Varieté
Deutsche Filmwoche 2019


Musikalische Begleitung: Sharif Sehnaoui, Tony Elieh, Malek Rizkallah, Youmna Saba und Mme Chandelier

Die 2006 gegründete Metropolis Art Cinema Association ist eine gemeinnützige Organisation, die sich der Förderung des unabhängigen Kinos im Libanon und in der MENA-Region verschrieben hat. Das vielfältige Veranstaltungsprogramm, branchenspezifische Schulungen, die auf das junge Publikum zielende Öffentlichkeitsarbeit und die Bewahrung des Filmerbes möchten auf lokaler und regionaler Ebene einen besseren Zugang zu alternativen Filmen ermöglichen. 
Aufgrund der anhaltenden Budgetkürzungen im Kultursektor im Libanon und weltweit droht die Auflösung der Vereinigung und der Verlust ihres Kinos. Die Metropolis Art Cinema Association startet nun eine Spendenkampagne und bittet Sie um Unterstützung in diesem entscheidenden Moment, um Metropolis am Leben erhalten und weiterhin in den Dienst der Film-Community stellen zu können. Ihre Unterstützung wird es Metropolis ermöglichen, diese Übergangszeit zu überstehen und die Vereinigung bis 2020 über Wasser zu halten. Während dieser zwei Jahre sollen die ersten Schritte zur finanziellen Unabhängigkeit und zum Erwerb eines eigenen Veranstaltungsorts unternommen werden.

01.10.2019 | Empfang 18.30 Uhr | Filmkonzert 19.30 Uhr
Esplanade des Sursock-Museums – Ashrafieh, Beirut 


Synopsis

Dieser deutsche Stummfilm erzählt eine Geschichte von Eifersucht, Besessenheit und Mord im Zirkusmilieu. Der Schaubudenbesitzer „Boss“ Huller (Emil Jannings) war früher ein talentierter Akrobat. Jetzt betreibt er gemeinsam mit seiner Frau eine anspruchslose Nebenvorstellung. Als er die Begegnung mit einer schönen jungen Frau macht (Lya de Putti), lässt er alles hinter sich und verlässt seine Familie. Doch bald schon macht ein strammer Trapezkünstler (Warwick Ward) Huller seine neue Geliebte abspenstig. Huller merkt, wie schnell er vom Betrüger zum Hahnrei wurde.

Variety Variety | © Goethe-Institut

Über den Regisseur

Ewald André Dupont (1891-1956) gründete 1911 die reguläre Kolumne "Kino und Varieté" in der Berliner Zeitung B.Z. am Mittag. 1916 wechselte er den Beruf und wurde ein beliebter Drehbuchautor. 1918 begann er mit der Regie seiner eigenen Krimiskripte. Nach Erfolgen wie "Der weiße Pfau" (1920), "Das alte Gesetz" (1923) und "Varieté" (1925) arbeitete er in Hollywood und London und experimentierte mit Tontechnik. Sein Film "Atlantic" (1929) war ein Beispiel für einige der innovativsten Klanganwendungen dieser Zeit. Anschließend kehrte er mit "Salto Mortale" (1930), bekannt für seine ungewöhnlichen Kameraperspektiven, zu den Zirkusfilmen zurück. Zu seinen weiteren Filmen gehören: "Die Geier-Wally" (1921), "Moulin Rouge" (1927), "Two Worlds" (1930), "Forgotten Faces" (1936) und "Return to Treasure Island" (1954). unter anderen.

Über die Musiker

Sharif Sehnaoui ist ein Musiker/Komponist aus Beirut. Er spielt sowohl Elektro- als auch akustische Gitarre. Im Jahr 2000 gründete er „Irtijal“, ein jährlich stattfindendes internationales Festival, das das älteste Festival für experimentelle Musik in der arabischen Welt überhaupt ist. Zu seinen Hauptgruppen gehören das Trio „A“ (mit Mazen Kerbaj und Raed Yassin) und Karkhana, eine nahöstliche Supergroup in Starbesetzung mit Musikern aus Beirut, Kairo und Istanbul. Er arbeitet auch intensiv mit Tanz und Theater und komponiert Filmmusik (Ghassan Salhab, Mai Masri u. a.)
 
Tony Elieh ist ein Pionier der Rock- und Experimentalmusik im Libanon, Gründungsmitglied der ersten Post-Rock-Band des Nachkriegslibanons, der Scrambled Eggs. Seither hat er seine einzigartigen E-Bass-Fähigkeiten in verschiedenen Gruppen und Musikstilen entwickelt, darunter bei Karkhana und Calamita, und mit Musikern auf allen Seiten des Musikspektrums zusammengearbeitet. Seit kurzem spielt er auch ein ganz besonderes Solo-Set mit stark bearbeiteten, bassgenerierten Sounds.
 
Malek Rizkallah begann schon in einem ungewöhnlich jungen Alter mit dem Schlagzeugspiel. Er erreichte schnell ein hohes Maß an Meisterschaft, so dass er in fast jedem Musikstil spielen konnte. Nach langer Tätigkeit bei der Post-Rock-Band Scrambled Eggs und mehreren Nebenprojekten und Kooperationen wurde er zu einem Pfeiler der gefeierten libanesischen Pop-Rock-Band Who Killed Bruce Lee, die auf vielen Tourneen und Festivals weltweit auftritt.
 
Youmna Saba ist Musikerin und Musikwissenschaftlerin, die sich gegenwärtig auf den Zusammenhang zwischen traditioneller arabischer Musik und elektronischer und elektroakustischer Bearbeitung konzentriert. Sie hat bis heute vier Alben herausgebracht und ist aktives Mitglied der beiden Kooperationsprojekte Sodassi (von Kamilya Jubran (PS) initiiert) und Menura (einem schweizerisch-libanesischen Projekt).
 
MME CHANDELIER ist das Alter Ego von Anthony Sahyoun, einem Gitarristen, der zusammen mit dem libanesischen Post-Rock-Quartett Kinematik auftritt. Nach dem fulminanten Live-Debüt im Jahr 2015 hat sich die Band schnell zu einer der meist gefeierten Rock-Formationen des Libanon entwickelt. Anthony spielt auch in zwei Elektronik-Duos, gemeinsam mit dem Gitarristen Fadi Tabbal in Stress Distress und mit Drummer Teddy Tawil in May Berde. Als Solist arbeitet er für den Film und begeistert sich für elektronische Experimente und Drohnenmusik.