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Architekturgeschichte
Auf den Spuren der sowjetischen Architektur in Klaipėda

Stadtbezirk „Bandužiai“ in Klaipėda
Foto: Karolė Miuller

Eine Fahrradroute durch Klaipėdas Stadtbezirke aus der Zeit von 1958 bis 1990, die die Architektur und städtebauliche Entwicklung der litauischen Hafenstadt präsentiert.

Die Stadt Klaipėda, vom 13. Jh. bis zum Beginn des 20. Jh.s Memel genannt, erlebte im 20. Jahrhundert einen grundlegenden Wandel. Nach dem Anschluss des gesamten Gebietes und der Stadt an Litauen im Jahr 1923 dehnte sich Klaipėda nicht nur wie vorher nach Norden aus, sondern auch in Richtung Süden. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Besatzung durch die Sowjetunion begann eine intensive Entwicklung von Klaipėda als Handels- und Fischereihafen. In deren Verlauf entstanden südlich der Innenstadt am Kurischen Haff Handels- und kommunale Dienstleistungsbetriebe mit angrenzenden Wohnvierteln. Der Neubau von Klaipėda verlief in einer linearen Struktur durch eine intensive Bebauung der bis dahin dünn besiedelten Stadtteile. Der erste Stadtbezirk erstreckte sich nach dem Zweiten Weltkrieg beiderseits der Minijos-Straße – damals gab es noch keine Vision einer linearen Stadtstruktur. Der Bezirk war als Wohnraum für die Werktätigen des Fischereihafens konzipiert, deswegen etablierte sich als umgangssprachliche Bezeichnung des Stadtbezirkes „Ryportas“ (auf Russisch „Рыбный порт“, „Рыбпорт“, auf Deutsch „Fischereihafen“).

In der Sowjetzeit wurde der Taikos-Prospekt („Prospekt des Friedens“) zur Hauptachse der Stadt Klaipėda: Auf beiden Seiten der Straße entstanden von 1958 bis 1985 die Stadtbezirke 2 bis 7. Die sowjetische Stadt musste so gebaut sein, dass die Architektur und der Stadtentwicklungsplan sowohl dem Grubenarbeiter aus Donezk, dem Kolchosbauer aus Asien wie auch dem Seemann von der Ostseeküste leicht verständlich waren. Zur Breschnew-Zeit waren die architektonischen Einschränkungen nicht nur durch die Ideologie, sondern auch durch den Mangel an Baustoffen und deren geringe Qualität spürbar. Nichtsdestotrotz begann der Architekt Tiškus in der Sowjetzeit das Erscheinungsbild von Klaipėda zu gestalten, das die litauische Hafenstadt unter anderen sowjetischen Städten einzigartig machen sollte. Nach Beratung mit Historikern und Restauratoren waren bei der Bauplanung neuer Wohnviertel rote Backsteine vorgesehen.

In Klaipėda, das sich in der Sowjetzeit nach Süden ausdehnte, entstanden 5- bis 16-stöckige Wohnhäuser in typischer Backstein-, Platten- und Monolithbauweise. In jedem Stadtbezirk gab es einige Unterschiede in der Verwendung von Baustoffen und dekorativen Bauelementen oder in der Raumplanung. Von den neun geplanten Stadtbezirken wurden bis zur Erlangung der litauischen Unabhängigkeit lediglich sieben fertig gebaut. Neben Wohnvierteln wurden öffentliche und kommunale Dienstleistungszentren, Kinos, Kultur- und Sportanlagen errichtet.

Fahrradroute „Zurück in die „Helle Zukunft““

Um den Stadtbewohnern und Gästen die Architektur und städtebauliche Entwicklung von Klaipėda in der Nachkriegszeit besser zu präsentieren, wurde eine Fahrradroute angelegt, die Stadtbezirke aus der Zeit von 1958 bis 1990 mit den umliegenden Natur- und Kulturelementen umfasst. Entstanden ist diese Radroute im Rahmen einer Schülerwerkstatt, die vom 20. bis 22. Juli 2020 stattfand und an der Jugendliche aus mehreren Vereinen nationaler Minderheiten teilgenommen haben. Die dreitägige Schülerwerkstatt wurde vom Verein der Deutschen in Klaipėda und dem Goethe-Institut Vilnius im Rahmen der Deutschen Kulturtage 2020 initiiert und durchgeführt.

