Yu Kuwabara:
„Six Voices“

Yu Kuwabara Yu Kuwabara | Foto: Kenichi Sugimoto Yu Kuwabara ist eine japanische Komponistin und lebt in Tokio. In ihrer Musik fragt sie, wer sie selbst ist. Seit einigen Jahren erforscht und studiert sie traditionelle japanische Kunst und Musik, um ihre Ursprünge und ihre eigene Position zu klären. Sie hat mit zahlreichen Künstlern zusammengearbeitet, die japanische Kunstformen praktizieren, darunter Noh-Schauspieler, ein Rakugo-Erzähler, ein buddhistisches Gesangsensemble und andere traditionelle Musiker. Sie hat mit einem Master an der Tokyo University of the Arts abgeschlossen und an renommierten Festivals, Akademien und Programmen für Komponisten teilgenommen, u.a. Sommerakademie Schloss Solitude, implus, Internationaler Ferienkurs für Neue Musik Darmstadt, Voix nouvelles der Stiftung Royaumont, Divertimento Ensemble International Workshop for Young Composers und Lucerne Festival Academy Composer Seminar. Ihre Arbeiten wurden in Asien, Europa und den USA aufgeführt, u.a. vom Tokyo Philharmonic Orchestra, den Ensembles SurPlus, Phorminx, Mise-en, Talea, dem Divertimento Ensemble und den Lucerne Festival Alumni, sowei Musikern wie Stefan Hussong, Camilla Hoitenga, Claire Chase und anderen. Sie war zudem Creator-in-Residence bei der Tokyo Wonder Site Aoyama. Ihre Musik wird herausgegeben von Edition Wunn, Deutschland.

„Six Voices“ für Solo-Shakuhachi, Flöte, Klarinette, Geige, Bratsche und Cello

Inspiration Yu Kuwabara Foto: Yu Kuwabara Mein musikalisches Schaffen ist ein Versuch, die Frage zu stellen, wer ich bin. Seit einigen Jahren forsche ich zu traditioneller japanischer Musik, Kunst und Geistesgeschichte, um meine Ursprünge und meine eigene Position zu fassen. Dazu habe ich auch mit zahlreichen Künstlern zusammengearbeitet, die  japanische Kunstformen praktizieren. In meinen Kompositionen untersuche ich meine eigene musikalische Sprache zwischen Vergangenheit und Gegenwart, ebenso wie zwischen Japan und der Welt. Ich versuche dabei immer zu reflektieren, was die Essenz und die Natur japanischer Musik ist. Ich habe noch keine definitive Antwort finden können. Aber durch meine Erfahrungen bei der Erforschung japanischer Musik und in der Zusammenarbeit mit traditionellen Musikern, habe ich herausgefunden, dass Klang so funktioniert wie Energie, die sich biegen und dehnen lässt, sowohl expandieren als auch zusammenschrumpfen kann. Ich habe das Gefühl, dass traditionelle japanische Musik mit unterschiedlichen Gradierungen und Spannungsabstufungen des Klanges arbeitet. Das Stück Six Voices ist dementsprechend Teil eines Prozesses, der Versuch, die Grade an Spannung zu kontrollieren, welche als Energie den Klängen selbst innewohnen.