Systemsprenger
Deutsche Filmwoche 2019

29.09.2019 | 20.00 Uhr
Metropolis Empire Sofil – Ashrafieh, Beirut


Synopsis

Bernadette oder Benni, wie sie genannt werden will, ein zartes Mädchen mit ungestümer Energie, ist ein "Systemsprenger". So nennt man Kinder, die radikal jede Regel brechen, Strukturen konsequent verweigern und nach und nach durch alle Raster der deutschen Kinder- und Jugendhilfe fallen. Wo immer die Neunjährige aufgenommen wird, fliegt sie schon nach kurzer Zeit wieder raus. Und genau darauf hat sie es abgesehen, denn sie sehnt sich danach, wieder bei ihrer Mutter zu leben. Einer Frau, die maßlos überfordert ist von der Unberechenbarkeit ihrer eigenen Tochter.
Nach ihrem mehrfach preisgekrönten Drehbuch inszeniert Nora Fingscheidt ein intensives Drama über die unbändige Sehnsucht eines Kindes nach Liebe und Geborgenheit und das darin liegende Gewaltpotenzial. Zugleich beschreibt der Film die unermüdlichen Versuche von Erzieher*innen und Psycholog*innen, mit Respekt, Vertrauen und Zuversicht eine Perspektive für solche Kinder zu schaffen, die durch ihre unvorhersehbaren Ausbrüche andere und sich selbst zu zerstören drohen.

Szene "Systemsprenger" Systemsprenger | © kineo Film / Weydemann Bros. / Yunus Roy Imer

Über die Regisseurin

Geboren 1983, verbrachte ihre Schulzeit in Braunschweig und Argentinien. Ab 2003 war sie als Vorstand beim Aufbau der selbst organisierten Filmschule filmArche e.V. in Berlin beteiligt. Parallel absolvierte sie eine Ausbildung zum Schauspielcoach und arbeitete als Regiepraktikantin. Seit 2008 studierte sie Szenische Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg. Ihr Zweitjahresfilm "Synkope" wurde für den Deutschen Kurzfilmpreis nominiert. 2012 nahm sie an Berlinale Talents und an einem Austausch mit der UCLA in Los Angeles teil. Ihr Kurzdokumentarfilm "Boulevard’s End" lief auf über 40 internationalen Festivals. "Ohne diese Welt" ist ihr Abschlussfilm.

Quelle: filmportal.de