Die Streckenlänge beträgt 13 km und dauert 2 bis 2,5 Stunden. Die Adresse neben dem Objekt bezeichnet den empfohlenen Anhaltepunkt zur Besichtigung.
  • Sowjetische Architektur in Klaipėda. Skulptur „Neringa“ Foto: Rasa Miuller
    1. Skulptur „Neringa“

    Die südliche Grenze der Stadt Klaipėda verlief bis zum Zweiten Weltkrieg mit kleinen Ausnahmen am Steintor (Kūlių vartai) und am jetzigen Altmarkt. Bei der Entwicklung des Fischerei- und Handelshafens wurde in der Nachkriegszeit beschlossen, die Stadt am Kurischen Haff entlang nach Süden auszuweiten. Der Ort, an dem man in der Nachkriegszeit begann, die typischen Wohnhäuser zu bauen, ist mit der Skulptur „Neringa“ gekennzeichnet, errichtet im Zeitraum von 1972 bis 1983. Die Gestaltung stammt von der Bildhauerin Dalia Matulaitė und dem Architekten Rimantas Buivydas. Laut Bildhauerin kam ihr die Idee hierzu, als sie in ihrer Vision die Riesin Neringa – mächtiger als die amerikanische Freiheitsstatue – zwei Schiffe tragen sah. 1972 wurde die hölzerne Skulptur „Neringa“ von der Domšaitis-Galerie übernommen und nach zehn Jahren auch die Bronzeskulptur fertiggestellt. Die Granitkomposition von Buivydas erinnert mit ihrer stufenförmig angelegten und gewundenen Sockel-Plattform an das Flimmern des Meeres oder an zusammengewehte Dünen. Der Charakter der Skulptur ist – wie die raue Küstenlandschaft – etwas grimmig. Die Idee einer Riesin ist nicht in überdimensionalen Maßen, sondern in der absoluten Formspannung und Energiekonzentration umgesetzt. Die steigende Spannung erreicht ihren Höhepunkt im oberen Teil der Skulptur: die Segel, Flügel und schließlich der Kopf mit persönlichen Gesichtszügen von Neringa als Krönung der Kompositionsachse. „Neringa“ ist eines der früheren Werke von Matulaitė. Ihre ersten Skulpturen „Stumbras“ und „Neringa“ unterscheiden sich von der gesamten Monumentalkunst der „Epoche des späteren Sozialismus“ – in diesen Werken von Matulaitė ist kein Hauch kommunistischer Ideologie zu spüren. Im Skulpturenpark in Klaipėda sind drei andere Skulpturen der bekannten Bildhauerin zu sehen, erschaffen bei Granitbildhauer-Symposien in Smiltynė: „Lietaus debesis“ („Die Regenwolke“, 1978), „Klajojantis ežeras“ („Der Wandersee“, 1979) und „Dvylika brolių“ („Zwölf Brüder“, 1984).
  • Kirche Maria, Königin des Friedens Foto: Rasa Miuller
    2. Kirche Maria, Königin des Friedens (Rumpiškės g. 6)

    Klaipėda ist wahrscheinlich die einzige litauische Stadt, in deren Altstadt es keine Kirchen gibt. Die vom Krieg verschont gebliebenen Kirchen wurden in der Nachkriegszeit als ideologisch inakzeptabel zerstört. In den 50er Jahren wurde jedoch wegen des steigenden Anteils der römisch-katholischen litauischen Stadtbewohner die Bauerlaubnis für ein neues Gotteshaus beantragt. Die Genehmigung kam im Jahr 1956. Auf Initiative der Priester Bronislovas Burneikis und Liudvikas Povilonis begann 1957 der Bau der Kirche Maria, Königin des Friedens, nach dem Entwurf des Architekten Juozas Baltrėnas. Spenden für den Kirchenbau kamen aus ganz Litauen und von Litauern in Amerika – man scherzte, dass die Kirche mit den Geldern erbaut wird, die litauische Großmütter mit dem Verkauf von Eiern erwirtschaftet haben. In Eigeninitiative trugen die Gläubigen auch nachtsüber Ziegelsteine, Zement und Eisen, hoben mit ihren Händen Fundamentgruben aus, mauerten Wände und arbeiteten am Innenausbau. Innerhalb von drei Jahren war die dreischiffige Basilika mit einem 70 Meter hohen Turm fertig – 63 Meter hoch, 25 Meter breit und mit Platz für 3.000 Menschen. Der vordere Gebäudeteil war mit der drei Meter hohen Statue der Friedenskönigin Maria geschmückt, die Altäre bestanden aus Marmorplatten und das Hauptfresko stammte von dem Künstler Professor Antanas Kmieliauskas. Die für das Jahr 1960 geplante Einweihung der Kirche blieb jedoch aus. Den Kirchenbauern wurden Bestechung, Schwarzhandel mit Baustoffen und Währung, Unterschlagung staatlicher Gelder und Amtsmissbrauch vorgeworfen, was zu Freiheitsstrafen führte. Der in seiner Dimension und Bedeutung im damaligen Litauen einzigartige Sakralbau wurde bald danach enteignet. Nach dem Abriss des Turmes, der Vernichtung der religiösen Symbolik und dem Umbau der Kirche nach den Bauerfordernissen einer Philharmonie entstand hier eine weitere Spielstätte der Philharmonie der Litauischen SSR. Nach vielen Bittschriften wurde das Kirchengebäude erst 1988 den Gläubigen zurückgegeben. Der Staat stellte eine halbe Million Rubel für den Wiederaufbau zur Verfügung. Der Vorsitzende des Exekutivausschusses Alfonsas Žalys meinte, Fehler hätten ihren Preis. Der beinahe 50 Meter hohe und nach oben schmaler werdende Turm, der an die Kirchtürme litauischer Holzkirchen erinnert, wurde wiederaufgebaut und es wurde eine Glocke mit einem Gewicht von 3 Tonnen gegossen. Der Künstler Kmieliauskas malte ein neues Fresko der Friedenskönigin Maria: Im Hintergrund sind nationale historische Fragmente zu sehen – Vertreibung, Widerstandskämpfer, Berg der Kreuze sowie Bilder von Christus in der Rast (Rūpintojėlis) und einer Pieta. Die dreischiffige und eintürmige Kirche ist in Rechteckform errichtet. Ihre schlichten Fassaden sind mit hellbraunem Granitputz dekoriert, verfeinert durch den abwechselnden Rhythmus von waagerechten Putzstreifen im Sockel und Fenstervertikalen mit Dreiecken oben. Auf dem Kirchhof befindet sich die Grabstätte des Kirchenbauers Monsignore Burneikis.
  • 4-stöckige Häuser und Fußgängerwege im Stadtbezirk 2 in Klaipėda Foto: Rasa Miuller
    3. Stadtbezirk 2 (Taikos pr. 15)

