Future Perfect
Die nachhaltige Energie junger Ideen

Guy Ryan, Gründer und CEO von Inspiring Stories |
Guy Ryan, Gründer und CEO von Inspiring Stories | Foto (CC-BY-ND): Inspiring Stories

Die Organisation Inspiring Stories unterstützt junge Menschen in Neuseeland dabei, ihre Ideen für eine bessere Zukunft umzusetzen.

Zu einer Zeit, wo die Menschheit zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen hat, will Inspiring Stories junge Menschen dazu ermutigen, die Welt nach besten Kräften zu verändern. Inspiring Stories ist eine Wohltätigkeitsorganisation, die junge Menschen in Neuseeland dabei unterstützt, komplexe gesellschaftliche Fragestellungen in Angriff zu nehmen, von Energieverbrauch und Lebensmittelproduktion bis zum Umweltschutz.

Nach Auffassung von Gründer und CEO Guy Ryan wollen junge Menschen lieber jetzt gleich etwas Positives tun, als 20 Jahre damit zu warten. „Junge Menschen sind risikofreudiger, weil sie noch keine Familie zu ernähren und keine Hypothek abzuzahlen haben, dafür aber Ehrgeiz, Optimismus und Tatendrang mitbringen“, sagt Ryan. Die Organisation möchte sich diese Einstellung zunutze machen.

Was braucht es, um die Welt zu verändern

Ryans Interesse an und Engagement für soziale Fragestellungen begann während seiner Studiumzeit, als er ein vierwöchiges Abenteuerfestival organisierte, bei dem die Teilnehmer Bäume pflanzten und an abgelegenen Stränden Neuseelands Müll aufsammelten und entsorgten. Außerdem hat er einen preisgekrönten Film über junge Menschen in Neuseeland gedreht, die Lösungen zum Klimawandel entwickeln. „Für mich fing das alles an, als ich vom Klimawandel hörte“, sagte Ryan. „Ich erkannte, dass es in dieser Frage vor allem an Führungsarbeit fehlte. Gleichzeitig sah ich die unglaubliche Energie und den großartigen Erfindergeist junger Menschen, die sich fragen, was es denn braucht, um die Welt zu verändern.“

Seit ihrer Gründung im Jahr 2011 hat Inspiring Stories mit fast 5.000 jungen Menschen in Neuseeland zusammengearbeitet. Die Organisation bündelt ihre Arbeit in drei Hauptinitiativen: Live the Dream, ein Sommerprogramm für junge, sozial verantwortliche Unternehmer; das Festival for the Future, eine jährliche Tagung für junge Innovatoren und Einflussnehmer, und Making a Difference, ein jährlich stattfindender Filmwettbewerb, der negative Stereotypen über junge Menschen entkräften soll.

Das Programm Live the Dream fördert sozial verantwortliches Unternehmertum. Millennials, also Menschen, die um die Jahrtausendwende Kinder oder Jugendliche waren, neigen stärker als alle ihre Vorgängergenerationen dazu, Kauf- und Berufsentscheidungen nach ethischen und sozialen Kriterien zu treffen, Dadurch entsteht ein Markt für Produkte und Dienstleistungen, die sich positiv auf die Gesellschaft und Umwelt auswirken. Ryan betont, dass es in Neuseeland umfangreiche Möglichkeiten zur Förderung wachstumsstarker Unternehmen gibt, aber nur wenig Unterstützung für sozial verantwortliche Initiativen.
 
