Ausstellung Bauhaus Imaginista

Drawing with lamps © luca frei

Sa, 7. September 2019 -
Do, 31. Oktober 2019

Gwangju Biennale Exhibition Hall

111, Biennale-ro, Buk-gu
Gwangju

2019 Gwangju Design Biennale

Die Ausstellung bauhaus imaginista, die bei der Gwangju Design Biennale vom 7. September bis 31. Oktober 2019 unter dem Thema HUMANITY (HUMAN+COMMUNITY) stattfindet, ist ein großes, internationales Projekt anlässlich des hundertsten Jubiläums der Schule. Im Zentrum steht die internationale Ausstrahlung und Rezeption des Bauhauses und seiner ganz unterschiedlichen Geschichte jenseits Europas. Das Ziel des Projektes ist es, die Schule aus einer globalen Perspektive neu zu denken und ihre Verflechtungen vor dem Hintergrund eines Jahrhunderts geopolitischer Veränderungen zu interpretieren. Das bedeutet, dass nicht nur die Schule gefeiert wird, sondern vor allem das Erbe des Bauhauses aus einer zeitgenössischen Perspektive als etwas Komplexes, etwas Umkämpftes und mitunter Ambivalentes reflektiert werden soll.
 
bauhaus imaginista wurde 2018 in Kollaboration mit den Goethe-Instituten weltweit mit Ausstellungen und diskursiven Veranstaltungen präsentiert, in Rabat, Hangzhou, New York, Kyoto, Moskau, Sao Paulo, Lagos und Delhi und wurde 2019 in Berlin in einer großen Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt (HKW) gegipfelt. Damit dieses Projekt in dem breiten Netzwerk an Goethe-Instituten auch die erreicht, die nicht die komplette Austellung zeigen können, haben die bauhaus imaginista-Kuratoren/innen eine konzentrierte Version der Ausstellung entwickelt, die ab Beginn des Jahres 2019 durch die Goethe-Institute weltweit touren kann.
 
Das Projekt bauhaus imaginista geht von vier Gegenständen aus, Schlüsselobjekten des Bauhauses, die genutzt wurden, um Themen und Konzepte mit Verbindungen zu der Schule zu entwickeln und auf Fallstudien aus ganz verschiedenen Regionen zu verweisen. Dazu gehört das Bauhaus Manifesto von Walter Gropius (1919), Carpet, eine Zeichnung von Paul Klee (1927), ein bauhaus film, eine Collage von Marcel Breuer (1926) sowie Reflektorisches Lichtspiel, ein Apparat zur Lichtprojektion von Kurt Schwerdfeger (1922). Die Ausstellungskapitel, die sich jeweils an den obengenannten Objekten orientieren, sind: Corresponding With, eine Erkundung der Reformpädagogik, Learning From, in dem es um kulturelle Appropriation geht, Moving Away, ein Kapitel, das sich mit der Entwicklung des Designs beschäftigt, sowie Still Undead, in dessen Fokus experimentelle Praktiken in den Bereichen Licht und Klang stehen.
 
Die von dem Künstler Luca Frei für die Wanderaustellung bauhaus imaginista entwickelte Struktur, halb Skulptur, halb Ausstellungsarchitektur, soll als Leseraum funktionieren, in dem die Besucher*innen sich mit den verschiedenen Ebenen des Projekts beschäftigen können – darunter mit dem Recherchematerial der Kurator*innen, Texten und Bildern, die in Zusammenhang mit den vier Kapiteln stehen und Dokumentationen des internationalen bauhaus imaginista-Programmes von 2018. Das Zentrum des Displays wird von einem Computerterminal gebildet werden, an dem die Besucher/innen durch das bauhaus imaginista-Onlinemagazin blättern und ihre Reaktionen darauf personalisieren können, indem sie Bild- und Textmaterial ausdrucken und es in bereitgestellten Ordnern sammeln.
 
Ein separates Filmprogramm wird neu beauftragte Arbeiten von zeitgenössischen Künstlern und Forschern zu Themen und Geschichten des Bauhauses vorstellen. Darunter ist Zvi Efrat, der den von Arieh Sharon entworfenen Ile-Ife-Campus in Nigeria vorstellt, Kader Attia, der Fragen der Restitution von Museumssammlungen anspricht, die Otolith Group, die einen genauen Blick auf Rabindranath Tagores Pädagogik und Japonismus in Santiniketan wirft und Wendelien van Oldenborgh, der dem Leben von Lotte Stam-Beese in der Sowjetunion und den Niederlanden nachgeht.

bauhaus imaginista ist ein Gemeinschaftprojekt der Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar, des Goethe-Instituts und des Hauses der Kulturen der Welt aus Anlass des Jubiläums „100 Jahre Bauhaus“, gefördert vom Auslandsministerium und der Kulturstiftung des Bundes. Zusammen mit einem internationalen Team von Wissenschaftler*innen wird das Projekt von Marion von Osten and Grant Watson kuratiert.

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