    Der Stadtbezirk 1 wurde in der Nachkriegszeit im südlichen Stadtteil von Klaipėda entworfen, beiderseits der Minijos-Straße und damals noch ohne die Vision einer linearen Stadtstruktur. In der Sowjetzeit und heute noch ist dieser Bezirk umgangssprachlich als „Ryportas“ (auf Deutsch „Fischereihafen“) bekannt und war Wohnraum für Werktätige des Fischereihafens. Gemäß dem korrigierten Stadtentwicklungsplan von 1957 wurden die Stadtbezirke 2 bis 7 den Taikos-Prospekt entlang, der zur neuen Stadtachse werden sollte, Richtung Süden entworfen. Der Stadtbezirk 2 war im Bauentwurf 1958 als Gruppe einzelner Wohnviertel südlich der Altstadt geplant. Das erste Wohnviertel entstand zwischen den Straßen Bangų, Kooperacijos, Sausio 15-osios und dem neugeplanten Taikos-Prospekt (Architekt Černiauskas). 1961 sprach sich der Architektenrat der Stadt gegen die höhere Bebauungsdichte und für den Bau von Hochhäusern im Bereich der Hauptverkehrsstraße aus, doch der endgültige Bauplan sah typische fünfstöckige Silikatstein-Wohnhäuser geringer architektonischer und ästhetischer Qualität vor, die keinen Bezug zur alten Straßenstruktur hatten und auch nicht zur erhaltenen ein- bis zweistöckigen Bauweise in der Siedlung Baltikalnė (Baltikallen) und im Gut Butsargė (Budsargen) passten. Insgesamt wurden im ganzen Gebiet über zwanzig drei- bis fünfstöckige Häuser aus Silikatstein mit Einschüben von roten Ziegelsteinen gebaut. Ähnlich geplant war auch die Hausgruppe auf der anderen Seite des Taikos-Prospektes, im Wohnviertel zwischen dem Taikos-Prospekt, der Pylimo- und Galinio-Pylimo-Straße. Das zweite Wohnviertel wurde zwischen 1964 und 1965 fertig. Dabei machte man die gleichen Fehler: unregelmäßig und gebrochen angelegte Hauptverkehrsstraßen, enge Innenhöfe, keine Verbindungen zur erhaltenen Straßenstruktur.
  • Sowjetisches Gebäude in Klaipėda, ehemahliges Einkaufzentrum „Vaidila“ Foto: Rasa Miuller
    4. Stadtbezirk 3 und öffentliches Zentrum des Bezirks (Taikos pr. 28)

