Warnung vor einer heiligen Nutte
Deutsche Filmwoche 2018

16.09.2018 | 22.00 Uhr
Metropolis Empire Sofil – Ashrafieh, Beirut


In einem Hotel irgendwo am Meer wartet ein Filmteam auf den Regisseur, den Star, das Geld der Staatlichen Filmförderung und das Filmmaterial. Eine Stimmung, gemischt aus Hysterie und Apathie, Hoffnungen, Gezänk, Neid, Affären.

Als der Regisseur Jeff (Lou Castel) zusammen mit dem Star (Eddie Constantine) eintrifft, wird er sofort zum Mittelpunkt des Chaos. Wechselnde Paare und Gruppen. Autoritär versucht der Herstellungsleiter (Fassbinder), die Dreharbeiten zu organisieren. Eddie, der unter den anderen wie ein Fossil aus vergangener Zeit wirkt, findet Kontakt zur Schauspielerin Hanna (Hanna Schygulla).

Jeff erläutert die Inszenierung der nächsten Szenen. Das ganze Team, das sich zunehmend von Jeff abhängig fühlt, rebelliert in sinnlosen Aktionen. Jeff wird zusammengeschlagen. Dann aber kann endlich mit den Dreharbeiten begonnen werden.

 Quelle: fassbinderfoundation.de

Szene "Warnung vor einer heiligen Nutte" Warnung vor einer heiligen Nutte | © Rainer Werner Fassbinder Foundation

Über den Regisseur

Rainer Werner Fassbinder, geboren am 31. Mai 1945, war der bedeutendste Regisseur des Neuen Deutschen Films, dem er auch international zum Durchbruch verhalf. Er war ein Künstler, dem die seltene Synthese von radikaler Subjektivität in seinen Werken und Publikumsnähe gelang, der seinen künstlerischen Anspruch mit dem Unterhaltungsbe-dürfnis der Zuschauer in Einklang bringen konnte und dessen Tod in den Augen vieler das Ende einer bedeutenden Epoche der Filmgeschichte markiert.

Rainer Werner Fassbinder, der 1982 37jährig starb, hat in nur 14 Jahren, von 1969 bis 1982, 44 Filme gedreht, 26 Filme selbst produziert bzw. koproduziert, war in 21 Filmen anderer Regisseure sowie in 19 eigenen als Darsteller bzw. Gast aufgetreten, hat 14 Theaterstücke geschrieben, 6 neubearbeitet und 25 inszeniert. Er hat 4 Hörspiele und 37 Drehbücher verfasst und an 13 Drehbüchern mit anderen Autoren zusammengearbeitet.

Fassbinders Filme gehören zu den gültigsten Gesellschaftsdokumenten, welche zwischen dem Ende der sechziger und dem Beginn der achtziger Jahre entstanden sind, und er zählt zu den international meistgespielten deutschen Nachkriegsdramatikern. Er war mit seinem Werk und seiner Persönlichkeit einer der exponiertesten und umstrittensten Künstler der Bundesrepublik Deutschland. Weder Fassbinders Persönlichkeit noch sein Werk erlauben eine ideologische Zuordnung. Seine kritische und gleichzeitig liebevolle Darstellung, seine Zeichnung der Menschen und ihres Lebens war ohne Unterscheidung ihrer Zugehörigkeiten zu bestimmten Milieus von schonungsvoller Konsequenz. Sein schon zu Lebzeiten

vieldiskutiertes Werk hat nichts von seiner Lebendigkeit und Aktualität eingebüßt.

 Quelle: fassbinderfoundation.de