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Stars des südkoreanischen Fußballs
Sechs Koreaner… und ein Niederländer

Park Ji-sung und Guus Hiddink nach einem entscheidenden Tor bei der WM 2002 in Korea und Japan
Park Ji-sung und Guus Hiddink nach einem entscheidenden Tor bei der WM 2002 in Korea und Japan | Foto: ©Yonhap News

Cha Bum-kun und Guus Hiddink sind auch in Deutschland vielen bekannt. Aber was ist mit Huh Jung-moo, Hwang Sun-hong oder Hong Myung-bo? Wir stellen einige Lichtfiguren der südkoreanischen Fußballgeschichte vor.

Cha Bum-kun und Huh Jung-moo

Cha Bum-kun (65) und Huh Jung-moo (63) begegneten sich schon in Studienzeiten auf dem Spielfeld: Sie spielten für die Seouler Universitäten Korea University und Yonsei University, die als größte Rivalen im koreanischen Universitätssport gelten. Cha Bum-kun war danach der erste koreanische Fußballspieler, der im Ausland angeheuert wurde. Nach einem kurzen Gastspiel beim SV Darmstadt 1978 und der Ableistung seines Militärdienstes kam er 1979 mit 26 Jahren endgültig in die damals beste Liga der Welt, die deutsche Bundesliga. Bis er 1989 seine aktive Karriere beendete, spielte er in Darmstadt, Frankfurt und Leverkusen und schoss in zehn Jahren und insgesamt 108 Spielen 98 Tore. Damit hielt er damals den Rekord als bester Torschütze unter den ausländischen Spielern in der Bundesliga. Der Rekord wurde erst 1999, zehn Jahre später, vom Schweizer Stephane Chapuisat gebrochen.
 
Inspiriert von Chas Umzug ins Ausland heuerte Huh Jung-moo ein Jahr später, 1980, beim PSV Eindhoven in den Niederlanden an, wo er in einer Mannschaft mit dem damals weltbesten Spieler Johan Cruyff spielte. Zunächst nur Ersatzspieler war er später Teil der Startaufstellung im Mittelfeld. In drei Spielzeiten schoss er in 77 Spielen 15 Tore und trug in der Saison 1982/1983 zum Vizetitel seiner Mannschaft bei.
 
Huh Jung-moo war der erste der beiden, der wieder nach Korea zurückkehrte. Er trug maßgeblich dazu bei, dass Südkorea 1986 einen Startplatz für die Weltmeisterschaft in Mexiko ergattern und nach 32 Jahren wieder bei einer WM-Endrunde dabei sein konnte. Auch Cha Bum-kun stieß in Mexiko zur Nationalmannschaft dazu. Huh Jung-moo wurde bei der WM auch durch seine unermüdliche Deckung von Diego Maradona im Spiel gegen Argentinien berühmt.
2010 begegneten sich Huh Jung-moo und Diego Maradona wieder: als Trainer der Nationalmannschaften Südkoreas und Argentiniens im Gruppenspiel bei der WM in Südafrika 2010 begegneten sich Huh Jung-moo und Diego Maradona wieder: als Trainer der Nationalmannschaften Südkoreas und Argentiniens im Gruppenspiel bei der WM in Südafrika | Foto: © Yonhap News
Cha Bum-kun und Huh Jung-moo haben auch noch etwas anderes gemeinsam: sie waren später beide Nationaltrainer. Cha zeichnete im September 1997 für den spektakulären Aufholsieg der Koreaner im Qualifikationsspiel gegen Japan verantwortlich. Mit dem heute als „großer Sieg von Tokyo“ bekannten Spiel qualifizierte sich Südkorea für die WM 1998 in Frankreich, und Cha wurde vor den damaligen Präsidentschaftswahlen in Korea von einigen sogar als möglicher Präsidentschaftskandidat gehandelt. Doch nach zwei vernichtenden Niederlagen bei der WM in Frankreich musste Cha noch vor Ende der Gruppenphase abreisen und seine Karriere als Nationaltrainer nahm so ein unrühmliches Ende. Huh Jung-moo führte 2010 in Südafrika die Südkoreaner zu ihrem ersten Einzug ins Achtelfinale bei einer Auswärts-WM.

Hwang Sun-hong und Hong Myung-bo

Die Freunde Hwang Sun-hong (50) und Hong Myung-bo (49) gehörten in den 2000ern als Stürmer und Verteidiger zu den wichtigsten Spieler der südkoreanischen Nationalmannschaft. Hwang wurde im zweiten Studienjahr an der Konkuk University, Hong in seinem dritten Studienjahr an der Korea University erstmals Nationalspieler, mit mehr als 100 Länderspielen sind sie beide Mitglied im sogenannten „Klub der Hunderter“ der FIFA. Hong Myung-bo hält mit 136 Länderspielen den Rekord als koreanischer Spieler mit den meisten Länderspielen. Hwang Sun-hong schoss in 103 Spielen nicht weniger als 50 Tore.  
 
