Qigang Chen

Qigang Chen
Qigang Chen | © Zhang Qi

Qigang Chen (陈其钢) wurde 1951 in Shanghai geboren und wuchs in einem Künstlerhaushalt auf. Kurz nach Antritt seines Studiums am Zentralen Musikkonservatorium brach 1966 die Kulturrevolution aus. Für Chen, dessen Eltern als „anti-revolutionäre Bourgeois“ angesehen wurden, bedeutete das drei Jahre Gefangenschaft in einem Umerziehungslager. Erst 1977 konnte er sein Studium bei Luo Zhongrong fortsetzen. Als Gewinner eines Absolventenwettbewerbs bekam er 1984 die Chance, für weiterführende Studien nach Frankreich zu gehen, wo er vier Jahre bei Olivier Messiaen studierte. Der weltbekannte Komponist war damals bereits emeritiert, nahm Chen jedoch als seinen „letzten Schüler“ an, weil er Chens großes Potential erkannte: „Mit seiner herausragenden Intelligenz und einem exzellenten ‚inneren Ohr' hat er schnell sämtliche europäische und zeitgenössische Musik assimiliert.“Qigang Chens Werke verbinden auf organische Weise Einflüsse traditioneller chinesischer Volksmusik mit westlicher Orchestersprache. Er bekam Kompositionsaufträge von Radio France, der Deutschen Kammerphilharmonie, dem Stuttgarter RSO, dem Orchestre Symphonique de Montréal und der Koussevitzky Foundation. Von 2004 bis 2006 war er Composer-in-Residence beim Orchestre Philharmonique de Strasbourg. Darüber hinaus wurden seine Werke in China und international mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Als musikalischer Leiter der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 2008 in Peking wurde Chen einem Weltpublikum bekannt. Qigang Chen lebt heute in Paris und Peking.