    Der Stadtbezirk 3 war die erste große Bauleistung der Stadtplaner in Klaipėda, die 1960 begonnen wurde (Architekt Kazimieras Balėnas, Architektin Genovaitė Balėnienė). Im Entwurf war ein Gebiet mit einer Fläche von 54 ha auf den Feldern des ehemaligen Rumpiškės-Gutes (Rumpischken) vorgesehen. Die Architekten entwarfen einen Häuserblock aus 8 Hausgruppen in einer unregelmäßigen U-Form. Der Hauptblock befand sich an der Kauno-Straße und zwischen den Wohnhäusern waren Kindergärten, Schulen und öffentliche Dienstleistungs-Einrichtungen eingeschoben. Der Stadtbezirk 1 war mit Häusern aus Ziegelsteinen mit vier Baukörpern bebaut, während man sich im Stadtbezirk 2 für den Plattenbau entschied. Für jede Hausgruppe war jeweils ein Dienstleistungszentrum und ein Lebensmittelgeschäft vorgesehen. Auf einer Fläche von 7 ha neben der Paryžiaus-Komunos-Straße wurde ein Park errichtet, wo später die Kunstschule für Kinder ihren Platz fand, die im Rumpiškės-Gut gegründet worden war. Auf 35 ha wurden insgesamt 34 fünfstöckige und 6 neunstöckige Wohnhäuser sowie 3 Wohnheime geplant. Die ersten vier Häuser waren 1965 fertig, im Jahr 1966 begann der Bau des öffentlichen Zentrums (Architekten Alfredas Gytis Tiškus, Kazimieras und Genovaitė Balėnai). Erstmalig war ein öffentliches Zentrum mit einem einzigartigen ästhetischen Erscheinungsbild im Rahmen eines typischen Bauentwurfs in Klaipėda gebaut worden. Es besteht aus drei Gruppen, von denen eine auf der westlichen Seite des Taikos-Prospektes nach dem Bau des 16-stöckigen Hotels der Fischereiflotte entstand (jetzt die Einkaufspassage „Vėtrungė“). Die anderen zwei Gruppen sind in die Wohnstruktur des Bezirks eingegliedert. Im öffentlichen Zentrum gab es ein Warenhaus, eine Buchhandlung, ein Restaurant-Café, eine Post, eine automatische Telefonzentrale und das Filmtheater „Vaidila“. Allgemein passen die Architekturkonzepte in den damaligen Kontext: flache Dächer, Panoramafenster, Fensterbänder, rechteckige und klare geometrische Formen, achromatische Farbharmonie, Anpassung typischer Bauentwürfe – das ist Ausdruck des damaligen Zeitgeistes. Hochinteressant ist die ästhetische Gestaltung des Komplexes. Für die Fassadengestaltung wurde estnischer Schiefer verwendet, die Hauptfassade des Einkaufsgebäudes war mit einem nicht erhaltenen hölzernen Kunstwerk „Kuršiai“ geschmückt (Autor Edvardas Malinauskas). Es gehört zu einem der vielschichtigsten Komplexe der 60er Jahre in Litauen, wo der moderne architektonische Gedanke einer engen Integration des Wohnumfeldes und sozialer Funktionen umgesetzt wurde. Für diese Leistung wurden die Architekten 1973 mit dem Preis des Ministerrates der UdSSR ausgezeichnet.
  • Sowjetisches Gebäude in Klaipėda, das ehemahlige öffentliche Pempininkai-Zentrum Foto: Rasa Miuller
    5. Stadtbezirk 4 „Baltija“ und öffentliches Zentrum „Pempininkai“ (Taikos pr. 81)

    An der Stelle des einstigen Dorfes Pempininkai (Neuhof) entstand im Zeitraum von 1969 bis 1974 der Stadtbezirk 4 „Baltija“, der die Wohnviertel Pempininkų und Neringos umfasste (Architekt Balėnas und Architektin Galdikienė). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hier eine sowjetische Kolchose mit einem Garten von 16,5 ha eingerichtet, der nach dem Beginn der Bauarbeiten zerstört wurde. Auf Initiative des Arztes Lideikis blieb der alte Ortsname „Pempininkai“ erhalten. Die Bezirksfläche von 92 ha war für 24.000 Einwohner bestimmt, die Baustoffe kamen aus dem Plattenbaukombinat, das an der Stelle des jetzigen Einkaufszentrums „Akropolis“ stand. Der Stadtbezirk wurde mit fünfstöckigen Plattenbauten sowie fünf- und neunstöckigen gemauerten Häusern bebaut, die extra für diesen Bezirk entworfen worden waren (Architekt Umbrasas). Für den Bau der neunstöckigen Häuser wurden rote und gelbe Ziegelsteine und für die Balkonplatten eine blaue Glasur verwendet. Der Stadtbezirk ist durch die grüne Zone und öffentliche Einrichtungen in zwei Teile aufgeteilt – Pempininkai den Taikos-Prospekt entlang und Neringa die Šilutės-Hauptstraße entlang. Noch im Jahr 1966 war der Bau von zwei großen Mittelschulen mit je 1.700 Schülern und von sechs Kindergärten in Planung. Das öffentliche Pempininkų-Zentrum wurde zwischen 1968 und 1972 erbaut (Architekt Alfredas Gytis Tiškus). Im Zentrum waren öffentliche Kantinen, Handels- und Dienstleistungsbetriebe, Filmtheater und eine Bibliothek vorgesehen. Als wichtigster Kunstakzent auf dem Platz galt der von dem Architekten Tiškus entworfene Springbrunnen mit Wetterfahnen aus Metall. Die Wetterfahnen wurden von dem Künstler und Graveur Henrikas Urbaitis um das Jahr 1975 geschaffen.
  • Ein Park mit einem Teich und Bäumen, im Hintergrund ein sowjetisches Plattenbau Foto: Karolė Miuller
    6. „Draugystės“-Park (Park der Freundschaft)

