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Green Remodeling in Korea
Eine Architektur der Zukunft

Friendly Duck House
Gesamtansicht des Friendly Duck House: Das Gebäude wurde so umgestaltet, dass die Schönheit des Hanok erhalten und der Energieverlust minimiert wurde. | Foto: © Geun-young Lee

In Korea gibt es zahlreiche Altbauten, die einen hohen Energieverbrauch verursachen. Durch „Green Remodeling“ werden alte, baufällige Gebäude umgebaut – für eine höhere Energieeffizienz und bessere Wohnqualität. Wie sieht eine solche Architektur der Zukunft aus?

Von Geun-young Lee

Etwa 70 % der insgesamt 7,2 Millionen Gebäude in Korea sind Altbauten, die vor über 15 Jahren gebaut wurden – und es werden immer mehr. Die alten Gebäude mit ihrem hohen Energieverbrauch sind auch ein Grund dafür, dass die Treibhausgasemissionen in Korea weiter ansteigen.

Im Rahmen des neuen Abkommens des koreanischen Ministeriums für Land, Infrastruktur und Verkehr soll Green Remodeling dazu beitragen, die Energieeffizienz bestehender, älterer Gebäude zu erhöhen und die Wohnqualität zu verbessern. Im Vergleich zum Neubau ist die Bauzeit wesentlich kürzer und hat zudem auch wirtschaftliche Vorteile. Green Remodeling ist eine umweltfreundliche Bauweise, die Rücksicht auf die Natur nimmt. Ferner steigert sie den Wert des Gebäudes, verbessert die Lebensqualität und reduziert den Energieverbrauch sowie die Treibhausgasemissionen.

Das Friendly Duck House – die Zukunft der koreanischen Landhäuser

Byung Un Jung und das Friendly Duck House. Foto: © Geun-young Lee Das umgebaute koreanische Landhaus befindet sich in der südkoreanischen Gemeinde Yangsa, die im nördlichen Teil des Landkreises Kanghwa liegt. Yangsa ist nur wenige Kilometer vom Landkreis Gaepung in Nordkorea entfernt. Zwischen ihnen liegt die Kanghwa-Bucht. Bei klarem Wetter sieht man über den Stacheldrahtzaun hinweg sogar die nordkoreanische Industrieregion Kaesong. Byung Un Jung, der Geschäftsführer von E-ECO Construction, einer Baufirma, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat, ließ für seine Mutter, die aus Nordkorea stammt, ein ganz besonderes Haus bauen: ein Haus mit einem Dach, von dem sie aus sehnsuchtsvoll in ihre Heimat blicken kann. Er nannte es Friendly Duck House.

Die Schönheit des Hanok

Das neue Friendly Duck House erhielt den ersten Preis in der Kategorie Wohngebäude. Foto: © Geun-young Lee Das alte Haus war bereits lange Zeit unbewohnt und glich eher einer Bruchbude – bis zu seiner Umgestaltung 55 Jahre später. Fasziniert von den stabilen Firstbalken und den gebogenen Dachsparren, machte sich Byung Un Jung viele Gedanken, wie man den Umbau so gestalten könnte, dass einerseits die Schönheit des Hanok erhalten blieb und andererseits der Energieverlust minimiert werden würde. So erhielt das neue Friendly Duck House beim fünften „Green Remodeling Best Practices Contest“ – veranstaltet vom koreanischen Ministerium für Land, Infrastruktur und Verkehr und der Korea Land and Housing Corporation (LH) – den ersten Preis in der Kategorie Wohngebäude. Die Architektur- und Kulturveranstaltung dient dazu, besonders gelungene Umbauprojekte der breiten Öffentlichkeit vorzustellen.
Sorghum-Stützen, die man in den Lösswänden des Friendly Duck House gefunden hat. Sorghum-Stützen, die man in den Lösswänden des alten Hauses gefunden hat. | Foto: © Geun-young Lee Die traditionelle Struktur des alten Hauses blieb unverändert. Nur einige der Säulen, die sich in einem schlechten Zustand befanden, wurden abgerissen bzw. repariert. Auch die Schönheit des koreanischen Landhauses – Hanok genannt – konnte beibehalten werden: Sowohl die Dachsparren als auch die Firstbalken wurden originalgetreu übernommen und die Decke mit Kaolin bestrichen, um die schöne Holzfarbe hervorzuheben. Außerdem wurden einige Stützen, die man in den Lösswänden des alten Hauses gefunden hatte, stehen gelassen. Diese Stützen bestehen aus einer Mischung aus Sorghum und Holz und fungierten damals als Dämmstoff, um den Energieverlust zu reduzieren. Auf diese Weise gelang es den Architekt*innen, trotz des Umbaus an der alten Bauweise festzuhalten und die ursprüngliche Atmosphäre des Hauses zu bewahren.
Das Friendly Duck House hat eine neue Außenverkleidung erhalten. Foto: © Geun-young Lee

