Kaito Nakahori: „Hotarubi“

Kaito Nakahori Kaito Nakahori | Foto: Kaito Nakahori Kaito Nakahori wurde am 14. September 1989 in Japan geboren und begann schon in jungen Jahren Klavier und Komposition zu lernen. Während seines Studiums in Japan fing er an, sich für zeitgenössische Musik zu interessieren und debütierte als Komponist im Alter von zweiundzwanzig Jahren mit Cracked 1 - at riverside für Violine und Cello im Rahmen eines Porträtkonzerts in Tokio.
 
Seine Musik wurde als eine authentisch-elegante Mischung aus westlichen und östlichen Einflüssen beschrieben, charakterisiert durch eine zeitlose Atmosphäre. Harry Rolnick schrieb über sein Stück Japanese Footbridge für Koto und Kammerensemble: „Die Musik evozierte das nebelhafte Gefühl japanischer Gagaku-Hofmusik – sie klingt hoheitsvoll und erscheint dabei doch statisch, nur die Farben ändern sich.“
 
Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Brian M. Israel-Preis, und seine Auftragskompositionen wurden in den USA, Frankreich, Italien, Belgien, Polen, Spanien, Finnland, Ungarn, Rumänien, Argentinien, Kolumbien, Hongkong, China und Japan von Musikern wie Aki Takahashi, Mari Kimura, Mayumi Miyata und Toshiya Suzuki sowie Ensembles wie JACK Quartett, Ensemble Dal Niente, Avanti! Kammerorchester, Senzoku New Philharmonic Orchestra aufgeführt. Seine Arbeiten wurden unter anderem beim Boston Early Music Festival und bei der Nuova Consonanza, in der Sunrise Hall, der Merkin Hall, der Jordan Hall, der Sala Radio Hall, der Caroline H. Hume Hall und im Hong Kong Culture Centre gespielt. Sein erstes Porträtkonzert in den USA, Music For Peace, fand im Mai 2015 bei den Vereinten Nationen statt.
 
Er hat auch Vorträge gehalten und Meisterkurse gegeben, unter anderem am Japanischen Kulturinstitut in Rom, an der Nationaluniversität von Kolumbien sowie an der Hiroshima City University und daneben als künstlerischer Leiter von Filmfestivals und als Dirigent gearbeitet. Huang Yin-Yus Film After Spring, the Tamaki Family…, für den Nakahori die Filmmusik komponierte, wurde für den besten Dokumentarfilm bei den 2016 Taipei Film Awards nominiert.
 
Kaito Nakahori studierte am San Francisco Conservatory of Music (MM) und, mit Auszeichnung, am Toho College of Music (BM). Er arbeitet zur Zeit bei einer Entertainment-Firma in New York.

„Hotarubi“ für Hichiriki, Violine, Viola, Cello und Kontrabass

Inspiration Kaito Nakahori © gemeinfrei Hotarubi nennt man auf Japanisch das Licht der Glühwürmchen. Diese spielen schon seit langer Zeit eine besondere Rolle in der japanischen Kultur. Seit dem 8. Jahrhundert bis heute ist dieses Insekt ein Symbol für leidenschaftliche Liebe und die Seelen der Toten.

Genau wie die beliebten Kirschblüten im Frühling sind Glühwürmchen in Japan ein flüchtiges Phänomen, denn sie erleuchten die Nächte aufgrund ihrer kurzen Lebensspanne nur für wenige Tage. Vielleicht neigen wir deshalb dazu, dem kurzen Moment des Glanzes dieser Insekten eine besondere Schönheit zuzusprechen.

In diesem Stück für die japanische Doppelblattflöte Hichiriki und Streicher möchte ich auf behutsame Weise den ästhetischen Sinn für dieses blasse Licht schärfen."