  • Die Teilnehmer des Foto (CC-BY-ND): Inspiring Stories

    Die Teilnehmer des "Live the Dream"-Inkubatorprogramms am Pipitea Marae in Wellington

  • Bonnie Howland, Kiran Pael und Alex Whitcombe sind Teilnehmer des Foto (CC-BY-ND): Inspiring Stories

    Bonnie Howland, Kiran Pael und Alex Whitcombe sind Teilnehmer des "Live the Dream"-Inkubatorpgrogramms für junge Social Entrepreneurs

 

Ehrgeiz und Risikobereitschaft

Am Live-the-Dream-Programm 2015/16 nehmen 58 junge, sozial eingestellte Unternehmerinnen und Unternehmer teil, die ein neunwöchiges Intensivprogramm an der Universität in Wellington, Auckland oder Christchurch absolvieren. Zum Ende des Programms sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Ideen ausgetestet, ein machbares Unternehmensmodell entwickelt, einen 90-tägigen Geschäftsplan erstellt, ein Netz von Mentoren und Freunden aufgebaut und ihre Ideen potenziellen Investoren vorgelegt haben.

Auch wenn nicht alle früheren Teilnehmer des Programms ihre Unternehmsideen über den Abschluss von Live the Dream hinaus weitergeführt haben, nahmen sie dennoch übertragbare unternehmerische Kenntnisse aus dem Programm mit, die sich auf künftige Projekte anwenden lassen. Zu den Teilnehmern von Live the Dream 2014/15 gehörte Bonnie Howland, 19 Jahre, die die Beauty-Marke Indigo & Iris ins Leben rief. Mit dem Umsatzerlös des ersten Produkts des Unternehmens, einer Mascara aus biologischen Inhaltsstoffen, sollen sehkraftwiederherstellende Operationen auf den pazifischen Inseln finanziert werden.

Weitere von den Absolventen des Programms 2014/15 gegründete Unternehmungen sind:
  • Plastic Diet, zur Reduzierung der Menge von einmalig verwendetem Kunststoff in Neuseeland,
  • Y.I.Design, das Gemeinschaften dazu anregen möchte, ihre Ressourcen zusammenzulegen und Gebäude zu entwickeln, die das Zusammenleben im urbanen Umfeld verbessern,
  • Grow Aotearoa, zur Stärkung der Lebensmittelautonomie über den Eigenanbau von Lebensmitteln im Garten,
  • For Purpose, eine Plattform, die Gemeinschaften in die Lage versetzt, den Übergang zu erneuerbarer Energie durch Crowdfunding-Investitionen zu finanzieren.

Wandel aus einem kleinen Land


„Das Wichtigste ist der Aufbau von Kapazitäten. Live the Dream ist sehr praxisorientiert und unterstützt junge Menschen bei der Entwicklung von Ideen und Lösungen, um sicherzustellen, dass die Projekte nicht vollkommen von Zuschussfinanzierung abhängig sind“, so Guy Ryan. Für 2016 plant die Organisation ein einjähriges Pilotprogramm zur Unterstützung sozial verantwortlicher Unternehmer im Alter von 18 bis 25, die in ländlichen Gegenden leben.

„Neuseeland ist ein einzigartiges Land für die Erprobung solcher Projekte. Niemand kann das ganz so gut wie wir“, erklärt Ryan. „Wir haben eine kleine Bevölkerung, was es relativ einfach macht, sich in einem Saal mit den richtigen Menschen zu versammeln, um Partnerschaften und Beziehungen aufzubauen. Die Finanzierung ist zwar immer eine Hürde, aber das macht uns auch erfinderischer und kreativer.“

Ryan, der 2015 seinen 30. Geburtstag feierte, ist der Ansicht, dass Inspiring Stories von jungen Menschen geleitet werden sollte. Er will darum die Leitung der Organisation in den nächsten Jahren an einen Nachfolger weitergeben. Was auch immer als nächste Aufgabe auf ihn zukommen mag, Ryan ist sich sicher, dass junge Menschen bei der Lösung der großen Probleme unserer Zeit eine entscheidende Rolle spielen können.

„Diese Arbeit macht mir total Spaß“, sagt er, „die Verbindung mit jungen Menschen, die den Mut und die Motivation aufbringen, vorzutreten und zur Verbesserung der Welt beizutragen, erfüllt mich mit großem Stolz und großer Energie.“

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