    Der „Draugystės“-Park als grüner Kern im südlichen Stadtteil, der vier Wohnviertel umfasst, wurde im Stadtentwicklungsplan noch im Jahr 1962 entworfen (Architekt Alvydas Pranas Steponavičius). Der Park erstreckt sich auf dem Gebiet des ehemaligen Gutes Gedminai (Götzhofen), das sich im 16. Jh. hier befand. Der eine Teil des grünen Kerns wurde in den Baltijos-Stadtbezirk eingegliedert und der andere fügte sich zwischen den Schulen und Wohnheimen im Gedminų-Stadtbezirk ein. Im Park wurden Bäume angepflanzt und Wege und Teiche angelegt. 1975 wurde an der Haltestelle auf der Debreceno-Straße ein Gedenkstein zur Park-Eröffnung enthüllt. Der Stein ist mit der folgenden Inschrift bis heute erhalten geblieben: „Der Park zum Andenken an den 30. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg“. Im Park gibt es einheimische und gebietsfremde Pflanzenarten. Als Fortsetzung des Draugystės-Parks gilt der 1979 entworfene Park im Stadtbezirk 6 mit Radwegen und einem Teich (Architektin Galdikienė). Mitten im Teich gibt es eine Vogelinsel. Der Akzent des Parks ist der natürlich entstandene Simonaitytės-Hügel zum Skifahren. Der Hügel und die Simonaitytės-Straße wurden nach Ieva Simonaitytė (1897–1978) benannt, um die berühmteste Schriftstellerin der Region zu verewigen, die von 1921 bis 1939 in Klaipėda lebte und hier ihre bekanntesten Romane schrieb, „Aukštujų Šimonių likimas“ (Das Schicksal der Šimoniai aus Aukštujai) und „Vilius Karalius“. Im Jahr 2000 begann im Park der Bau der orthodoxen Michaels-Kirche, des Gemeindehauses und des Glockenturms.
  • Sowjetisches typisches neunstöckiges Plattenbau in Klaipėda Foto: Rasa Miuller
    7. Stadtbezirk 5 „Gedminai“

    Der Stadtbezirk 5 „Gedminai“ wurde 1975–1977 entworfen (Architekt Vitonis) und besteht aus zwei Wohnvierteln – Debreceno und Naujakiemio. Der neue Stadtbezirk erstreckte sich auf den Feldern des alten Gedminų-Gutes zwischen den Straßen Taikos-Prospekt, Debreceno, Šilutės pl. und Statybininkų-Prospekt. Das bis zum Zweiten Weltkrieg bekannte und wohlhabende Gut Gedminai wurde in der Nachkriegszeit verwüstet und auf dem Areal wurden ein 16-stöckiges Wohnhaus, ein Geschäft und ein Klub gebaut. Gemäß dem Bauentwurf von Simonavičiūtė von 1981 wurde das Hauptgebäude des Gutes wiederaufgebaut und 1984 ein Anbau errichtet. 1983 ließ sich hier das Balsio-Kunstgymnasium nieder. Bei der Gestaltung des Stadtbezirkes „Gedminai“ folgte man dem Vorbild des Stadtbezirkes „Lazdynai“ in Vilnius und man versuchte, die Unregelmäßigkeiten des Geländes und einige Hügel in Höhe von 2 bis 4,5 Metern zu erhalten. Auf 113 ha wurden typische fünf- und neunstöckige Plattenbauten errichtet. Neunstöckige Häuser mit vier Eingängen waren von außen mit Granitputz dekoriert, die Balkone mit Keramikplatten und dekorativen Wänden aus Reliefstahlbeton verkleidet, welche das Gebäude senkrecht in sechs Teile gliederten. Eine Neuheit war das zwölfstöckige Haus mit Räumlichkeiten für kommunale Dienstleistungen (Architekten Tiškus und Arkušauskas). 1974 wurde eine technische Lösung für die hinteren Plattenbau-Fassaden gefunden – sie wurden mit einer dekorativen Polymer-Mineral-Schutzmischung besprüht. Je nach Wohnviertel oder Hausgruppe wurden der Mischung unterschiedliche Farbpigmente zugesetzt. Die öffentlichen Räume an den wichtigsten Aussichtspunkten wurden mit Bergfichten und wildem Wein bepflanzt.
  • Ein zweistöckiges Gebäude eine Kindergartens, vorne eine Wiese und Bäume Foto: Rasa Miuller
    8. Stadtbezirk 6 „Žardininkai“

