Yukiko Watanabe:
„Inner Cloud“

Yukiko Watanabe © Yukiko Watanabe Yukiko Watanabe wurde in Nagano (Japan) geboren. Zunächst studierte sie Komposition, Klavier und Kammermusik bei Keiko Harada und Michio Mamiya an der Toho Gakuen School of Music in Tokio. Im Jahr 2008 zog sie dann nach Österreich und studierte an der Kunstuniversität Graz bei Beat Furrer. Sie hat an mehreren internationalen Akademien teilgenommen und wurde bei ihren Studien unterstützt von Rebecca Saunders, Georg Friedrich Haas, Georges Aperghis, Steven Kazuo Takasugi and Chaya Czernowin. Sie erhielt mehrere Preise und Stipendien, u.a. von der Nomura Cultural Foundation (2008), der Rohm Music Foundation (2009-12), dem japanischen Amt für kulturelle Angelegenheiten (Bunka-cho, 2013-14) und dem DAAD (2014-).
 
Ihr Stück ver_flies_sen wurde von Universal Edition veröffentlicht, als Teil des Kompositionspreises der Ö1 Talentebörse, den sie 2011 erhielt. Im Mai 2014 wurde ihre zweite Oper Die weiche Mondin im Rahmen eines Universitätsprojektes unter Leitung von Beat Furrer an der Oper Graz uraufgeführt. Sie studiert derzeit im Konzertexamen bei Johannes Schöllhorn an der Hochschule für Musik Köln. 

„Inner Cloud“ für Daegeum, Klarinette, Violine, Viola, Cello, Kontrabass und Klavier

Inspiration Yukiko Watanabe -Alte Stadt, verborgen von goldenen Wolken- | © Yukiko Watanabe
-Alte Stadt, verborgen von goldenen Wolken-
 
„Das Stück Inner Cloud wurde inspiriert von dem Werk Rakuchu-rakugai-zu, einer alten japanischen Wandschirmmalerei, auf der die damalige Hauptstadt Kyoto zu sehen ist. Die Eindrücke, die ich beim Betrachten des Bildes hatte, lassen sich nur in Widersprüchen fassen: fantastisch/realistisch, Miniatur/Großaufnahme, statisch/dynamisch, logisch/unlogisch etc. Für mein Stück habe ich versucht, die Grenze meiner Vorstellungskraft zu überschreiten, indem ich mir Schlüsselwörter überlegte, die zwischen den Extremen stehen.
 
In diesem Stück verwende ich westliche Instrumente und ein koreanisches Instrument, die daegeum. Zwischen diesen Instrumenten existiert kein hierarchisches Verhältnis, ich betrachte sie einfach als Teile eines Klang-Baukastens mit Tönen von unterschiedlicher Farbe. Wie die Gebäude und Tempel im Bild tritt jedes einzelne Instrument zwar nicht dominant, aber dennoch immer wieder auf seine eigene charakteristische Weise auf, als Teil der Gesamtanordnung.“