Theateraufführung Austerlitz

Ein Junge steht auf einer mit Schnee zugedeckter Landschaft © Valstybinis jaunimo teatras

Mi, 23.09.2020 -
Sa, 20.02.2021

Valstybinis jaunimo teatras

Arklių g. 5
Vilnius

Nach dem Roman von W. G. Sebald

23. September 2020, 17:30
24. September 2020, 17:30
1. Oktober 2020, 17:30
22. Oktober 2020, 17:30
20. Februar 2021, 17:30


Der letzte Roman von einem der originellsten zeitgenössischen Schriftssteller, von W. G. Sebald, Austerlitz (2001), wird gemeinhin als Höhepunkt seines schriftstellerischen Schaffens bezeichnet. Es ist eine epische Meditation über das Holocaust-Trauma und seine Auswirkungen auf das Schicksal eines einzelnen Menschen. Im Roman wird anhand einer persönlichen Erfahrung das Ausmaß der Vernichtung von Zivilisation im 20 Jahrhundert reflektiert.

Nach Austerlitz wurde Sebald für den Nobel-Literaturpreis nominiert. Leider ist der Schriftsteller in demselben Jahr gestorben. Nach seinem Tod ist sein Roman in mehrere Sprachen übersetzt worden und zum Klassiker der zeitgenössischen Literatur geworden. Der litauische Verlag „Baltos lankos” plant in Kürze eine litauische Ausgabe von Austerlitz (Übersetzerin Rūta Jonynaitė).

Die Ereignisse von Austerlitz umfassen sechs Jahrzehnte – von 1939 bis zum Ende des 20 Jahrhunderts. Sie finden finde in Antwerpen, Wales, Oxford, London, Paris, Prag, Terezín (Theresienstadt) und Marienbad (Mariánské Lázně) statt. Die historischen Ereignisse liegen bereits in der Vergangenheit, bevor die Erzählung einsetzt. Sebald beschreibt die zufälligen Treffen des Erzählers und einsamen Nomaden Austerlitz, die während der drei letzten Jahrzehnte des 20 Jahrhunderts in unterschiedlichen Städten Europas stattfanden. Austerlitz hat bis zu seiner Volljährigkeit weder seinen richtigen Namen gewusst, noch seine Eltern gekannt. Als er fünf Jahre alt war, hat ihn seine Mutter vor der Deportation ins Konzentrationslager Theresienstadt in den Zug des Lebens von Prag nach London gesetzt. Sein Vater ist verschollen. Austerlitz war mit einem anderen Namen adoptiert worden, ist in Wales aufgewachsen, hat in Oxford studiert, hat sich nach dem Studium in London niedergelassen und beschäftigte sich mit Untersuchungen zur Architektur des 19 Jahrhunderts. Er lebte ohne Erinnerungen bis er im Bahnhof von Liverpool, wohin ihn der Zug des Lebens gebracht hatte, mit einem Schlag von Erinnerungen heimgesucht wurde. Danach begab sich Austerlitz auf die Suche nach seinen Eltern und nach dem Zuhause seiner Kindheit. Jedoch verstärkt die Rückkehr in das Haus seiner Kindheit in Prag nur sein Außenseiter-Gefühl. Und nur die Suche nach den Spuren seiner Eltern vermag seinem Leben Sinn zu geben.
 
Der polnische Regisseur Krystian Lupa, der im staatlichen Valstybinis jaunimo teatras in Vilnius sich zum ersten Mal mit einem Werk von Sebald auseinandersetzt, ist überzeugt, dass die Literatur von diesem Schriftsteller eine Wandlung der Theatersprache initiieren könnte.
 
Die Aufführung von Austerlitz wird vom Goethe-Instituts Vilnius unterstützt.
 

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