    Der Stadtbezirk 6 verdankt seinen Namen dem Dorf Žardininkai, das sich hier befand. Der Ortsname Žardė (Sarde) stammt vom Flussnamen Sarde, Nebenfluss der Smeltalė. Der Ort ist seit dem 9. Jh. ziemlich dicht besiedelt. Vom 11. bis zum 12. Jh. lagen mehrere Siedlungen zwischen den Burghügeln Žardė und Laistai. Auf dem Burghügel befand sich die im Jahr 1253 erstmals erwähnte kurische Burg Žardė (Szarde). Um die Wende vom 13. zum 14. Jh. ist der Ort Žardė zugrunde gegangen. Vom 17. Jh. bis 1945 sind in diesem Gebiet die Güter Klein- und Groß-Žardė urkundlich belegt. Der Žardininkų-Stadtbezirk (Architekt Valatka) liegt zwischen den Straßen Statybininkų-Prospekt, Vingio, Smiltelės und Taikos-Prospekt und nimmt eine Fläche von beinahe 100 ha ein. Mit ihrer Gebäudelage erinnern zwei Wohnviertel an den Buchstaben L, in der Mitte befindet sich eine Grünanlage. Der 1981 erbaute Stadtbezirk 6 verfügt über ein besseres ästhetisches Erscheinungsbild, die Häuser enthalten architektonische Details, deren Fehlen zuvor gebaute Häuser sehr armselig aussehen lässt. Für die Außengestaltung wurden Keramikplatten, Reliefbetonplatten, individuelle Brüstungen und Hauseingangs-Überdachungen verwendet. Die Innenausstattung wurde ebenfalls hochwertiger. Zur Achse des Stadtbezirkes sind die Simonaitytės-Straße und die grüne Zone geworden, welche die einzelnen Wohnviertel voneinander trennt.
  • Sowjetisches typisches fünfstöckiges Plattenbau in Klaipėda Foto: Rasa Miuller
    9. Stadtbezirk 7 „Bandužiai“

    „Bandužiai“ ist der zuletzt gebaute und größte Stadtbezirk im südlichen Teil der Stadt Klaipėda, der am Standort des ehemaligen Dorfes Bandužiai (Bandhussen) zwischen 1974 und 1985 entworfen wurde. Der Dorfname steht mit dem Namen des Bauers Georg Bandhus aus der Mitte des 18. Jh.s. in Verbindung. Dem Bau von Wohnvierteln im südlichen Stadtteil mussten alte deutsche und kleinlitauische Dörfer weichen: Budelkiemis (Buddelkehmen), Žardė (Szarde), Gedminų-Gut (Gedminnen), Stariškė (Starrischken), Šunpetriai (Schompetern) und andere. Mit Rücksicht darauf kam der Vorschlag, Straßen nach den Dörfern zu benennen. So entstanden Bandužių, Kuncų, Budelkiemio und weitere Straßennamen. Der Bandužių-Stadtbezirk erstreckt sich auf einer Fläche von 139 ha zwischen den Straßen Smiltelės, Šilutės-Hauptstraße, Jūrininkų-Prospekt und Taikos-Prospekt. Der Wohnraum ist für beinahe 38.000 Bewohner gedacht. Von sechs Wohnvierteln wurden nur vier fertig gebaut. Der Bauentwurf der Architektin Galdikienė wurde 1974 genehmigt, musste jedoch in Hinblick auf die Parkplätze und auf die größere Anzahl höherer Wohnhäuser korrigiert werden. Es wurden 5-, 9- und 10-stöckige Wohnhäuser als Plattenbau sowie 12- und 16-stöckige Häuser als Monolithbau entworfen und gebaut. Der Bauentwurf für den Stadtbezirk 7 wurde nur teilweise umgesetzt, die Stadtbezirke 5 und 6 wurden nicht fertiggestellt. Erst nach der Erlangung der litauischen Unabhängigkeit und nach dem Bau des Einkaufszentrums BIG 2004 fand eine intensivere Bebauung statt. Im Jahr 2008 wurde zwischen den Straßen Laukininkų und Varpų auf dem freien Gelände von 8,3 ha der Sąjūdis-Park angelegt, benannt nach der litauischen Nationalbewegung.
  • Sowjetische neun- und fünfstöckige Plattenbauten in Klaipėda Foto: Karolė Miuller
    10. Wohnviertel Alksnynė

    Der Name des Wohnviertels Alksnynė kommt von der Siedlung zwischen Smiltynė und Juodkrantė auf der Kurischen Nehrung. Entworfen wurde dieses Wohnviertel von dem Architekten Valatka im Jahr 1975 an der Stelle ehemaliger Schrebergärten. Es wurden 5-, 9-, 10- und 12-stöckige Wohnhäuser gebaut. Für den Bau wurden dekorative rote Ziegelsteine verwendet und zum ersten Mal wurden in Klaipėda Loggien-Trennplatten mit Marmorverkleidung eingesetzt. Die Höfe sind klein, die Bebauungsweise soll einen maximalen Schutz vor dem rauen West- und Nordwestwind bieten. Die Häuser sind versetzt zueinander angeordnet, um den „Blick in die Fenster der Nachbarn“ möglichst zu vermeiden. In Alksnynė wurden exklusive Wohnungen mit einer größeren Wohnfläche und einer besseren Innengestaltung gebaut. Die ersten Häuser entstanden hier 1980 und die letzten 1995.
  • eine straße mit Ampel und Zebrastreifen, vier Leute überqueren die Straße, weiter sieht man ein großes Gebäude mit den Überschrift auf Litauisch „Neuer Markt“ Foto: Rasa Miuller
    11. Der Neue Markt (Taikos pr. 80)

