PASCH-Lehrerseminar Ostasien
„PASCH ist ein Geschenk“

Pasch-seminar
ⓒ Goethe-Institut Mongolei/Bertsetseg Bumaakhuu

Vom 11. bis 15. September 2017 fans in Ulan Bator das PASCH-Lehrerseminar Ostasien 2017 statt. Unter der Leitung der Fortbildnerin Christiane Bolte-Costabiei begegneten sich 16 Deutschleherinnen und -lehrer von PASCH-Schulen aus Ostasien. Sie entwickelten eine Woche lang gemeinsam länderübergreifende Projekte für ihre Schulen.

Am Sonntag, den 10. September machten sich PASCH-Lehrerinnen und –Lehrer und PASCH-Koordinatoren aus allen Himmelsrichtungen Ostasiens auf in die Hauptstadt der Mongolei. Im Khuvsgul Lake Hotel im Stadtzentrum von Ulan Bator lernten sich am Montag alle beim „Speed Dating“ kennen und konnten schon einige Gemeinsamkeiten anhand ihrer Handy-Fotos entdecken (Hunde, Kinder, Sport, Essensvorlieben…). Nachmittags erlebten die Teilnehmer selbst Projektarbeit: in Kleingruppen entdeckten sie die Stadt und schossen Fotos mit iPads. Mit der App „PicCollage“ erstellten sie Collagen zu verschiedenen Themen, zum Beispiel „Kleidung in Ulan Bator“.
 

Pasch-seminar ⓒ Goethe-Institut Mongolei/Bertsetseg Bumaakhuu

Die Mongolei: Land & Leute
Am Dienstag präsentierten alle ihre Erlebnisse: analog durch kleine Szenen oder Standbilder und digital mit digitalen Collagen. Alle waren fasziniert von der individuellen Kleidung der jungen Leute, den Trachten und den bunten Kinderstiefeln. Fotos vom mongolischen Schach und dem Verkehr fehlten auch nicht. In Kleingruppen probierten die Teilnehmer jeden Tag das vielfältige mongolische Essen. Sehr beeindruckend war die Gastfreundschaft des Goethe-Instituts Mongolei und die unermüdliche Hilfe und die landeskundlichen Erklärungen der mongolischen Deutschlehrerinnen. 

„Ger“-Camp und Länderabend
Am Mittwoch ging es nach einer Führung mit einer mongolischen Expertin durch das Nationalmuseum zur nächsten Station: ein Besuch der Mongolisch-Russischen Schule, die auch zum PASCH-Netzwerk gehört. Nach einem sehr herzlichen Begrüßungsritual und einer Sing- und Tanzperformance von großen und kleinen Schülern in der Schule führte der Weg weiter mit dem Bus in den Terelj-Nationalpark zum „Red Rock Resort“. Dort übernachteten die PASCH-Lehrer zu zweit, zu dritt oder zu viert in modernen „Gers“ (mongolische Zelte) mit Bodenheizung. Toilette und Dusche befanden sich im Haupthaus.

In einem großen Ger trafen sich abends alle zum gemeinsamen Essen. Serviert wurde das traditionelle Festessen „Khorkhog“, mongolischer Fleischtopf mit heißen Steinen, in sehr großen Töpfen. Beim interkulturellen Länderabend wurde anschließend die Vielfalt Ostasiens erlebbar: Sprache, Landschaft, Musik, Tanz, Süßigkeiten und Trachten wurden aus China, Japan, Korea, der Mongolei, Taiwan und Hongkong vorgestellt. Alle lernten den chinesischen Scherenschnitt, japanisches Origami und kantonesische Sprichwörter kennen. Besonders gefiel den Teilnehmern „die schöne, gemütliche Atmosphäre zwischen den Kollegen, als ob wir uns schon länger kennen“.
 
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Sechs interkulturelle Ideen: die Projektergebnisse
Ihre Ideen für gemeinsame Unterrichtsprojekte skizzierten die Teilnehmer am Donnerstag auf großen Plakaten, die sie sich um die Schultern hängten. Als „lebende Littfaßsäule“ wanderten sie durch den Seminarraum und versuchten, Partner mit ähnlichen Ideen zu finden. Solongo und Oyunbileg aus der Mongolei fanden, „dass es hier im Seminar ganz leicht ist, einen Austauschpartner zu finden. PASCH verbindet uns. Es geht nicht nur um Deutschland. Es gibt auch Möglichkeiten, Deutsch in Ostasien anzuwenden! Das wissen wir jetzt“.

Aus den Ideen der Teilnehmer entstanden sechs länderübergreifende Projekte, darunter ein internationaler Kochabend, eine Modenschau und „eine Reise auf dem T-Shirt“. Zwei Schulen wollen japanische und chinesische Snacks vergleichen. Ein anderes Paar möchte sich gegenseitig die Heimatstädte vorstellen. In einem Projekt geht es um die Fotoleidenschaft der Schüler. Liao Minyi findet, dass es bei Projektarbeit auf die Vorbereitung aufkommt. Durch den direkten Austausch während des Seminars konnten alle möglichen Hindernisse schon vorher beseitigt werden. Am Freitag haben die Teilnehmer ihre Projekte dann detailliert ausgearbeitet. Ihr Projekt hat jede Gruppe auf einem eigenen „Messestand“ präsentiert. Bei einem Rundgang durch den Seminarraum konnte man sich über die Projekte der anderen an den Messeständen informieren.

Den Teilnehmern hat die Arbeit an Projekten sehr gefallen. Ihnen ist auch bewusst geworden, wie wichtig es ist, Projektarbeit spielerisch und aktiv zu gestalten und immer wieder Spiele und Rollenkarten einzusetzen. Die Fortbildnerin Christiane Bolte-Costabiei verteilte jeden Tag verschiedene Rollenkarten, zum Beispiel den „Antisuppenkoma-Kicker“. Wer diese Rollenkarte hatte, musste nach dem Essen die Seminarkollegen mit einem bewegungsintensiven Spiel wieder munter machen.
 
Mit PASCH in die Zukunft
„PASCH ist ein großes Geschenk“, findet eine Teilnehmerin. Mit PASCH verbinden die Teilnehmer Vernetzung, Kommunikation, Überraschung, Kreativität und Nachhaltigkeit. In Zukunft wollen einige auch einmal bei anderen PASCH-Schulen in der Region hospitieren. Den Austausch untereinander wollen sie über soziale Medien und E-Mail, durch Videotausch und Lehrerfortbildungen noch intensivieren. Auch im privaten Leben möchte Lu Lina mehr interkulturellen Austausch wagen: sie plant, ihre Freunde zu einem internationalen Kochabend einzuladen. Was wollen die Teilnehmer ihren Kollegen in der Schule weitergeben, wenn sie wieder zu Hause sind? „Die Wäscheleine ist sehr praktisch! Man kann Lesetexte aufhängen“, findet Liu Bingyan aus China. „Unsere Schulen sollten mehr aus der Perspektive der Schüler denken“, sagt Solongo aus der Mongolei. „Ich möchte meine Kollegen ermutigen, interkulturelle Projekte zu machen“. Ye Yang aus China ist überzeugt: „Ich kann das schaffen und ihr auch!“.  
 
Das PASCH-Lehrerseminar Ostasien 2017 ist ein Gemeinschaftsprojekt der Goethe-Institute in Ostasien.