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4. April 2018
Zum Merck Social Translating Projekt

Sunanda Mahajan
Foto: Goethe-Institut Korea/OZAK

Von Sunanda Mahajan. Das Übersetzen eines literarischen Textes ist jedes Mal ein Wagnis. Als ich vom Goethe-Institut nach einer Beteiligung am Social Translating Projekt gefragt wurde, freute ich mich natürlich auf das Projekt. Gleichzeitig fiel mir auf, dass ich den Begriff zunächst richtig klären muss. Spontan stellte sich mir die Frage “I will translate, but what is so social about it?“

Das Übersetzen eines literarischen Textes ist jedes Mal ein Wagnis. Als ich vom Goethe-Institut nach einer Beteiligung am Social Translating Projekt gefragt wurde, freute ich mich natürlich auf das Projekt. Gleichzeitig fiel mir auf, dass ich den Begriff zunächst richtig klären muss. Spontan stellte sich mir die Frage “I will translate, but what is so social about it?“ Daher war die Aufregung groß, als ich im November nach Seoul flog. Das Treffen mit dem Team des Goethe-Instituts, dessen Mitarbeiterinnen das Projekt sowohl inhaltlich als auch technisch entworfen und in Gang gesetzt haben, und dem Gründer der Lectory-Plattform war sehr ergiebig. Wir wurden mit technischen und anderen Dingen vertraut gemacht und der Modus der virtuellen Kommunikation auf der Lectory-Plattform wurde erklärt und geübt. Weiterhin ermöglichte der Dialog mit den anderen Übersetzerinnen und Übersetzern Einblicke in verschiedene Varianten der eigentlichen Übersetzungspraxis. Thomas Melle, der Autor des zu übersetzenden Textes, meldete sich leider krank. Der direkte Kontakt fehlte uns, den dort versammelten Übersetzerinnen und Übersetzern, sehr. Das Treffen hätte durch seine Anwesenheit eine andere Dimension bekommen. Aber mit den modernen technischen Mitteln konnten wir eine Video-Konferenz mit dem Autor vereinbaren, die dann sehr gut lief und sich als guter Ersatz erwies.   

Zu Beginn habe ich nicht geahnt, wie sehr das virtuelle Treffen und die Möglichkeit, Fragen, Antworten, Kommentare und audio-visuelle Bezüge einzufügen, den eigentlichen Vorgang des Übersetzens unterstützt. Aber nach den ersten etwas unsicheren Schritten kam ich schnell zurecht und die Lectory-Kommunikation wurde nutzbringend. Meine Erfahrung beim Übersetzen ist, dass ich bei  jedem Text in vielen Wörterbüchern nachschlagen, vielen anderen Quellen nachgehen und zusätzlich noch  einen freundlichen Muttersprachler konsultieren muss, um Kontexte, Bezüge und Anspielungen auf kulturelle, soziale und politische Einzelheiten zu verstehen. Beim Social Translating konnte ich mir diese Umwege sparen. Thomas Melle kann man hier nur loben, seine Inputs sind immer die beste Orientierung. Er bringt dem Leser nicht nur neue Einsichten in den Text, sondern weist auch auf andere Zugänge zum Text hin. Das Zusammenspiel weiterer Muttersprachler auf der Lectory Platform  mit unserer Gruppe von sehr fleißigen und effizienten Übersetzern hatte für den Diskurs sehr positive Auswirkungen.

Ich nehme an, dass die Lectory Platform auch im Bereich der Lehre, insbesondere beim Literaturunterricht, gewinnbringend eingesetzt werden kann. Man könnte dadurch die Studierenden zur intensiven Lektüre und zum hemmungsfreien Meinungsaustausch bringen, was bei Seminaren manchmal nicht einfach ist.

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