10 Fragen an Helena Parada

Helena Parada
Foto: Sabine Dusend

Helena Parada, 1982 in Köln geboren, studierte Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf und arbeitet derzeit als Künstlerin in Düsseldorf und Berlin. In ihren Arbeiten konzentriert sie sich auf das Medium des Porträts und malt sowohl Freunde und Verwandte, als auch Personen der Öffentlichkeit, wie den ehemaligen Oberbürgermeister Düsseldorfs Klaus Bungert oder das Elektronik-Trio „Stabil Elite“.
 
Als Tochter einer koreanischen Mutter und eines spanischen Vaters befasst sich die Künstlerin in den letzten Jahren zunehmend mit Fragen ethnischer und kultureller Identität und den damit verbundenen künstlerischen Herausforderungen. So entstand unter anderem eine Serie von „Hanbok“-Bildern, mit der sie durch die Darstellung traditioneller koreanischer Trachten ihrer eigenen ethnischen Identität Ausdruck verleiht. Auch das Thema der Migration und der mit dieser einhergehenden Modifizierung der europäischen und asiatischen Kultur spielt eine zentrale Rolle in ihren Werken.

1. Was ist für Sie typisch koreanisch?
Meine Mutter und meine Tante, wenn sie sich wie kleine Mädchen benehmen.
 
2. Wann und wie kamen Sie zum ersten Mal in Berührung mit Korea?
Als ich das erste Mal in der koreanischen Schule in Köln die koreanische Nationalhymne sang.
 
3. In welcher Weise hat die Begegnung mit Korea Ihr Schaffen oder Ihr Leben beeinflusst?
Ich male Korea, wie aus der Erinnerung, die nicht meine sein kann, aber doch ein Teil meiner eigenen Erinnerung ist.
 
4. Haben Sie einen Lieblingsort in Korea?
Ja, ich habe mehrere: der von Pinien- und Kirschbäumen gesäumte Küstenweg Dalmaji-Gil in Busan, wo Liebende sich treffen, um den Vollmond zu betrachten. Der Gipfel des Hallasan, nach einem steinigen und stundenlangen Aufstieg. Das Grab meiner Großmutter in Busan. Der jahrhundertealte Gwangjang-Markt in Seoul.
 
5. Was war Ihr schönstes Erlebnis in Korea?
Der Fischmarkt in Busan, morgens um vier.
 
6. Auf was können Sie in Deutschland gerne verzichten?
Auf die banalen koreanischen Restaurants.
 
7. Womit haben Sie sich in der letzten Zeit beschäftig?
Mit Gesichtern. Mit europäischen und asiatischen. Mit Rilke, den ich gern ins Koreanische übertragen würde. Mit gemalten Hanboks, die für mich immer auch ihre Träger/innen repräsentieren.

8. Was sind drei Dinge, ohne die Sie nicht auskommen, die Sie immer bei sich haben?
Mein Handy, meinen Lippenstift und die Gedanken an einen alten Mann, der mich beschäftigt, solange ich ihn kenne.
 
9. Welche Kulturleistung aus Korea beeindruckt Sie am meisten?
Die Möglichkeit, aus sehr wenig sehr viel zu machen.
 
10. Wie schmeckt Korea?
Nach meiner Mutter, nach Schärfe und Meer.