Stimmen zum digitalen Lesen Für die Arbeit ja, für die Freizeit nein!

Noch sind E-Books in Lettland und Litauen eine Seltenheit. Aber werden sie bisher eigentlich vermisst? Wie lesen Letten und Litauer heutzutage? Wie würden sie gerne lesen? Und warum gibt es im Co-Working Space so viele Bücher, wenn doch alle nur auf ihren Laptop schauen? Wir haben uns in Riga und Vilnius auf die Suche begeben nach den Lesegewohnheiten der Städter – und in Bibliotheken und Buchläden ein paar Antworten gefunden.

 
  • Anete Vespere, Schülerin aus Riga Foto: Anna Maria Strauß
    „Online lese ich eigentlich nur Nachrichten“

    Anete Vespere, Schülerin aus Riga

    „Ich lese keine E-Books. Ich denke, es ist gesünder für die Augen ‚normale‘ Bücher zu lesen, es kommt mir auch weniger anstrengend vor; und ich mag wie sich Bücher anfühlen. Richtige Zeitschriften gefallen mir auch besser als Online-Magazine, sie lassen sich leichter mitnehmen als mein Laptop. Online lese ich eigentlich nur Nachrichten.“
  • Maruta Laksone, Buchhändlerin in Riga Foto: Anna Maria Strauß
    „Zeitungen kommen mir irgendwie veraltet vor“

    Maruta Laksone, Buchhändlerin in Riga

    „Die Entscheidung, gedruckte oder E-Bücher zu lesen, ist meiner Meinung nach eine sehr persönliche. Ich zum Beispiel habe Probleme mit den Augen und vermeide daher auf dem Bildschirm zu lesen. Außerdem gefällt es mir ein richtiges Buch zu öffnen. Im Internet lese ich wenn es schnell und praktisch sein soll, wie bei Nachrichten – da kommen mir Zeitungen irgendwie veraltet vor. Auch wenn ich selber keine E-Books lese: Aus der Sicht der Buchhändlerin glaube ich schon, dass das digitale Lesen zunimmt.“
  • Sabina Žitlinskytė & Monika Beišinaitė, Studentinnen aus Vilnius Foto: Bernhard Ludewig
    „E-Books und Tablets sind praktisch, ersetzen aber kein traditionelles Buch“

    Sabina Žitlinskytė & Monika Beišinaitė, Studentinnen aus Vilnius

    „Wir lesen lieber ‚normale‘ Bücher. Es ist einfach angenehmer, ein Buch in der Hand zu halten. Meistens leihen wir uns die Bücher in der Bibliothek. Haben wir aber mal weniger Zeit, schauen wir auch online nach. E-Books und Tablets können dann schon sehr praktisch sein und werden auch immer beliebter. Die meisten unserer Freunde benutzen schon welche. Es wäre aber sehr schade, wenn die Entwicklung soweit ginge, dass die Menschen ‚richtige‘ Bücher vergessen. Dann würde eine Tradition verloren gehen.“
  • Carsten Wagner, Webdesigner aus Deutschland Foto:
    „Eine praktische Erfindung, der E-Book-Reader“

    Carsten Wagner, Webdesigner aus Deutschland

    „Meine Frau liest E-Books mit dem Kindle, den leihe ich mir manchmal aus. So ein E-Book-Reader ist schon eine nützliche Erfindung, praktisch und leicht. Ich habe auch mal über einen eigenen nachgedacht, möchte aber nicht noch ein technisches Gerät mit mir herumtragen; da reichen mir Laptop und Smartphone. Insgesamt lese ich sowieso nicht so viel, höre dafür aber viele Hörbücher. Wenn ich dann doch mal lese mag ich einfach auch die Haptik eines ‚echten‘ Buches.“
  • Im Co-Working Space Satori in Riga Foto: Anna Maria Strauß
    Bücher für die Atmosphäre

    Im Co-Working Space Satori in Riga

    „Die meisten Leute kommen zum Arbeiten hier her, nicht zum Lesen. Ab und zu benutzt jemand auch eines unserer Bücher, aber eher selten – eigentlich sind sie also mehr Dekoration. Aber sie tragen natürlich zur Atmosphäre bei. Im Prinzip sind wir wie eine kleine Bibliothek mit Café.“
  • Dr. Olegs Čistjakovs, Mediziner aus Riga Foto: Anna Maria Strauß
    E-Books, eine Altersfrage?

    Dr. Olegs Čistjakovs, Mediziner aus Riga

    „Ich bin eher ein altmodischer Mensch, ich greife öfter zu den traditionellen Formaten. Manchmal lese ich auch digital, meistens dann für berufliche Zwecke, wissenschaftliche Webseiten und Zeitschriften. Zur Erholung lese ich ausschließlich [nicht E-]Bücher. Ich denke das ist auch eine Altersfrage, ich bin einfach nicht mehr so jung, da fällt mir der Umgang mit der Technik schon mal schwer. Für die Zukunft erhoffe ich mir, dass weiterhin beides parallel existiert: Das Digitale und das Analoge.“
  • Liudvikas Buklys, Künstler aus Vilnius Foto: Bernhard Ludewig
    „E-Books sind praktisch und handlich“

    Liudvikas Buklys, Künstler aus Vilnius

    Auch wenn ich hier gerade mit meinem Tablet im Café sitze… eigentlich lese ich nicht so gerne auf einem leuchtenden Bildschirm. Bildschirme strengen meine Augen zu sehr an. Ein richtiger E-Book Reader ohne leuchtenden Bildschirm wäre eine Überlegung wert. Ich habe auch schon darüber nachgedacht, mir einen zu kaufen. Meine Freunde lesen mehr als ich und haben sehr viele Bücher, die viel Platz einnehmen. Ich glaube, sind E-Books praktischer und handlicher. In Zukunft werden sicher beide Formen existieren; der Buchmarkt wird sich durch die E-Books aber sicher verändern.“
  • Madara Ludžiniece, Studentin aus Riga Foto: Anna Maria Strauß
    „Buch bleibt Buch“

    Madara Ludžiniece, Studentin aus Riga

    „Insgesamt lese ich wohl mehr digital. Ich habe allerdings keinen E-Book-Reader, sondern lese hauptsächlich auf meinen Laptop. Das sind dann meistens Texte fürs Studium. Romane sind eine andere Frage, die lese ich nur als normale Bücher. Buch bleibt einfach Buch, da werden beim Lesen viel mehr Emotionen geweckt. Vielleicht ist das aber Gewöhnungssache. Meistens kaufe ich die Bücher auch nicht, sondern leihe sie mir von Freunden.“