Unsuk Chin

Unsuk Chin Unsuk Chin | © Woenki Kim Unsuk Chin (진은숙) wurde 1961 geboren. Zunächst studierte sie Komposition an der Seoul National University bei Sukhi Kang und führte ihr Studium von 1985 bis 1988 fort als DAAD-Stipendiatin an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg bei György Ligeti. 1985 markierte der Erste Preis beim Gaudeamus-Wettbewerb in Amsterdam den Beginn ihrer internationalen Karriere. Seither wurden ihre Werke von vielen internationalen Spitzenorchestern aufgeführt. Zu Chins Interpreten zählen Dirigenten wie Simon Rattle, Kent Nagano und Myung-Whun Chung. Neben ihrer Arbeit als Komponistin leitet sie die von ihr gegründete „Ars Nova“-Reihe des Seoul Philharmonic Orchestra und ist zudem künstlerische Leiterin des Programms „Music of Today“ des Philharmonia Orchestra in London. Unsuk Chin wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Kompositionspreis der Stiftung Gaudeamus (1985), dem Arnold Schönberg-Preis (2005) und jüngst mit dem Ho-Am Kunstpreis (2012), der als koreanischer Nobelpreis für die Künste gilt. Die Komponistin lebt seit 1988 in Berlin.Stilistisch betrachtet sich Unsuk Chin nicht als koreanische oder asiatische Komponistin, sondern als „Teil einer internationalen Musikkultur“. Sie bewegt sich virtuos zwischen unterschiedlichsten musikalischen Welten: Ihre Ensemblestücke sind nicht nur von Avantgardisten wie Bartók, Strawinski oder Debussy stark beeinflusst, sondern auch von außereuropäischen Traditionen wie der indonesischen Gamelanmusik. Stücke für Elektronik kommen in ihrem Werkverzeichnis zwar nur am Rande vor, dennoch beschäftigt sie sich seit Beginn ihrer Karriere regelmäßig auch mit elektronischen Klängen und digital erzeugter Musik, um ihren Blick zu erweitern. Das Klavier spielt für ihr Schaffen eine ganz besondere Rolle. Ursprünglich wollte Unsuk Chin Pianistin werden –Komposition war zunächst nur eine Alternative –, und die anhaltende Faszination und Hochachtung vor ihrem früheren Haupt-Instrument ist deutlich zu erkennen in ihrer bisher sechsteiligen Reihe von Klavieretüden. 2007 inszenierte Achim Freyer Alice in Wonderland, Unsuk Chins erste Operkomposition, an der Bayerischen Staatsoper. „Überwältigend wie ein Naturereignis“, wie eine Rezensentin in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung urteilte, traf das farbenprächtig-flirrende Werk den Nerv des begeisterten Publikums.