Oray
Deutsche Filmwoche 2019

28.09.2019 | 20.00 Uhr
Metropolis Empire Sofil – Ashrafieh, Beirut 


In the presence of the producer Bastian Klügel

Synopsis

In einem Streit mit seiner Frau Burcu spricht Oray das islamische Wort für Scheidung aus: „Talaq“. Der Imam erklärt ihm die Folgen: Oray muss sich nun für drei Monate von Burcu trennen. Oray nutzt die erzwungene Unterbrechung in ihrer Beziehung für einen Neuanfang und zieht nach Köln. Dort findet er einen Job auf einem Trödelmarkt und macht Bekanntschaft mit einer neuen religiösen Community, die der junge Imam Bilal leitet. Bald beginnt Oray, selbst zu predigen; besonders beliebt ist er bei den jüngeren Mitgliedern der Gemeinde, was wiederum Bilal neidisch macht. Als Burcu zu ihrem Mann auf einen Überraschungsbesuch kommt, merken sie, dass die Trennung ihnen gutgetan hat und sie sich immer noch lieben. Oral bittet Bilal um Rat. Dieser aber vertritt eine strengere Auslegung des islamischen Rechts als der Imam in Orays Gemeinde zu Hause. „Talaq“ auszusprechen, bedeute keine vorübergehende Trennung, sondern die Scheidung.
Regisseur Mehmet Akif Büyükatalay verwendet einen quasi-dokumentarischen Stil, um die Geschichte eines Menschen zu erzählen, der sich auf seinem Weg durch das komplexe Glaubenssystem einer Religion und auf seiner Suche nach Erfüllung als Mensch zerreibt, gefangen zwischen seinem Glauben an die Liebe und der Liebe zu seinem Glauben.

Szene "Oray" Oray | © Film Faust - Christian Kochmann

Über den Regisseur

Geboren 1987 in Bad Hersfeld, Deutschland, Kindheit und Jugend in Hagen. Er studierte an der Kunsthochschule für Medien Köln mit dem Schwerpunkt Film und Literatur und ist Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Derzeit lebt und arbeitet er in Köln.