Thatchatham Silsupan: „Griefs for nothing“

Thatchatham Silsupan Thatchatham Silsupan | Foto: Chiangmai University Thatchatham Silsupan ist Komponist und Klangkünstler. Er lebt und arbeitet in Chiang Mai, Thailand. Er studierte Komposition und Akustik bei Ken Ueno, Franck Bedrossian, Edmund Campion und Cindy Cox an der University of California, Berkeley.

Ursprünglich klassisch ausgebildet, wechselte sein Interesse hin zu experimentellen Formaten, die über die klassische Konzertsituation hinausgehen, wie etwa Klanginstallationen, Kollektivimprovisation, intermediale Arbeiten und partizipative Projekte, in denen Klang als Medium verwendet wird. Unabhängig von ihrer konkreten Form stellen viele seiner Arbeiten Klänge in den Vordergrund, die im traditionellen klangästhetischen Paradigma als ‚unschön‘ überhört werden. Dabei beschäftigt er sich oft mit Konzepten wie Metamorphose und Hybridität, untrennbaren Verflechtungen sowie anderen charakteristischen Narrativen der Musik Südostasiens, die auf ortsspezifischen Prinzipien beruhen.

Thatchatham Silsupan hat zahlreiche Stipendien für Arbeitsaufenthalte erhalten, u.a. an der Harvard University, Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt, International Academy of Moscow Contemporary Music Ensemble, Hong Kong Young Composer Program, Manila Composers Lab und Ensemble TIMF Academy in Bangkok. Darüber hinaus wurden seine Werke aufgeführt beim Asian Music Festival (Japan), ACMF (Korea), Beijing Modern Music Festival (China), Soundbridge (Malaysia), YCMF (Indonesien) und TICF (Thailand). Seine Werke wurden gespielt von Ensembles wie ECO Ensemble, Talea Ensemble, Ensemble Mosaik, MCME, Asian Festival Ensemble, HKNME, TNUA Kammerensemble und Tacet (i).

Zurzeit arbeitet Thatchatham Silsupan als Dozent an Institut für Kunst der Chiang Mai University. Er ist außerdem Co-Direktor des Chiang Mai Collective (CMC), einem offenen Netzwerk für kreative Klangkünstler und Praktiker. Das CMC fördert das experimentelle Musik, Kollektivimprovisation, Mixed-Media-Klangarbeiten und Community-Klangkunst.

„Griefs for nothing“ für Oboe, Klarinette (gedoppelt als Bassklarinette), Fagott, Klavier, Viola, Cello, Kontrabass

„In Griefs for nothing versuche ich, zahlreiche flüchtige Klänge mit der Vorstellung eines unheimlichen Jenseits in Verbindung zu bringen. Die Komposition ist einer Suite von Begräbnisliedern nachempfunden, besonders jenen in der traditionellen Lanna-Musik. Entsprechend besteht es aus mehreren Episoden, in denen die Melodieverläufe jedoch ohne klare Unterbrechung fließen. Griefs for nothing sollte nicht als Form der Zueignung oder Reminiszenz verstanden werden. Es ist vielmehr Ausdruck der Ungewissheit des Lebens, einer ewigen Wahrheit, der sich niemand entziehen kann.“