Chia-Ying Lin: „Viaggio della Seta“

Chia-Ying Lin Chia-Ying Lin | Foto: Chia-Ying Lin Chia-Ying Lin, geboren 1990, ist eine Komponistin aus Taiwan. Sie studierte Komposition bei Tsung-Hsien Yang an der Taipei National University of Arts und bei Philip Grange an der University of Manchester, wo sie ihren Master-Abschluss 2012 mit Auszeichnung absolvierte. Ihr Studium wurde von der taiwanesischen Regierung mit einem Stipendium unterstützt sowie durch den Harry Clough Award und den Emmy Watts Memorial Fund gefördert. Im Jahr 2015 wurde sie beim dritten Internationalen Jean Sibelius Kompositionswettbewerb für ihr Klavierwerk The Gaze ausgezeichnet. Im selben Jahr gewann sie auch den ersten Preis beim Internationalen Kompositionswettbewerb Piero Farulli für ihr Streichquartett.
 
Lins Arbeiten wurden in Taiwan, Italien, Finnland und in Großbritannien von dem National Taiwan Symphony Orchestra sowie verschiedenen Ensembles und Solisten wie Psappha, Quartetto Maurice und Vaganza aufgeführt. Ihre Werke wurden auf Festivals wie dem PlayIt! Festival (Florenz) und dem Mänttä Musikfestival (Finnland) gespielt, ebenso in der National Concert Hall (Taiwan), dem Teatro Verdi Firenze (Italien), dem Rathaus Hämeenlinna (Finnland), dem Serlachius-museo Gösta (Finnland), der Cosmo Rodewald Concert Hall (GB) und dem Senate House in London. Ihre Musik wurde von Yleisradio Oy, der öffentlichen Rundfunkanstalt Finnlands, sowie von Rai Radio 3 in Italien ausgestrahlt. Lins Streichquartett wurde von Casa Ricordi herausgegeben und ihr Orchesterwerk Occultra vom National Taiwan Symphony Orchestra eingespielt.
 
Zur Zeit lebt sie mit Unterstützung eines zweijährigen Stipendiums der taiwanesischen Regierung in Rom. Sie erhielt zudem eine Projektförderung vom Taiwan Music Institute, mit deren Hilfe sie 2017 am Programm der Peter Eötvös Contemporary Music Foundation in Budapest teilnehmen kann.

„Viaggio della Seta“ für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Violine, Viola, Cello, Kontrabass und Klavier

Inspiration Chia-Ying Lin Foto: Chia-Ying Lin "Dieses Stück wurde von Seide und deren Geschichte inspiriert. Seide ist nahezu durchsichtig und sehr leicht, aber dennoch wertvoll.

Seide kam ursprünglich aus Asien, wurde jedoch bald aufgrund ihrer Textur und ihres Glanzes auch in Europa zu einem beliebten Luxusgut. Die Römer etwa waren ganz verrückt nach asiatischer Seide – was sich auch in den alten Geschichten über die „Seidenstraße“ wiederspiegelt. Aus Klang gewebt, begibt sich dieses Stück auf eine fantastische musikalische Reise zur Seide."