Ausstellung Tier – Mensch – Roboter

Gyvūnas – žmogus – robotas © MO Muziejus

Sa, 06.04.2019 -
So, 25.08.2019

MO Museum

Pylimo g. 17

Traditionell wird der Mensch als entwickelte Spezies angesehen, die das Recht besitzt, über das Schicksal der gesamten Tierwelt zu entscheiden. Eine solche klare Abgrenzung wird jedoch mehr und mehr in Frage gestellt. Die Abwendung vom bisherigen Konsens wird von der sich vertiefenden ökologischen Krise, dem wachsenden Industriekonsum und den sich schnell entwickelnden Technologien beeinflusst.

Ziel der Ausstellung „Tier – Mensch – Roboter“ des MO Museums ist es, die Möglichkeit einer Neubewertung der Beziehungen vom Mensch zu anderen Wesen zu fördern: Seien es nicht-menschliche Tiere oder vom Menschen geschaffene organische und/oder mechanische Gestalten. Was verrät die moderne Malerei und Fotografie über Menschen und ihre Beziehungen zu Nicht-Menschen? Wie stellen sich die zeitgenössischen Künstler aus Litauen und anderen Ländern Europas die Zukunft einer hybriden Gesellschaft vor?

Es werden Kunstwerke aus der Sammlung des MO Museums und andere Werke von Künstlern aus Deutschland und den Baltischen Ländern gezeigt. Sie machen deutlich, wie  sich die menschliche  Einstellung zu den die  Menschen umgebenden Lebensformen verändert hat: von Fabelwesen zu futuristischen Hybriden.

Hito Steyerl

Hito Steyerl. Takumo korporacija, 2014 Hito Steyerl. Liquidity Inc., 2014. Nutzungserlaubnis: Künstlerin, Andrew Kreps Gallery, New York, und Esther Schipper, Berlin. Screenshot. | Foto: © Hito Steyerl In der Ausstellung wird das Kunstwerk „Liquidity Inc“ der deutschen Künstlerin Hito Steyerl präsentiert. Die Künstlerin versetzt Wirtschaftskrise und zeitgenössische Kultur in eine assoziative Analogie mit dem Medium Wasser. Das Kunstwerk setzt sich darin mit dem Leben des Finanzanalysten Jacob Wood auseinander. Als er während der Finanzkrise seine Arbeit verlor, begann er eine neue Karierre als Kämpfer der gemischten Kampfkunst. H. Steyerl zeigt dem Zuschauer eine Videoprojektion, die vor einer beeindruckenden Rampe, die an eine Welle erinnert, projiziert wird. Die Erzählung verbindet die Bewegung des Wassers metaphorisch mit der Verbreitung von Daten im virtuellen Raum, globaler Migration und den Ursprüngen des Lebens. (nach dem Text von Kuratorin Ugnė Paberžytė)

Hito Steyerl Hito Steyerl | Foto © Trevor Paglen Hito Steyerl (geb. 1966 in München) ist Professorin für Experimentalfilm und Video an der Universität der Künste Berlin. Ihr Werk ist beeinflusst von den Arbeiten Harun Farockis, dessen Wirken sie heute fortsetzt. Es umfasst Texte, Performances, Multimedia-Installationen und essayistische Dokumentarfilme und wurde neben vielen anderen Ausstellungsorten auf der Biennale in Venedig, im Museum of Contemporary Art, Los Angeles, im ICA in Boston und im Museum of Modern Art (MoMA), New York, ausgestellt.

Dieses Jahr wurde die Künstlerin sowie Schriftstellerin von der Berliner Akademie der Künste mit dem Käthe-Kollwitz-Preis ausgezeichnet. Die Juroren hoben bei ihrer Wahl hervor, „dass Hito Steyerl mit ihren Bildmontagen aus Computeranimationen, aus Massenmedien und aus selbstgedrehten Szenen auf den Einfluss digitaler Informationen und digitalen Lebens reagiert und mit ihrer Arbeit auf gegenwärtige politische, gesellschaftliche und soziale Prozesse aufmerksam macht.“

Kuratorinnen: Dr. Erika Grigoravičienė, Ugnė Paberžytė
Ausstellungsarchitekt: Justinas Dūdėnas
Design: Akvilė Paukštytė

Das Projekt wird vom Goethe-Institut Vilnius gefördert.

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