    Der älteste Markt von Klaipėda befand sich vom 18. bis zum 20. Jh. auf dem jetzigen Theaterplatz. Der zweite Markt wurde in Friedrichstadt – an der Stelle des jetzigen Altmarktes – gegründet. Später gab es auch an anderen Orten der Stadt Märkte, z.B. am Kai des Flusses Dangė und am Anfang der jetzigen Liepų-Straße. Die erste Markthalle wurde 1860 errichtet. In der Sowjetzeit wurde ein neuer überdachter Markt im südlichen Stadtteil entworfen (der typische Bauentwurf durch den Architekten Vitonis angepasst). Der Ort für den Bau wurde bereits 1979 festgelegt, die Baugenehmigung kam jedoch erst 1987. Auf dem Neuen Markt gibt es 158 Verkaufsplätze, ein Lebensmittelgeschäft vom Typ „Universam“, einen kommunalen Dienstleistungskomplex, überdachte Verkaufsstände für den saisonalen Handel und ein Hotel mit 40 Betten. Wegen Engpässen bei Baustoffen kam es zu Verzögerungen und der Markt öffnete erst 1989. Im Jahr 2014 wurde bei der Erneuerung des Marktes beschlossen, im Aushängeschild das Delphin-Symbol zu verwenden, um die Besonderheit des Neuen Marktes hervorzuheben: das besondere Angebot an Fischprodukten. Die Bezeichnung als Delphinmarkt ist bereits seit der Sowjetzeit etabliert, als es in Klaipėda das bekannte Fischgeschäft „Delfinas“ gab. Neben Fisch findet man auf dem Markt verschiedene Lebensmittel, Textilien und Modeschmuck. 2017 wurde der Markt umgebaut: Man hat den Hauptplatz neu angelegt, einen geschlossenen Pavillon gebaut und die Sommerverkaufsstände umgestaltet. Jeden Tag gibt es durchschnittlich 600 Verkäufer auf dem Marktgelände. Die Öffnungszeiten sind täglich von 7.00 bis 19.00 Uhr, am Sonntag schließt der Markt eine Stunde früher.
  • Fassade des ehemahligen Filmtheaters „Jūratė und Kastytis“ Foto: Karolė Miuller
    12. Filmtheater „Jūratė ir Kastytis“ (Taikos pr. 105)

    Der Kinobesuch war im 20. Jh. eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. In der Sowjetzeit gab es sogar sieben Filmtheater in Klaipėda: „Baltija“, „Aurora“, „Vaidila“, „Vaiva“, „Švyturys“ (Kapitolijus), „Žemaitija“ und „Jūratė ir Kastytis“. „Jūratė ir Kastytis“ ist das siebte Filmtheater, dessen typischer Bauentwurf im Jahr 1977 an die konkrete Ortschaft angepasst wurde. Dort waren zwei Kinosäle mit 400 und 200 Sitzplätzen vorgesehen. Zwischen den Sälen wurde ein breites Foyer geplant und die Ticketkassen wurden in einen separaten Anbau verlegt. Geplant war, dass der gesamte Ticketverkauf für alle sieben Filmtheater in Klaipėda über diese Kassen ablaufen würde. Das Gebäude ist etwas höher angelegt, eine Treppe führt zum Foyer und der übrige Gebäudeteil ist mit dem daneben liegenden neunstöckigen Haus durch eine fortgesetzte Überdachung zu einem einheitlichen Ensemble verbunden. Die wichtigsten Baustoffe waren rote Ziegelsteine und Beton. Entworfen wurde das Filmtheater „Jūratė ir Kastytis“, wie auch das „Žemaitija“, von dem Architekten Ramūnas Kraniauskas. 1977 wurde die Wand mit der Skulptur „Jūratė ir Kastytis“ des Bildhauers Gintautas Jonkus geschmückt. Derzeit ist das Filmtheater geschlossen. Der größte Schlag war die Modernisierung des Filmtheaters „Žemaitija“ und später noch die Errichtung eines modernen Kinos im Einkaufszentrum „Akropolis“. 2008 wurde die Tätigkeit vorübergehend wieder aufgenommen, aber hohe Betriebskosten und unzureichende Zuschauerzahlen führten zur erneuten Schließung. Die Räumlichkeiten wurden für eine gewisse Zeit in einen Nachtclub umgewandelt, es gab geschlossene Filmvorführungen, diverse Veranstaltungen und Seminare. 2012 wurde die gesamte Kinoeinrichtung in das Filmtheater „Naglis“ nach Palanga gebracht. Jetzt beherbergt das ehemalige Filmtheater ein Kasino, ein Billardzimmer und ein Geschäft für Haustechnik.
  • Ein Brunnen außer Betrieb, dahinter ein Einkaufszentrum Foto: Rasa Miuller
    13. Wohnviertel Debrecenas: Einkaufszentrum, Springbrunnen und Zeichen der Städtefreundschaft (Taikos pr. 101)

