HOMMAGE AN HANNA SCHYGULLA
Deutsche Filmwoche 2018

Die 5. Deutsche Filmwoche zeigt als Hommage an Hanna Schygulla, eine der bekanntesten und angesehensten Schauspielerinnen des deutschen Films, mehrere ihrer Filme. Die legendäre Schauspielerin, die vor allem für ihr Schaffen mit dem deutschen Regiepionier Rainer Werner Fassbinder in bekannt ist, ist seit den 1960er Jahren vor der Kamera aktiv und gehört zu den wenigen deutschen Talenten, deren schauspielerisches Können auch international Beachtung findet.

Hanna Schygulla wurde 1925 im oberschlesischen Königshütte geboren. In den 1960ern studierte Schygulla Romanistik und Germanistik und nahm nebenbei Schauspielunterricht in München.

Schließlich rückte die Schauspielerei in den Mittelpunkt und sie wurde für ihre Arbeit mit Rainer Werner Fassbinder berühmt, mit dem sie an über acht Filmen zusammen drehte. Ihre Kooperation (bei der sie Fassbinder als Muse diente) prägte Ende der 1960er und in den 1970er Jahren die Bewegung Neuer Deutscher Film, mit der Deutschland sich auf internationaler Ebene als Filmland etablierte.

Film Stills Archives, The Museum of Modern Art Hanna Schygulla | © Fassbinder Foundation Doch das Zusammenwirken verlief nicht immer rosig. Trotz dieser Schwierigkeiten setzten sie ihre Zusammenarbeit fort. Ihren Höhepunkt fand sie in dem Klassiker DIE EHE DER MARIA BRAUN (1978), der Regisseur und Hauptdarstellerin internationalen Ruhm einbrachte.

Nach Fassbinders Tod in den späten 1980er Jahren trat Schygulla in französischen, italienischen und amerikanischen Filmen auf. In den 1990ern machte sie sich auch als Chansonsängerin einen Namen. In Juliane Lorenz' Dokumentarfilm LIFE, LOVE & CELLULOID (1998) tritt Schygulla mit mehreren Liedern auf und erinnert sich an die Anfänge der Deutschen Filmbewegung.

Nachdem sie sich fast ganz von der Leinwand zurückgezogen hatte, feierte sie 2007 in dem Arthouse-Erfolg AUF DER ANDEREN SEITE des deutschen Regisseurs Fatih Akin ihr Comeback, für den sie in ihrer Rolle als Mutter, die in die Türkei reist, um ihre lesbische Tochter zu finden, 2008 für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie "Beste Nebendarstellerin" nominiert wurde.In den letzten Jahren war sie in Alexander Sokurows "Faust" (RU 2011), Emmanuelle Antilles "Avanti" (F/CH 2012) und Sam Garbarskis "Vijay und ich" (D/BE/LU 2013) zu sehen. Auf der Berlinale 2010 präsentierte Schygulla ihre Kurzfilme "Alicia Bustamante" und "Moi et Mon Double". 2013 wurde ihre Autobiografie "Wach auf und träume" veröffentlicht. Zudem schuf Hanna Schygulla aus ihren Kurzvideos eine Installation mit dem Titel "Traumprotokolle", die in Paris, New York und Berlin gezeigt wurde.