Aus dem einst baufälligen Haus ist nun ein Wohnraum für ältere Menschen geworden, die sich keine Sorgen mehr um die starke Zugluft auf dem Land und den damit verbundenen hohen Betriebskosten machen müssen.

Im unteren Wandteil des Friendly Duck House wurde ein Fenster eingelassen. Im unteren Wandteil wurde ein Fenster eingelassen, um zum einen die Tageslichtversorgung zu verbessern und zum anderen die Sicht nach Draußen genießen zu können. | Foto: © Geun-young Lee Byung Un Jung wünschte sich ein Haus, in dem es weder zu heiß noch zu kalt ist – und das vor allem Schutz vor Feinstaub bietet. Die Außenseiten des Gebäudes wurden mit Urethanplatten versehen, um die Innentemperatur konstant zu halten und den Wärmeverlust weitgehend zu verhindern. Überdies wurden luftdichte Klebebänder, Platten und Schwellbänder bei den Hochleistungsfenstern verwendet, um eine erhöhte Luftdichtheit zu gewährleisten. Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für eine gleichmäßige Zirkulation der Innenraumluft, sodass unnötiges Heizen und Kühlen vermieden und nebenbei ein angenehmes Raumklima geschaffen wird. An der Südseite des Gebäudes wurde ein externer Sonnenschutz eingerichtet, um im Sommer das starke Sonnenlicht abzublenden. So lassen sich auch die Stromkosten der Klimaanlage reduzieren.
Die Solarkollektoren des Friendly Duck House liefern elektrische Energie. Foto: © Geun-young Lee Indem aktiv erneuerbare Energien genutzt wurden, konnte zudem die Energieeffizienz maximiert werden. Die auf dem Dach installierten Solarkollektoren (3 kW) liefern elektrische Energie sowie thermische Energie zur Wärmegewinnung. Nach der Methode des Green Remodelings ist die Heiz- und Kühllast des Friendly Duck House um 86,4 % gesunken. Die jährlichen Gesamtenergiekosten reduzierten sich von ca. 6,6 Millionen Won (knapp 5.000 Euro) auf ca. 190.000 Won (ca. 150 Euro).
Das Wandbrett aus Vorratskammer dient nun als Ablage für Audiogeräte. Das Wandbrett aus der kleinen Vorratskammer, auf dem früher das Getreide aufbewahrt wurde, dient nun als eine Ablage für Audiogeräte. | Foto: © Geun-young Lee Bereits vor zehn Jahren begann Byung Un Jung mit dem Bau von Passivhäusern in Korea. Er ist der Meinung, man müsse bei den zukünftigen Generationen – sowohl im Arbeitskontext als auch im Alltag – ein tiefergehendes Umweltbewusstsein schaffen und hofft, dass sein liebevoll umgebautes Friendly Duck House als beispielhaftes Modell für koreanische Landhäuser vorangehen wird.

