„Kreative Partnerschaften“ Innovatives Modell des kreativen Lernens

Das Salomėja-Nėris-Gymnasium in Vilnius nimmt bereits das zweite Jahr an dem Projekt „Kreative Partnerschaften“ teil. Dieses Schuljahr wird hier das Programm „Schulen des Wandels“ umgesetzt.
Das Salomėja-Nėris-Gymnasium in Vilnius nimmt bereits das zweite Jahr an dem Projekt „Kreative Partnerschaften“ teil. Dieses Schuljahr wird hier das Programm „Schulen des Wandels“ umgesetzt. | © Kūrybinės partnerystės

Litauen gehört zu den ersten Ländern Europas, die in ihrem Bildungssystem landesweit das Programm „Kreative Partnerschaften“ umsetzen. Das in Großbritannien entwickelte und erfolgreich umgesetzte Programm des kreativen Lernens, das in Litauen bereits das zweite Jahr stattfindet, stieß auf großes Interesse und auf Unterstützung sowohl von Seiten des Staates als auch örtlicher Gemeinden.

„Kreative Partnerschaften“ ist ein Programm für allgemeinbildende Schulen. Zu seinen Zielen gehören die Erweiterung und Bereicherung des gängigen Lernprozesses sowie die Förderung der Kreativität von Schülern und Lehrern. Zur Erreichung dieser Ziele wird die Zusammenarbeit von Schule und Kultur in Gestalt von Künstlern, Vertretern des Kultursektors und der Wissenschaft angestrebt.

Wir bewältigen reale Herausforderungen an den Schulen

„Eines der wichtigsten Dinge oder Problemfelder, mit denen wir arbeiten, ist die Herausforderung, eine Lernumgebung zu schaffen, in der jeder lernen und sich entwickeln kann. Das heute vorherrschende Unterrichtssystem bezieht nur wenige ein, die ‚Kreativen Partnerschaften‘ aber ermöglichen einen anderen Lernprozess, der Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten für alle schafft – für Schüler, Lehrer und Künstler. Lernen verstehen wir als Möglichkeit der eigenen Entwicklung und der ständigen Überschreitung eigener Grenzen. Das ist ein enorm mächtiger menschlicher Motivationsfaktor. Wie wird dieser Wunsch geweckt, das Bestreben ‚einzuspannen‘, sich in der schulischen Umgebung weiter zu entwickeln – das sind die wichtigsten Herausforderungen heute“, meint Milda Laužikaitė, Projektleiterin der „Kreativen Partnerschaften“ in Litauen.

Die Erfahrung, die auf Projekten des kreativen Lernens der Schuljahre 2011/2012 an 43 „Forschenden Schulen“ gesammelt wurde, zeigte die Einzigartigkeit, die Bedeutung und den Nutzen dieses Projekts für den Wandel an den Schulen und im Lernprozess.

Die Schüler der Martynas-Mažvydas-Mittelschule in Kaunas nahmen am Programm der „Forschenden Schulen“ im Rahmen der „Kreativen Partnerschaften“ teil und suchten nach Wegen, gegen destruktives Verhalten anzugehen. Die Schüler der Martynas-Mažvydas-Mittelschule in Kaunas nahmen am Programm der „Forschenden Schulen“ im Rahmen der „Kreativen Partnerschaften“ teil und suchten nach Wegen, gegen destruktives Verhalten anzugehen. | © Kūrybinės partnerystės Im zweiten Jahr verlagert sich das Projekt mehr auf die Vertiefung des Verständnisses von Kreativität und auf die Weiterbildung der beruflichen Kompetenzen von Lehrkräften, auf die verstärkte Zusammenarbeit mit Spezialisten der verschiedensten Gebiete und auf eingehende wissenschaftliche Forschung.

Integratives Lernen

„Wir sind davon überzeugt, dass Kreativität eine Fähigkeit ist, die nicht ausschließlich mit Künsten in Verbindung gebracht werden kann, sondern auch beim Stellen von Fragen, Erkennen von Beziehungen und der Lösung von Problemen die Fantasie befähigt, nach Neuem zu streben. Die „Kreativen Partnerschaften“ gehen von der Vorstellung aus, dass Kreativität keine angeborene und seltene Gabe ist, jeder besitzt sie, sie muss nur entfaltet werden“, so Milda Laužikaitė.

Dieses Jahr nehmen achtzig allgemeinbildende Schulen in Litauen an diesem Projekt teil. Dreißig davon setzen ihr Programm vom Vorjahr fort und setzen Projekte der „Schulen des Wandels“ um, bei denen die gesamte Schulgemeinschaft mit einbezogen wird. Fünfzig Schulen nehmen zum ersten Mal teil und verwirklichen Projekte der „Forschenden Schulen“, dank derer die Lernumgebung von Schülergruppen oder Klassen analysiert werden kann.

An diesen Schulen arbeiten heute knapp 200 Fachleute aus verschiedenen Gebieten der Kunst, Wissenschaft, Kultur und anderen kreativen Bereichen. Gemeinsam mit Schülern und Lehrern beziehen sie kreative Aktivitäten in den Unterricht mit ein und beobachten, welchen Wandel im Lernverhalten und im sozialen Verhalten der Schüler die befreite Kreativität und die Zusammenarbeit hervorrufen.

Das Projekt „Kreative Partnerschaften“ erhielt in Litauen staatliche Priorität und die offizielle Bezeichnung „Entwicklung der Kreativität an litauischen allgemeinbildenden Schulen durch Anpassung und Umsetzung des Modells der kreativen Partnerschaften“. Auf Initiative des Litauischen Ministeriums für Bildung und Wissenschaft wird das teilweise vom Europäischen Sozialfonds unterstützte Projekt „Kreative Partnerschaften“ in ganz Litauen durchgeführt. Für die Umsetzung der „Kreativen Partnerschaften“ ist in Litauen die für die Unterstützung von Schülern, Lehrern und Schulen zuständige staatliche Bildungseinrichtung „Kompetenzzentrum Erziehung“ zuständig.

Im Schuljahr 2011/2012 wurden die ersten Projekte kreativen Lernens an 43 litauischen Schulen durchgeführt. An diesen nahmen insgesamt über 2800 Teilnehmer – Schüler, Lehrer, Eltern und Künstler – teil. Die Kinder beschäftigten sich in eigenen Verfilmungen mit den Werken litauischer Autoren (insgesamt entstanden 14 Filme), an sieben Schulen wurden Theaterstücke aufgeführt, es entstanden vier Musik- und Klangprojekte, elf Schulen richteten Klassen im Freien ein, eine Schule baute eine Skulptur, ein Gymnasium veröffentlichte ein Buch und Grundschüler schufen den Sender „Mars TV“. In Schulprojekten wurden verschiedene Fächer inhaltlich kombiniert, pädagogische Herausforderungen erfolgreich gelöst, neue Fähigkeiten erlernt und Kompetenzen verbessert.
 

Fakten:


In drei Schuljahren – von 2011 bis Januar 2015 – werden an dem vom „Kompetenzzentrum Erziehung“ durchgeführten Projekt „Kreative Partnerschaften“ etwa 100 Schulen teilnehmen.

Während des Programms werden mehr als 200 einzelne Projekte des kreativen Lernens umgesetzt.

An den Projekten des kreativen Lernens werden voraussichtlich etwa 4000 Schüler, nahezu 1000 Lehrer und mehr als 220 Vertreter kreativer Berufe teilnehmen.