10 Fragen an
Sung-Hyung Cho

Sung-Hyung Cho während der Dreharbeiten zum Film „11 Freundinnen“
Sung-Hyung Cho während der Dreharbeiten zum Film „11 Freundinnen“ | Foto: Tobias Engelhard, © Pandorafilm

„Heimatfilme“ nennt die in Korea geborene Regisseurin Sung-Hyung Cho ihre ortsspezifischen Dokumentarfilme. Seit über 20 Jahren lebt sie in Deutschland, wo sie Kunstgeschichte, Medienwissenschaft und Philosophie studierte. Mit Full Metal Village, ihrem preisgekrönten Dokumentarfilm über das Heavy-Metal-Festival in dem norddeutschen Dorf Wacken, gelang ihr 2006 der Durchbruch. Drei Jahre später folgte Endstation der Sehnsüchte, der vom „Deutschen Dorf“ in Südkorea handelt. Diese als Altersruhesitz gedachte im deutschen Stil gehaltene Wohnanlage wurde eigens für jene Koreaner errichtet, die in den 60iger und 70iger Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland gingen. Skurril und anrührend erzählt der Film einfühlsam, wie drei deutsche Rentner ihren koreanischen Ehefrauen in deren Heimat folgen, um den gemeinsamen Lebensabend dort zu verbringen. Sung-Hyung Chos neuester Film dokumentiert die Vorbereitung und Teilnahme der deutschen Frauennationalmannschaft an der Fußballweltmeisterschaft 2011. Am 23. Mai 2013 wird 11 Freundinnen in die Kinos kommen.
 

1. Was ist für Sie „typisch deutsch“?

Sparen und meckern über Dinge, die gar nicht so schlecht sind.

2. Wann und wie kamen Sie zum ersten Mal in Berührung mit Deutschland?

In meiner Kindheit, als mir meine Mutter eine Barbie-Puppe und noch viele andere Wunderspielzeuge aus Deutschland geschenkt hat.

3. In welcher Weise hat die Begegnung mit Deutschland Ihr Schaffen oder Ihr Leben beeinflusst?

Einfach total! Deutschland bedeutet für mich Freiheit und Nährboden.

4. Was war Ihr schönstes Erlebnis in Deutschland?

Das schönste? Oh, das weiß ich nicht. Aber es gibt sehr viele schöne Momente: z.B. als ich meinen geliebten Mann kennenlernte, oder die Begegnungen mit den wunderbaren Menschen, die ich filmte.

5. Haben Sie einen Lieblingsort in Deutschland?

Ja! Waaaaaacken!!! [Anm.: Drehort des Films Full Metal Village]

6. Auf was könnten Sie in Korea gerne verzichten?

Darauf, dass sich alle hemmungslos in das Leben der Anderen einmischen, und nicht zuletzt auf die politischen Gruppierungen mit Monopolanspruch auf die Wahrheit.

7. Womit haben Sie sich in der letzten Zeit beschäftigt?

Mit dem Frauenfußball und dem Druck bei Leistungssportlern.

8. Was sind drei Dinge ohne die Sie nicht auskommen, die Sie immer bei sich haben?

Ein buddhistisches Armband, meinen Mann (leider kann ich ihn nicht immer bei mir haben) und meinen Geldbeutel.

9. Welche Kulturleistung aus Deutschland beeindruckt Sie am meisten?

Kritisches Bewusstsein, besonders der Umgang mit der eigenen Vergangenheit und das Umweltbewusstsein.

10. Wie schmeckt Deutschland?

Natürlich und nahrhaft.

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