Gruppe FAVO in ALMATY

Gruppe FAVO in ALMATY
Foto: © David Beecroft

Der Auftritt der deutschen Gruppe "FAVO" im Rahmen des Internationalen Jazz-Festivals wurde von den Einwohnern in Almaty mit großer Spannung erwartet. Die in den Medien erschienene Ankündigung über den Besuch der Jazzband verbreitete sich schnell unter Musikfreunden.

Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten: Der Saal der Kasachischen Zhambyl-Staatsphilharmonie war fast bis auf den letzten Platz ausverkauft.  Die Erwartungen des Publikums haben sich bewehrt: Der Jazz der deutschen Musiker bezaubert und begeistert die Köpfe.

Falk Breitkreuz - Bassklarinette, Alt, Mbira:
Es ist eine Mischung aus Jazz und Weltmusik und vielen anderen Sounds. Aber der Stil unserer Aufführung kann Jazz genannt werden, weil wir bei Konzerten viel improvisieren, ohne Noten spielen und stets auf der Suche nach Harmonie sind. Das alles ist Jazz. Viele unserer musikalischen Themen sind mit Volksmusik, insbesondere aus Deutschland, verbunden. Es ist sehr schwer zu sagen, wessen Rolle in der Gruppe wichtiger ist, da wir nur drei Leute sind. Ich bin ihr Antrieb, weil ich gleichzeitig für Bass, Harmonie und Rhythmus verantwortlich bin. Ich spiele in dieser Gruppe, weil ich erstens Musik wirklich liebe, und zweitens, kann ich hier verschiedene Spielweisen auf verschiedenen Instrumenten ausprobieren.

Volker Schlott, der Gründer der Gruppe "FAVO", ist uns letztes Jahr in den Konzerthallen und Workshops in Almaty aufgefallen. Einen Musiker, der fast alle Musikinstrumente spielt, vergisst man nicht. Die Gruppe "FAVO" gründete Volker zusammen mit Falk Breitkreuz.  Später kam der belgische Sänger Sander de Winne hinzu. Ein Jahr nach dem ersten Auftritt  begann die Gruppe aktiv mit dem Goethe-Institut zu kooperieren, zu touren, Konzerte zu geben und an Festivals teilzunehmen. "Jazz ist die Musik überzeugter Optimisten, die die Welt retten können", finden die Musiker.

Volker Schlott - Sopransaxophon, Saxophon S Melodi, Cajon:
Ja, ich bin mit jedem Wort einverstanden. Vieles verbirgt sich in der Jazzmusik. So viele verschiedene Gefühle und Emotionen. Jazz verbreitet Freude, Optimismus, Anarchie, Revolution, Liebe, Melancholie - kurz gesagt alles. Und das ist wunderbar! Ich habe zusammen mit Falk angefangen. Wir sind schon häufig auf Einladung des Goethe-Instituts in verschiedenen Ländern aufgetreten. Wir waren auch auf einer der Touren in den Städten Sibiriens. Die Bassklarinette und das Saxophon haben eine besondere Beziehung, einen einzigartigen Klang. Nach und nach entwickelte sich die Idee, die Gruppe "FAVO" zu gründen. Unser erstes Konzert war in St. Petersburg, im Theater "Hermitage". Wir haben wunderbare Eindrücke erhalten! Dann sind wir nach Ostafrika gegangen. Danach hatten wir Auftritte in Europa und natürlich auch in Deutschland. Bald darauf haben wir unsere erste CD veröffentlicht.

Sander de Winne - Gesang, Beatbox:
Ich bin schon seit fünf Jahren in der Gruppe. Ich habe bei Volker studiert, als ich noch Student am Jazz Institut in Berlin war. Dann lud er mich ein, als Solist am zweiten Album der Band mitzuwirken. So fing das Rad an sich zu drehen und jetzt treten wir schon seit fünf Jahren gemeinsam auf. Ich bin sehr glücklich darüber. Wir drei würden gerne Jazz für alle machen,  für ein sehr breites Publikum. Ich bin überzeugt, dass Jazz nicht nur Musik für die Elite ist. Es ist sehr wichtig für mich, dass unsere Musik von so vielen Leuten wie möglich gehört wird.

Kostenfreie Workshops sind ein fester Bestandteil des Tourprogramms der deutschen Musiker. Sie geben ihnen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen mit Kollegen vor Ort auszutauschen, über sich selbst und ihre kreativen Pläne zu erzählen und ihre Liebe zum Jazz mit anderen zu teilen. Diesmal wurden die Musiker der Gruppe "FAVO" von den Studierenden des Tschaikowsky-Music Colleges Almaty empfangen. Die Gäste aus Deutschland zeigten ein virtuoses Spiel mit Blasinstrumenten, erzählten von den Musikstilen, mit denen sie arbeiten und beantworteten zahlreiche Fragen.

Birzhan Chasangali - Direktor des Tschaikowsky-Music Colleges Almaty:
Jede Art von internationaler Zusammenarbeit, insbesondere im Bereich Kunst und Musik, ist eine Bereicherung. In diesem Workshop haben unsere Studierende und Lehrer natürlich etwas Neues für sich entdeckt. Dies ist eine sehr wertvolle Erfahrung. Die Musiker aus Deutschland sind zweifellos sehr talentiert und bekannt. Wir konnten viel über sie in Erfahrung bringen. Studierende unserer Hochschule sind immer auf der Suche nach etwas Neuem, daher sind solche Treffen für sie sehr nützlich. Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit stärken sie nicht nur die Partnerschaft zwischen den Ländern, sondern auch die gegenseitigen Beziehungen zwischen den Menschen, was sehr wichtig ist.
 
Neben Almaty trat die Gruppe "FAVO" in einem Frauengefängnis um Almaty, in Karaganda, Aschgabat, Osch und Bischkek auf.