Martin Minarik
Taekwondo zwischen Spektakel und Ritual

Taekwondo zwischen Spektakel und Ritual
Foto (Ausschnitt): © Promedia Verlag, 2014
Taekwondo erfreut sich nicht nur in Korea großer Beliebtheit – auch in Deutschland und dem deutschsprachigen Raum finden sich viele, die diese Kampfkunst begeistert praktizieren. In westlichen Gesellschaften stehen ostasiatische Kampfkünste für Sport, Selbstverteidigung und Philosophie. Doch dienen viele von ihnen in heutiger Form vor allem auch der gezielten Pädagogisierung ihrer Praktizierenden. Dabei bedienen sie sich einer gewissen, mehr oder weniger ausgeprägten theatralen Stilisierung.
Diesen Aspekt ostasiatischer Kampfkünste untersucht Martin Minarik anhand des Taekwondo in seiner Arbeit Taekwondo zwischen Spektakel und Ritual-Kampfkunst im sozialpolitischen Kontext. Neben Theater- und Performance-theoretischen Ansätzen werden auch solche aus der Anthropologie der Rituale herangezogen.
 
Der Autor arbeitet die performativen Elemente, die charakteristisch für das Taekwondo sind, heraus und zeigt auf, wie sie Gruppendynamiken beeinflussen können. Anhand von Training, Wettkampf und Demonstrationen (öffentliche Darbietungen von choreographierten Kampfszenen und Bruchtests zu Musik mit Show-Charakter) wird die besondere Bedeutung von Ästhetik in der Praxis untersucht. Weiter wird dargelegt, dass Ästhetik und die Ausrichtung auf ein Publikum zentral für die Entwicklung des heutigen Taekwondo waren und auch weiterhin sind.
 
Martin Minarik wurde 1986 in Bratislava in der heutigen Slowakei geboren. Er studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaften, Philosophie und Ostasienwissenschaft in Bielefeld und Wien. Derzeit promoviert er am Institut für Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg über die Inszenierung von Normen, Werten und Idealen in der Praxis des Taekwondo. Er ist Träger des 3. Dan (World Taekwondo Federation).

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