Diana Soh:
„Incantare“

Diana Soh © Diana Soh © Diana Soh Diana Soh (geboren 1984) ist eine junge Komponistin aus Singapur. In ihren Kompositionen widmet sie sich zur Zeit vor allem der Erforschung von musikalischer Interaktivität. Ihre kompositorischen Experimente drehen sich häufig um den Gegensatz von oberflächlicher Aktivität und Passivität, zwei Zustände, die sich in ihrer Musik gegenseitig unterbrechen und miteinander interagieren. In letzter Zeit manipuliert sie diese Klänge auch zunehmend mit Live-Elektronik.Ihre Musik wurde auf zahlreichen internationalen Musikfestivals aufgeführt, wie zum Beispiel dem Takefu International Festival (Japan), LSO St.Luke’s (Großbritannien), Royaumont (Frankreich), Acanthes (Frankreich), den Donaueschinger Musiktagen (Deutschland), June in Buffalo (USA) sowie in ihrer Heimat Singapur. Ihre Musik wurde von den Radiosendern BBC und France Musique ausgestrahlt.

Erst kürzlich hat Soh ihr Promotionsstudium an der University of Buffalo bei David Felder sowie den "IRCAM Cursus 1 und 2" (2011-2013) abgeschlossen. Derzeit wohnt sie in Paris, wo als Composer in Residence am Conservatoire D’Ivry Sur mit La Muse en Circuit und dem Ensemble Le Concert Impromptu zusammenarbeitete.

Zur Zeit arbeitet sie an Auftragswerken für das KLANG Festival in Kopenhagen, das Duo Hevans (Amsterdam), den schwedischen Klarinettisten Robert Ek sowie The Singapore Youth Choir Ensemble Singers.

„Incantare“ für Flöte, Klarinette (+ Bassklarinette), Geige, Cello, Klavier und Schlagwerk.

Diana Soh, Incantare; © Diana Soh © Diana Soh „„Incantare“ ist lateinisch für „singen“; „aufsagen“; „mit Zaubersprüchen weihen“. Bei der Konzeption dieses Stück ging ich von der Beobachtung aus, dass die sozialen und kulturellen Begleiterscheinungen der heutigen Konzertmusik rituelle Züge beinhalten. Außerdem beschäftigte ich mich mit der Verbindung zwischen Sprache und stimmlichen Äußerungen auf der einen, und – wenn man so will – immateriellen musikalischen Vorgängen auf der anderen Seite. Ich interessiere mich auch für die unterschiedliche Rolle von Wiederholungen im Theater und in der Musik und frage mich was es heißen kann, in der Musik zu „singen“ (buchstäblich mit der eigenen Stimme oder mit Hilfe eines Instrumentes). Inspiriert von diesem Gedankenfluss habe ich mich bei der Komposition dann von meinem Bauchgefühl leiten lassen.Ich finde es spannend, während eines Konzertes nicht nur der Musik zu lauschen, sondern auch zu beobachten, wie die Musiker sich bewegen und mit Hilfe von Gesten miteinander kommunizieren. Bei der Vorbereitung meiner Komposition habe ich dementsprechend versucht ein geheimes Drama zu gestalten. Dazu habe ich mir nicht nur die akustischen Möglichkeiten des musikalischen Materials und seiner Verarbeitung vor Augen geführt, sondern ebenso die interaktive Dramaturgie der späteren Aufführung in Betracht gezogen – und wie das Material dann von den Musikern verkörpert werden wird. Vor allem möchte ich mit der intimen Klangqualität von Stimmäußerungen experimentieren. Auch das Nebeneinander von scheinbar gegensätzlichen Lautformen und Rhythmen fasziniert mich. Ich hoffe, dass ich damit das Publikum zur Teilnahme an einem Prozess einladen kann. Von einem meditativen Zustand ausgehend, steigert sich dabei, wie durch ein Ritual heraufbeschworen, nach und nach das Energielevel.“