Die Bibliothek der Hankuk University of Foreign Studies – ein nachhaltiger Ausbau

Die Bibliothek der Hankuk University of Foreign Studies. Foto: © Geun-young Lee Die 1973 fertiggestellte Universitätsbibliothek verfügte über eine veraltete Einrichtung und Fassade, die mangelhafte Wärmedämmung  verursachte Energieverluste beim Heizen und Kühlen. Außerdem gab es wegen der jährlich wachsenden Anzahl von Büchern kaum noch Aufbewahrungsmöglichkeiten. Ruheplätze für Studierende wurden ebenfalls immer knapper. Die Eigenlasten des Gebäudes stiegen dermaßen an, dass sogar die strukturelle Stabilität gefährdet war.
Das Designkonzept der Bibliothek wurde von der Universität und POSCO A&C erarbeitet. Das endgültige Designkonzept der Bibliothek wurde nach intensiven Gesprächen mit der Universität und POSCO A&C gemeinsam erarbeitet. Auf dem Bild unterhalten sich Hyung-Taek Myung (links), Leiter des Academic Research Information Teams / HUFS und Hyung-Joo Seo (rechts), Leiter der Abteilung für Design / POSCO A&C. | Foto: © Geun-young Lee Die neue Bibliothek wurde im Auftrag der Hankuk University of Foreign Studies von Posco A&C, einem Architekturbüro, das sich bei seinen Bauprojekten auf Green Remodeling spezialisiert, entworfen und umgebaut. Die Universität wollte eine einzigartige, nachhaltige Bibliothek, die sich zeitgemäß weiterentwickelt. Das innovative Projekt gewann ebenfalls den ersten Preis beim fünften „Green Remodelling Best Practices Contest“ in der Kategorie Nutzgebäude.
Die Universitätsbibliothek der Hankuk University ist eine smarte Bibliothek geworden. Foto: © Geun-young Lee Die Universitätsbibliothek ist nun eine offene, smarte Bibliothek geworden. Das traditionelle Bild von einer eher stillen und nüchternen Umgebung hat sich zu einem Freiraum gewandelt, der berücksichtigt, dass es Studierende heutzutage gewohnt sind, an öffentlichen Orten wie Cafés zu lernen.
Von den Lesesälen aus hat man den besten Ausblick auf den Campus. Foto: © Geun-young Lee Von den Lesesälen aus hat man den besten Ausblick auf den Campus. Dort sitzen Studierende und lernen. Von draußen kann man in die Bibliothek hinein- und auch hinausschauen – so ist ein steter Sichtkontakt gegeben. Die offene Decke vermittelt ein Gefühl von Offenheit, die Tische stehen relativ weit auseinander. Die Studierenden können bei Tageslicht lernen. Für eine kleine Pause stehen neben den Tischen Sofas bereit.
Im Keller der Bibliothek richtet ein mobiles Regalsystem ein. Foto: © Geun-young Lee Wie es bei Universitäten mit Schwerpunkt auf Geisteswissenschaften üblich ist, verfügt die Bibliothek über unzählige alte Bücher und Schriften. Daher ließ man im Keller der Bibliothek ein mobiles Regalsystem einrichten, das etwa 700.000 Bücher umfasst. Die ehemaligen Bücherräume hat man zu Aufenthaltsorten umfunktioniert. Sie sind zu kommunikativen Bereichen geworden, in denen Lektüre, individuelles Lernen, Gruppenarbeit und auch Entspannung möglich sind.

Die Eingangshalle der Universitätsbibliothek der Hankuk University ist offen gestaltet. Das Foyer der Bibliothek ist ein öffentlicher Raum, der für jeden zugänglich ist, einschließlich der Anwohner*innen, die in der Nähe der HUFS wohnen. | Foto: © Geun-young Lee Die Eingangshalle im Erdgeschoss, welche die Erscheinung der Bibliothek prägt, ist buchstäblich ein offener Raum. Die Bibliotheksbesucher*innen können diesen nach Belieben benutzen. Im Foyer, wo die Eingangstür nach hinten verlegt wurde, können sie Bücher lesen oder sich unterhalten. 

In der Universitätsbibliothek darf auch gespielt, geschlafen, gelernt und sich ausgeruht werden. Nicht nur ein Ort des Studiums: Hier darf auch gespielt, geschlafen, gelernt und sich ausgeruht werden. | Foto: © Geun-young Lee Das Hauptanliegen der Bibliothek als Nutzgebäude bestand darin, den Verbrauch der Kühlenergie zu reduzieren. Aus diesem Grund wurden im Südteil zum Schutz vor der sommerlichen Hitze nur wenige Fenster eingebaut. Das Gebäude wurde nach Norden ausgerichtet, um die Energielast nach Möglichkeit zu verringern. Parallel dazu verstärkt die gläserne Vorhangfassade das Gefühl der Offenheit. Hocheffiziente Fenster mit einer wärmeisolierenden Dreifachverglasung verbessern die Isolationsleistung und Luftdichtheit.

