Chin Ting Chan:
„Double Exposure“

Chin Ting Chan Chin Ting Chan | Foto: Chin Ting Chan Chin Ting Chan (geb. 1986), Komponist aus Hongkong mit Wohnsitz in den USA, hat an der University of Missouri-Kansas City (D.M.A.-Abschluss) sowie an der Bowling Green State University und der San José State University studiert. Er war Stipendiat und Gastkomponist unter anderem bei Festivals wie IRCAMs ManiFeste (Paris, 2013 und 2018), dem ISCM World Music Days Festival (Tongyeong, Südkorea, 2016), dem UNESCO International Rostrum of Composers (Tallinn, Estland, 2015). Er hat mit Ensembles wie dem City Chamber Orchestra of Hongkong, dem Ensemble InterContemporain, dem Ensemble mise-en, dem Ensemble Signal, dem US-Sextett Eighth Blackbird und dem Mivos Quartet zusammengearbeitet, mit Auftritten in mehr als zwanzig Ländern. Er wurde mit dem American Prize (2013) prämiert und erhielt weitere Auszeichnungen und Kompositionsaufträge von ASCAP, Association for the Promotion of New Music, Charlotte Street Foundation, EAR Classical, Foundation for Modern Music, Hong Kong Composers’ Guild, MidAmerican Center for Contemporary Music, Interdisciplinary Festival for Music and Sound Art – Shut Up and Listen!, Lin Yao Ji Music Foundation of China, Music Teachers National Association, newEar, New-Music Consortium, Soli fan tutti Composition Prize, Virginia Center for the Creative Arts and the WOCMAT International Phil Winsor Computer Music Competition. Er ist Assistant Professor für Komposition an der Ball State University in Muncie, Indiana.

„Double Exposure (2017)“ für Flöte, Klarinette, Percussion, Klavier, Geige und Cello

Inspiration Chin Ting Chan Foto: Chin Ting Chan Meine Musik dreht sich um die Idee der Emergenz, bei der größere musikalische Phrasen durch kontinuierliche Veränderung und Überlagerung kleinerer Einheiten entstehen. Das musikalische Material ist oft inspiriert von meinen Eindrücken der visuellen Welt und besteht aus sich bewegenden abstrakten Formen - Formen, die ich von Alltagsgegenständen, imaginären Landschaften sowie zwischenmenschlichen Interaktionen ableite. Meine Komposition Double Exposure bezieht dieses Konzepte in die Musik ein und konstruiert dabei Gesten, die meine Visionen in Klang umsetzen. Der Titel ist inspiriert von einer gleichnamigen fotografischen bzw. kinematografischen Technik, nämlich die Überlagerung von zwei Aufnahmen zur Erzeugung eines einzelnen Bildes. Dies führt zu einem Effekt, der dem sogenannten „Faltungshall“ entspricht und Aspekte beider Quellen. Wird ein Foto ein zweites Mal belichtet, so legt sich über das Original ein weiteres Bild. Dieser visuelle Effekt wird häufig verwendet, um geisterhafte Bilder zu erzeugen oder das Bild mit Materialien zu ergänzen, die ursprünglich nicht vorhanden waren.