Oli Jan:
„Le Carnaval des Animaux en Danger. I. Philippine Eagle“

Oli Jan Oli Jan | Foto: Shan Yeh Oli Jan, geboren 1987, ist ein taiwanesischer Komponist mit Wohnsitz in Edinburgh, Großbritannien. Er hat Abschlüsse in Komposition und Literatur und schreibt häufig Musik, die audio-semiotisches und audio-visuelles Zusammenspiel beinhaltet, wobei er versucht, Kernaspekte des Emotionsausdruckes und der Musikwahrnehmung zu integrieren. Seine Kompositionen, manchmal kombiniert mit zeremoniellen Elementen, Film, Theater und anderen Medien, wurden auf japanischen Shinto-Festivals, auf Film- und Kunstfestivals in Europa, sowie im Rahmen von Konzerten aufgeführt. Nach seiner Ankunft in Großbritannien wurde sein kompositorisches Talent 2017 von Sir James MacMillan sowie dem Arts Council England gelobt. Seit 2018 ist Jan Oli LKAS-Stipendiat an der University of Glasgow, wo er sich auf die Komposition experimentellen Musiktheaters und verkörperte Kognitionsforschung konzentriert.
 

„Le Carnaval des Animaux en Danger. I. Philippine Eagle (2018)“ für Flöte, zwei Geigen, Bratsche, Cello und Klavier


Inspiration Oli Jan Foto: Oli Jan Le Carnaval des Animaux en Danger ist ein experimentelles Musiktheaterstück, das den Klang gefährdeter Tiere aus dem Medienarchiv Macaulay Library (www.macaulaylibrary.org) mit Musikbewegungen kombiniert. Die zentrale Idee des Stücks ist, dass Bewegung ein wesentlicher Aspekt von Musik ist. Selbst wenn man Musik nur hört, nimmt man sie in gewissem Maße als Bewegung wahr und neigt unbewusst dazu, mit synchronisierten körperlichen Bewegungen zu reagieren. Dieses Stück untersucht und manipuliert explizit diesen Mechanismus, indem es zwischen der Transkription der Vogelstimmen des philippinischen Adlers (Pithecophaga jefferyi), gespielt von der Flöte, und den Sätzen der Musiker im Klavierquintett  visuelle Bilder herstellt und dekonstruiert. Am Ende hört das Vogelgezwitscher auf, aber die Bewegungen finden ein letztes Mal statt, womit die Bildsprache aufgebrochen wird. Das Fehlen des Vogelgezwitschers führt zu einem Gefühl der Entfremdung, das die thematische Sorge über die Gefährdung der Tierart widerspiegelt. Sie könnte bald vollständig von der Erde verschwunden sein.