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50 Jahre ECM
Eine etwas andere Jubiläumsausstellung in Seoul

„Murmuration“ von MMBP
„Murmuration“ von MMBP | Foto: Hyundai Card

Das 50-jährige Jubiläum des deutschen Plattenlabels ECM nimmt sich das kulturell engagierte Finanzunternehmen Hyundai Card zum Anlass für eine Ausstellung in seinem Ausstellungsraum Storage im Seouler Stadtteil Itaewon. Im Mittelpunkt der Jubiläumsausstellung stehen aber nicht die Archivmaterialien, sondern von ECM inspirierte Kunstwerke.

Wie sieht John Cages Album „As it is“ gezeichnet aus? Welche ästhetischen Linien kann man in den Coverbildern von ECM-Alben über die Jahrzehnte erkennen? Und wie lange dauert es, den gesamten Katalog des Labels am Stück anzuhören. Fragen wie diese bekommt man in der Ausstellung „RE:ECM“ beantwortet. Das 1969 von Manfred Eicher in München gegründete Label ist für seine revolutionäre Klangqualität und die anspruchsvoll gestalteten Albumcover berühmt. Vielen gilt es als eines der besten Labels der Welt, Alben von Musikern wie Keith Jarrett, John Cage und Jan Garbarek sind dort erschienen. Zum 50-jährigen Jubiläum wollten aber weder Hyundai Card noch ECM selbst eine weitere Ausstellung machen, die lediglich auf die beeindruckende Geschichte zurückblickt.

„Between noise and sound“ von Sam Winston „Between noise and sound“ von Sam Winston | Foto: Hyundai Card Stattdessen wurde „Re:“ auf zweierlei Weise interpretiert: als „regarding ECM“, aber vor allem als „responding to ECM“ – es wurde also das Hörerlebnis in den Mittelpunkt gestellt. Ausgangspunkt war die Frage, wie Hörer ECM mit seiner Musik und den Plattencovern erleben. Die Antworten, die die Künstler aus Europa, den USA und Südkorea darauf fanden, greifen vielfältige Aspekte von ECM auf und setzen sich crossmedial damit auseinander. Die einzigartigen Merkmale der von ECM-Gründer Manfred Eicher produzierten Musik – ständige Bewegung, Vorwärtskommen, horizontale Entwicklung – und die Farben der Albumcovers finden sich bei der Arbeit „Flow“ der deutschen Künstler Lars Ullrich und Mathis Nitschke zum Beispiel in einer 3D-Animitation von Musikstücken wieder. Die Zeichnungen des Briten Sam Winston greifen unter dem Titel „Between noise and sound“ ebenfalls die Vielschichtigkeit der Musik auf – und die vielfältigen Reaktionen, die diese in Körper und Geist der Hörer auslösen kann. Er zeichnete vier Stücke von John Cages Album „As it is“ und achtete dabei mal auf den Gesang, mal auf Hintergrundgeräusche, mal auf die Gedanken, die ihm dabei durch den Kopf gingen.

„Flow“ von Lars Ullrich und Mathis Nitschke „Flow“ von Lars Ullrich und Mathis Nitschke | Foto: Hyundai Card Das Künstlerkollektiv MMBP aus London beschäftigte sich dagegen mit den Albumcovern – die bei ECM der Musik in Berühmtheit in nichts nachstehen – und macht bei „Murmuration“ durch einen Wald von 220 Plattenhüllen die Musik von ECM erfahrbar, ohne dass man die Musik tatsächlich hören muss. Und das Solowerk „Small Places“ von Mathis Nitschke, das ein Stockwerk für sich einnimmt, ist inspiriert von einem berühmten Bild von Keith Jarrett und Manfred Eicher beim Tischtennisspielen: Eine Metapher für die Kollaboration zwischen Musiker und Produzent, zwischen den Musikern untereinander, aber auch zwischen Musik und Hörer. Als Soundtrack der Installation dient der Gesamtkatalog von ECM, der während des Zeitraums der Ausstellung rund um die Uhr gespielt wird. Und mit dieser Installation geht die Ausstellung auch über den physischen Raum des Hyundai Card Storage heraus: unter smallplaces.art wird der Gesamtkatalog während des Ausstellungszeitraums live gestreamt.

„Small Places“ von Mathis Nitschke „Small Places“ von Mathis Nitschke | Foto: Hyundai Card


„RE:ECM“ wird vom 18. Oktober 2019 bis zum 29. Februar 2020 im Hyundai Card Storage in Seoul gezeigt. Die Ausstellung präsentiert eine kleine Auswahl von Materialien aus dem ECM Archiv, der Fokus liegt aber auf den Kunstwerken von Rick Meyers (USA), Sam Winston (Großbritannien), Lars Ullrich & Mathis Nitschke (Deutschland), Hyun-Suk Seo & HASC (Südkorea) und dem Künstlerkollektiv MMBP (Großbritannien). Auf Seiten von ECM war der koreanischstämmige Produzent Sun Chung als Kurator an der Konzeption der Ausstellung beteiligt.

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