    Um die Städtefreundschaft zwischen Klaipėda und der Stadt Debrecen in der Ungarischen Volksrepublik zu verewigen, wurde im Stadtbezirk 5 „Gedminai“ ein Wohnviertel gebaut und dem Einkaufszentrum der Name „Debrecenas“ verliehen. Für den Bauentwurf des Einkaufszentrums wurde die vom Architekten Tiškus geleitete Gruppe mit dem Diplom und Preis des Architektenverbandes der UdSSR ausgezeichnet. Der Komplex enthält über zehn einzelne funktionale Segmente, die sich voneinander durch Höhe, Konturen und Konfiguration unterscheiden. Die gesamten Segmente wurden durch die Formenvielfalt und vielfältige Segmentierung von Oberflächen zu einem einheitlichen Komplex verbunden, und zwar in Wechselwirkung von dichten und gläsernen Ebenen und im engen Rhythmus vertikaler Elemente. Das öffentliche Einkaufszentrum „Debrecenas“ war zur damaligen Zeit das größte in Klaipėda. Es wurde ausgerechnet, dass es eine Stadt von der Größe des benachbarten Kretinga versorgen könnte. Im Lebensmittelgeschäft gab es ein Selbstbedienungssystem. Der damalige Leiter des Handelsvorstandes, Arkadijus Lichtinštainas, hatte hier ein beinahe perfektes Verkaufssystem geschaffen, das von Reisegruppen nicht nur aus Vilnius oder Kaunas, sondern aus der ganzen Sowjetunion besichtigt wurde. Der dekorative Springbrunnen aus Granit wurde nach einem Entwurf von Bosas zwischen 1976 und 1977 gebaut. Die 1978 ebenfalls von ihm geschaffene Skulptur „Žiogas“ („Grashüpfer“) schmückte die Stadt Debrecen. 1970 entwarf der Bildhauer Lionginas Garla auf der Kreuzung zwischen dem Taikos-Prospekt und der Debreceno-Straße ein Zeichen für die Städtefreundschaft, in dem die Wappen von Debrecen und Klaipėda dargestellt sind. Das Debrecen-Zeichen wurde im Jahr 2015 erneuert.
  • Rotes Backsteingebäude, an der Fassade Überschriften „Žvejų rūmai“ und „Klaipėdos muzikinis valstybinis teatras“, vorne eine Straße Foto: Rasa Miuller
    14. Konzerthaus „Žvejų rūmai“ („Seemannshaus“) (Taikos pr. 70)

    Das Kultur- und Sporthaus (entworfen von Baltrėnas) wurde im Stadtbezirk 4 „Baltija“ 1981 im Auftrag des damaligen Ministeriums für Gewerbliche Fischerei der UdSSR gebaut. Die Fläche des Gebäudes aus roten Ziegelsteinen beträgt 8.000 Quadratmeter. Der Komplex befindet sich auf einer Fläche von 3 ha und ist in drei Zonen – Zuschauerraum, Klub und Sporthalle – eingeteilt. Die Länge des Gebäudes beträgt 96 Meter, die Breite 33,7 Meter. Hinter dem Gebäude gibt es offene Volleyball- und Basketballplätze. Im Großen Saal finden 1.050 Zuschauer Platz, im Kleinen Saal 114. Der Große Saal war mit einer zu damaliger Zeit moderne, vollmechanisierte und automatisierte Drehbühne mit einer Fläche, Tiefe und Höhe von je 24 Metern ausgestattet. Das Kulturhaus „Žvejų rūmai“ verfügt über eine der größten Bühnen litauenweit (mit Orchestergraben), die sich hervorragend für Auftritte von Truppen in großer Zusammensetzung und Theateraufführungen mit einer komplizierten Szenographie eignet. Das Haus wurde 1982 eröffnet und lange Zeit besaß es eine hohe Reputation. Auch heute ist es noch einer der wichtigsten Orte für Auftritte verschiedener Darsteller und Kunstgruppen in Klaipėda. Es gibt im Kulturhaus vier Theater: Pantomime-Theater „A“, Jugendtheater „Be durų“, Gliukai-Theater und Burgtheater Klaipėda. Hier proben 4 Chöre, unter anderem der Chor „Cantare“ und der Frauenchor „Dangė“, sowie zwei Tanztruppen. Es finden auch zwei Festivals statt, „Jaunatis“ und „Šermukšnis“. Während des Umbaus und der Sanierung des historischen Dramatheaters auf dem Theaterplatz wurden im Kulturhaus acht Jahre lang Theaterstücke des Dramatheaters Klaipėda inszeniert und aufgeführt. Als 2019 der Umbau des Musiktheaters Klaipėda begann, zog auch dieses Theater vorübergehend hier ein.
  • Die Route in Klaipėda auf Google Karte © Goethe-Institut Vilnius
    Fahrradroute auf dem Stadtplan

    Die Streckenlänge beträgt 13 km und dauert 2 bis 2,5 Stunden. Die Adresse neben dem Objekt bezeichnet den empfohlenen Anhaltepunkt zur Besichtigung. Die Route können Sie auf Google abrufen.

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