Pascal Dusapin

Pascal Dusapin Pascal Dusapin | © College de France Pascal Dusapin wurde 1955 in Nancy geboren. Während des Studiums der Kunstwissenschaft und Ästhetik an der Université de Paris IV-Sorbonne erlernte Dusapin das Kompositionshandwerk zunächst eher autodidaktisch. Dann jedoch besuchte er Seminare der Komponisten Olivier Messiaen und Iannis Xenakis. Letzterer wurde für Dusapin zu einem „musikalischen Vater“, unter dessen Einfluss er sich mit den mathematischen und akustischen Gesetzmäßigkeiten von Musik beschäftigte. Dusapins Kompositionen umfassen neben Orchesterwerken und Kammermusik auch zahlreiche Opern, etwa Medeamaterial (1990/91) nach Heiner Müller, die Kammeroper To Be Sung für Sänger, Sprecher, Ensemble und Tonband (1993) nach Gertrude Stein oder Faustus. The Last Night (2006) nach Christopher Marlowe. Neben literarischen Vorbildern bezieht sich Pascal Dusapin in seinen Werken immer wieder auch auf Theater, Tanz und bildende Kunst. Sein Interesse an außermusikalischer Inspirationen äußert sich nicht zuletzt in zahlreichen genreübergreifenden Kollaborationen, etwa mit dem Choreographen und Tänzer Dominique Bagouet, dem Licht-Installationskünstler James Turrell oder dem Schriftsteller Olivier Cadiot, der das Libretto für Dusapins erste Oper Romeo & Juliette (1989) verfasste.Dusapin, der zu den international aktivsten Komponisten Frankreichs zählt, wurde mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet. Dazu zählen der Prix Hervé Dugardin (1979), ein Stipendium der Villa Medici in Rom (1981–83), der Prix du Syndicat de la critique (1993 und 2003), der Prix Symphonique (1994), der Grand Prix National de Musique des französischen Kulturministeriums (1995) sowie der Prix Cino del Duca (2005). 2007 teilte er sich den Prix international Dan David für zeitgenössische Musik mit dem Dirigenten Zubin Metha. Pascal Dusapin hat mit den unterschiedlichsten Musikern, Künstlern und Institutionen zusammengearbeitet, war Composer-in-Residence des Orchestre National de Lyon (1993–94) und unterrichtete Komposition am Collège de France (2006–07). 2006 wurde er als Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München berufen.