Jihyun Kim:
„Consolation“

Jihyun Kim Foto: Hye-Jung Jang Jihyun Kim wurde 1988 in Seoul, Südkorea, geboren. Sie studierte Komposition an der Seoul National University bei Shinuh Lee, schloss ihr Studium (Bachelor of Music) frühzeitig ab und erwarb im Anschluss auch einen Master-Titel in Komposition. Ihr Studium an der Indiana University, wo sie bei Don Freund, Aaron Travers und PQ Phan studierte, schloss sie ebenfalls mit einem Master of Music ab. Derzeit promoviert sie an der Rice University in Musikwissenschaft und studiert bei Karim Al-Zand, Shih-Hui Chen, Pierre Jalbert, Arthur Gottschalk und Richard Lavenda.

Ihre Kompositionen wurden auf zahlreichen Festivals in Korea aufgeführt, etwa auf der Korean Music Expo, beim Daegu International Contemporary Music Festival, beim Pan Music Festival und bei den ISCM World Music Days 2016. Ihre Werke wurden auch in den USA und in Europa aufgeführt, unter anderem bei der SCI Conference, beim John Donald Robb Composers Symposium 2017, beim ISCM New Music Miami Festival 2017, beim Oregon Bach Festival 2018, beim Earshot Workshop sowie beim International Symposium of Neue Musik in Curitiba (Brasilien). Darüber hinaus gewann sie den zweiten Preis des American Prize 2017 sowohl für Vokal- als auch für Chormusik. Sie gewann auch den Libby Larsen-Preis im Internationalen Wettbewerb für Frauen in der Musik und den Merit Award im Lin Yao Ji-Kompositionswettbewerb in Hongkong. Kürzlich kuratierte sie das 2. Annual Korean Music Festival 2019 Voice of Korea in Houston, Texas.
 

„Consolation (2017)“ für Flöte, Klarinette, Klavier, Geige, Bratsche, Cello und Bass

Inspiration Jihyun Kim Foto: public domain Franz Liszt komponierte zwischen 1849 und 1850 sechs Solo-Klavierwerke, die unter dem Titel Tröstungen (S. 172) bekannt wurden. Das Stück Consolation – Hommage à Franz Liszt (2017) ist inspiriert von der dritten und beliebtesten Tröstung in Des-Dur. Es wird der erste Satz daraus zitiert und untersuche, wie er sich transformieren lässt, damit der ihm innewohnende Trost noch effektiver zum Ausdruck kommt. Um dessen Bedeutung hervorzuheben, wurde der Kontext geändert, so dass Liszts Melodie in ungewohnter Umgebung ihre symbolische Bedeutung maximieren und weiter vertiefen kann. Der dafür neu geschaffene Kontext umfasst unterschiedliche musikalische Stimmungen, wobei der Schwerpunkt auf den Kontrast zwischen einer reinen und einer gleichförmigen Stimmung liegt, begleitet von besagter Stelle aus Liszts Tröstungen. Die wiederholten Töne aus Liszts Komposition werden über den Hintergrund einer reinen Stimmung eingeführt und mischen sich allmählich mit dem Klang einer gleichförmigen Stimmung, was zu musikalischer Spannung führt. Diese musikalische Spannung endet mit Liszts Originalmelodie. Ziel ist, durch die Schaffung des neuen Kontexts mittels der zwei unterschiedlichen Stimmungen für Liszts Originalmelodie neue Möglichkeiten der Melodie auszuloten, damit die Bedeutung von Trost tiefer zum Ausdruck kommt.