Wolf Biermann Ticker der Ausbürgerung

Auftritt Wolf Biermanns, Berlin

Wolf Biermann wurde am 16.11.1976 ausgebürgert. Was geschah davor und wie ging es weiter? Die Geschehnisse können in diesem Ticker nachverfolgt werden.

16.-18. Dezember 1965
Das 11. Plenum des Zentralkomitees der DDR verhängt ein absolutes Auftritts- und Publikationsverbot gegen unter anderen Wolf Biermann
Erklärung von Erich Honecker, 1965 Berichterstatter des Politbüros an das ZK der SED:
„Unsere Deutsche Demokratische Republik ist ein sauberer Staat. In ihr gibt es unverrückbare Maßstäbe der Ethik und Moral, für Anstand und gute Sitte. In den letzten Monaten gab es einige Vorfälle, die unsere besondere Aufmerksamkeit erforderten. Einzelne Jugendliche schlossen sich zu Gruppen zusammen und begingen kriminelle Handlungen, es gab Vergewaltigungen und Erscheinungen des Rowdytums. Hier zeigt sich wiederum der negative Einfluss von Westfernsehen und Westrundfunk auf Teile unserer Bevölkerung. Wir stimmen jenen zu, die feststellen, dass die Ursachen für diese Erscheinungen der Unmoral und einer dem Sozialismus fremden Lebensweise auch in einigen Filmen, Fernsehsendungen, Theaterstücken, literarischen Arbeiten und in Zeitschriften bei uns zu sehen sind. Es häuften sich in letzter Zeit auch in Sendungen des Deutschen Fernsehfunks, in Filmen und Zeitschriften antihumanistische Darstellungen. Brutalitäten werden geschildert, das menschliche Handeln auf sexuelle Triebhaftigkeit reduziert.“
Grund war angeblich das Gedicht „Wintermärchen
 
1974
Die DDR-Regierung plant die Ausbürgerung Biermanns und überlegt diese bei einer herbeigeführten propagandistisch günstigen Gelegenheit durchzuführen.
 
11. November 1976
Biermann macht sich auf den Weg in den Westen und verlässt die DDR geplanter Weise für zwei Wochen

13. November 1976
Erster Auftritt seit seinem Auftrittsverbot: Konzert in Köln vor 7000 Zuschauern
 
15. November 1976
Wolf Biermann feiert seinen 40. Geburtstag
 
16. November 1976
Die DDR verkündet die Ausbürgerung Biermanns: "Die zuständigen Behörden der DDR haben Wolf Biermann, der 1953 aus Hamburg in die DDR übersiedelte, das Recht auf weiteren Aufenthalt in der Deutschen Demokratischen Republik entzogen."
 
17. November 1976
Der Protestbrief von 40 Künstlern der DDR wird in den Westmedien veröffentlicht, da die Ostpresse sich weigerte diesen zu veröffentlichen.
 
18.-19. November 1976 (22-3 Uhr)
Die ARD strahlt das Konzert ungekürzt aus – und es erreicht die Menschen in Ost und West