Beide Spieler traten bei insgesamt vier Weltmeisterschaften an (1990, 1994, 1998, 2002). Die WM 1994 in den USA verlief für Hong und Hwang jedoch sehr unterschiedlich. Hong Myung-bo zeigte sich mit 2 Toren und einer Torvorlage in bester Form und erhielt von drei großen Vereinen aus Spanien und Deutschland Angebote. Hwang Sun-hong verpasste hingegen viele entscheidende Torchancen, und obwohl er im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland den Anschlusstreffer erzielte, wurde er von nicht wenigen für seine mangelnde Abschlusskraft kritisiert. Auch die WM 1998 in Frankreich verlief tragisch für Hwang: Nachdem er sich im letzten Testspiel gegen China am Knie verletzt hatte, konnte er kein einziges Endrundenspiel spielen.
 
Doch bei der Weltmeisterschaft 2002 in Korea und Japan waren Hong und Hwang dann beide in bester Form präsent. Hwang Sun-hong traf im ersten Gruppenspiel gegen Polen den ersten Führungstreffer und brachte damit das ganze Land zum Jubeln. Und im Viertelfinale gegen Spanien verwandelte Hwang im entscheidenden Elfmeterschießen den ersten Elfmeter und Hong den letzten. Gemeinsam sicherten sie so Südkorea den Einzug ins Halbfinale.
Hwang Sun-hong nach seinem Eröffnungstor im Gruppenspiel gegen Polen bei der WM 2002 Hwang Sun-hong nach seinem Eröffnungstor im Gruppenspiel gegen Polen bei der WM 2002 | Foto: © Yonhap News

Guus Hiddink und Park Ji-sung

Guus Hiddink (72) ist der Held des legendären Einzugs Südkoreas ins Halbfinale der Fußball-WM 2002 in Korea und Japan. Zuvor verband ihn und die Südkoreaner nicht viel Gutes. Bei der WM 1998 in Frankreich war er Trainer der niederländischen Nationalmannschaft, die die südkoreanische Elf von Cha Bum-kun mit 5:0 besiegte. Nachdem er die südkoreanische Nationalmannschaft übernahm, wurde er zunächst mit dem wenig schmeichelhaften Spottnamen „Oh Dae-yeong“ bedacht – was auf Koreanisch auch „5:0“ bedeutet. Beim Konföderationen-Pokal im Mai 2001, ein Jahr vor der Weltmeisterschaft, verlor Korea noch 0:5 gegen Frankreich, und auch im August des gleichen Jahres unterlag Südkorea 0:5 im Länderspiel gegen Tschechien.
 
Doch kurz vor der Weltmeisterschaft war die südkoreanische Nationalmannschaft unter Führung von Guus Hiddink nicht mehr wiederzuerkennen. In den letzten Testspielen besiegte Korea Schottland mit 4:1 und schaffte ein Unentschieden gegen die Fußballnation England. Bei der WM schmiss Südkorea im Achtelfinale Italien, im Viertelfinale Spanien heraus und zog ins Halbfinale ein. Dort verlor Südkorea zwar 0:1 gegen Deutschland, aber Hiddinks Beliebtheit war kaum noch zu übertreffen. Selbst einen koreanischen Namen, Heui Dong-gu bekam er verliehen.
 
Park Ji-sung (37) ist ein Zögling Hiddinks. Er war es, der bei der WM 2002 im letzten Gruppenspiel gegen Portugal mit dem Entscheidungstreffer den erstmaligen Einzug Südkoreas ins Achtelfinale sicherte. Seine schier unermüdliche Energie brachte ihm den Spitznamen „Sauerstofftank“ ein. Nach der Weltmeisterschaft holte Hiddink Park Ji-sung zum PSV Eindhoven, wo er in drei Spielzeiten und 93 Spielen insgesamt 17 Tore schoss. 2005 wurde Park der erste Koreaner in der englischen Premier League. Beim Eliteclub Manchester United lief er bis 2012 in sieben Spielzeiten bei 205 Spielen auf und schoss 27 Tore.

Son Heung-min

Son Heung-min (26) ist der Star der südkoreanischen Nationalmannschaft bei der WM 2018 in Russland. Als einziger asiatischer Spieler wurde er von Sky Sports in die Liste der 20 Superstars der WM 2018 aufgenommen, und bei ESPNs Liste der 50 besten Spieler der WM nimmt er Rang 37 ein.
 
Nachdem er in der Jugendmannschaft des Hamburger SV auf sich aufmerksam gemacht hatte, gab Son Heung-min mit 19 Jahren sein Bundesligadebüt in der Profimannschaft des HSV. 2013 wechselte er nach Leverkusen, womit genau 30 Jahre, nachdem Cha Bum-kun aus Leverkusen weggegangen war, wieder ein Koreaner die Leverkusener Uniform trug. Son spielte sieben Spielzeiten in der Bundesliga und schoss in 165 Spielen 49 Tore.
 
2015 wechselte er zu Tottenham in die englische Premier League, wo er in den letzten drei Jahren in 130 Spielen 47 Tore verwandelte. Insbesondere in der letzten Saison schaffte er mit 21 Toren als erster Asiate in einer der großen europäischen Fußballligen mehr als 20 Tore pro Saison, und auch diese Saison zeigt er sich mit bereits 18 Toren in unverändert guter Form. Mit seinem übertriebenen Torehrgeiz sorgt Son bei seinen Kollegen im Verein und in der Nationalmannschaft zwar nicht selten für Unmut, doch bei der Weltmeisterschaft 2018 ruhen die Hoffnungen des koreanischen Fußballs auf ihm.

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