Der Mehrzweck-Konferenzraum kann flexibel genutzt werden. Der Mehrzweck-Konferenzraum kann flexibel genutzt werden. | Foto: © Geun-young Lee Nicht nur Farben und Baumaterial sind umweltfreundlich. Ebenso großen Wert wurde auf die Innenausstattung gelegt. So entschieden sich die Architekt*innen für Öko-Möbel – mit Fokus auf die Gesundheit der Studierenden. Die dezentrale Wohnraumlüftung mittels eines Belüftungssystems mit Wärmetauscher erhöht die Luftqualität und spart im Vergleich zur üblichen Belüftung doppelt so viel Energie ein. Mit der neuen Photovoltaikanlage (126 kW) kann mehr als 142 % der gesamten Energie für die Beleuchtung gewonnen werden. Nach dem Umbau senkte die Bibliothek der Hankuk University of Foreign Studies ihren Energiebedarf um 53,4 %, erreichte damit nach koreanischem Standard die Energieeffizienzklasse 1+ und wurde mit dem „G-Seed, Grade 4“ zertifiziert.

Seoul Energy Dream Center – Architektur und Energie hautnah erleben

Das Seoul Energy Dream Center ist das erste energieautonome, umweltfreundliche öffentliche Gebäude in Korea. Foto: © Geun-young Lee Nanjido, einst eine Blumeninsel voller Orchideen und Thymiane, wurde 1978 zu einer Mülldeponie in Seoul. 2002 wandelte die Stadt Seoul die riesige Müllkippe in ein umweltfreundliches Naherholungsgebiet um. 2012 eröffnete dort schließlich das Seoul Energy Dream Center – das erste energieautonome, umweltfreundliche öffentliche Gebäude in Korea.

Das Seoul Energy Dream Center ist das neue Wahrzeichen der Stadt für erneuerbare Energien. Es verwendet Solarenergie sowie geothermische Heiz- und Kühlsysteme. Die Gebäudehülle wurde so konzipiert, dass Energie eingespart werden kann. Die gebäudetechnischen Anlagen wurden ebenfalls verbessert. Durch diese gebündelten Maßnahmen konnte der jährliche Energieverbrauch des Gebäudes im Vergleich zum durchschnittlichen Verbrauch in Korea um 30 % gesenkt werden.

