankfurt.

8. Was sind drei Dinge ohne die Sie nicht auskommen, die Sie immer bei sich haben?

Leider Gottes vor allem ein Ding: mein Smartphone.

9. Welche Kulturleistung aus Korea beeindruckt Sie am meisten?

Der Erhalt der eigenständigen, unverkennbaren kulturellen Handschrift und Charakteristik - trotz der über Jahrhunderte dominierenden starken Einflüsse von außen. Und der schnelle Aufbau nach Krieg und Zerstörung, der zur heutigen Stärke und Demokratie hingeführt hat.

10. Wie schmeckt Korea?

Einzigartig, aufwendig, vielschichtig und raffiniert, aber gleichzeitig immer erdverbunden, natürlich und großzügig im Geschmack!