Geht man eine Runde ums Gebäude spazieren, so werden architektonische Gestaltungselemente sichtbar, die dafür sorgen, den übermäßigen Energieverbrauch zu reduzieren und die Energieeffizienz zu steigern.
  • Seoul Energy Dream Center Foto: © Geun-young Lee
    Wie die Traufe des Hanok reguliert die Außenwand, die sich im 66 ° Winkel nach innen neigt, den Einfall der Sonnenstrahlung je nach Jahreszeit.
  • Das Seoul Energy Dream Center verwendet Solarenergie sowie geothermische Heiz- und Kühlsysteme. Foto: © Geun-young Lee
    Die Solaranlage des Seoul Energy Dream Centers erzeugt ca. 367.000 kWh elektrische Energie pro Jahr.
  • Das Belüftungssystem im Seoul Energy Dream Center arbeitet mit einer Abwärmerückgewinnung Foto: © Geun-young Lee
    Das Belüftungssystem im Seoul Energy Dream Center arbeitet mit einer Abwärmerückgewinnung. Im Winter ist die Energieeffienz ≥ 80 % und im Sommer sogar ≥ 90 %. Die Wärme und Abluft aus den Innenräumen werden zurückgewonnen und nach Außen abgeführt, um ein angenehmes Raumklima zu schaffen.
  • Das Erdgeschoss widmet sich mit seinen Ausstellungen dem Thema „Erneuerbare Energien“. Foto: © Geun-young Lee
    Das Erdgeschoss widmet sich mit seinen Ausstellungen dem Thema „Erneuerbare Energien“. Hier erfährt man Wissenswertes über die Solarenergie, Windkraft, Geothermie, Wasserkraft, Bioenergie und Wasserstoff-Brennstoffzellen. Zudem wird die auf das Seoul Energy Dream Center angewendete Nullenergie und ihre Wirkungen näher erläutert und erlebbar gemacht.
  • Im ersten Obergeschoss gibt es das Seouler Klimawandel Lernzentrum. Foto: © Geun-young Lee
    Im ersten Obergeschoss befindet sich das Seouler Klimawandel Lernzentrum. Hier lernen die Besucher*innen etwas über den Klimawandel in der Gegenwart und Zukunft.
  • Das zweite Obergeschoss besteht aus der Community Hall, die ein Mehrzweckraum für Veranstaltungen ist. Foto: © Geun-young Lee
    Das zweite Obergeschoss besteht aus der Community Hall, die ein Mehrzweckraum für Seminare und diverse Veranstaltungen ist; einem experimentellen Lernbereich, einem Wickelraum und mehreren Ruhezonen. Hier können Besucher*innen sich außerdem energiesparende Technologien wie natürliches Licht, externe und elektrisch betriebene Sonnenblenden, schräg abfallende Wände usw. ansehen.
  • Das Hybrid-ESS (Energiespeichersystem) ist ein Stromversorgungssystem, das erzeugten Strom speichert. Foto: © Geun-young Lee
    Das Hybrid-ESS (Energiespeichersystem) ist ein Stromversorgungssystem, das erzeugten Strom speichert und bei Bedarf wieder bereitstellt. Es ist zudem das erste System, das aus recycelten Altbatterien von Elektrofahrzeugen und neuen Batterien besteht. Der von der Solaranlage erzeugte Strom wird gespeichert und dem Gebäude zugeführt. Somit wird eine geringere Umweltverschmutzung als bei der Entsorgung von Lithium-Ionen-Batterien verursacht.
  • Die Erdsondenanlage basiert auf dem Prinzip der konstanten Erdwärme. Foto: © Geun-young Lee
    Geothermisches Heiz- und Kühlsystem: Die Erdsondenanlage basiert auf dem Prinzip der konstanten Erdwärme und wird zum Kühlen sowie Heizen verwendet. Im Vergleich zu anderen Kühl- und Heizsystemen werden 20-25 % Strom eingespart.
Die schräg nach unten verlaufende Außenwand berücksichtigt den Stand der Sonne je nach Jahreszeit. Wie die Traufe des Hanok schirmt sie im Sommer die starken Sonnenstrahlen ab. Im Winter gelangt genügend Sonnenlicht ins Innere des Gebäudes, sodass beim Heizen Energie gespart wird. Die weißen keilförmigen Dächer, die wie Flügel an der Fassade angebracht sind, reflektieren das Sonnenlicht in die Innenräume und sorgen für eine ausreichende Tageslichtversorgung. Die externe, elektrisch betriebene Sonnenblende wird den Witterungsverhältnissen wie z.B. Temperatur, Sonneneinstrahlung und Windgeschwindigkeit entsprechend angepasst und automatisch gesteuert. So kann die Energieeffizienz erhöht werden. Ferner wird durch eine gesonderte Regulierung des Lichteinfalls in die Innenräume der Energieverbrauch für die Beleuchtung erheblich verringert.

Im Seoul Energy Dream Center, einem Nullenergiegebäude, das so viel Energie erzeugt wie es verbraucht, können die Besucher*innen die komplexen Zusammenhänge zwischen Energie, Architektur und Klimawandel mit allen Sinnen erleben. 

Darüber hinaus gibt es ein vielseitiges Angebot an Veranstaltungen, die im Zusammenhang mit Klimawandel und Energie stehen wie die Eco-Tour, Null-Energie-Bauprogramme für Jugendliche, Puppentheater, Führungen durch verschiedene Ausstellungen usw.

Quelle: Seoul Energy Dream Center
 

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