Deutsche Spuren in Lettland
Berliner Buddy Bären erobern Riga

Berliner Buddy Bären in Riga
Foto: Goethe-Institut

Tatzen hoch zum 100. Geburtstag: Zum Staatsjubiläum Lettlands gratuliert Deutschland mit einem besonderen Geschenk. In Riga ist deshalb der Bär los. Auch sonst gibt es in der Stadt vielerlei deutsche Spuren zu entdecken – mit Hilfe einer App des Goethe-Instituts.

Die Lieblinge des Sommers 2018 in Lettland stehen mit allen Pfoten im Leben, präsentieren kugelrunde Bäuche und Speckfalten, sind kunterbunt bemalt und werden nahezu pausenlos fotografiert und gefilmt. Die 149 Berliner Buddy-Bären sind eine der größten Attraktionen des Jahres in dem baltischen Land. Noch bis zum 22. August stehen die lebensgroßen und freundlich wirkenden Figuren fein säuberlich aufgereiht auf dem Domplatz in der Hauptstadt Riga - als deutsches Geschenk zum 100. Staatsjubiläum Lettlands. Mit der Bärenparade gratuliert Deutschland zum runden Geburtstag - und macht viele in dem kleinen Land im Nordosten Europas damit überglücklich.
 
“Dies ist ein wunderbares Geschenk zu unserer Hundertjahrfeier”, freute sich die lettische Kulturministerin Dace Melbārde bei der Eröffnung der Bärenschau am 12. Juli. Auch Rigas Bürgermeister Nils Ušakovs äußerte seine “fantastische Freude” über den ersten Besuch der dem Berliner Wappentier nachempfundenen Sympathieträger im Baltikum. Überdies betonten beide in ihren Grußworten die engen Beziehungen und das freundschaftliche Verhältnis zwischen Lettland und Deutschland, das auch durch die Ausstellung zum Ausdruck komme.

Botschafter für Völkerverständigung und Toleranz

Lettland mit seinen rund zwei Millionen Einwohnern feiert am 18. November 2018 den 100. Jahrestag seiner Unabhängigkeit von Russland im Ersten Weltkrieg. “Wenn man Geburtstag feiert, bekommt man traditionell Geschenke. Ist es aber ein großer und runder Geburtstag, dann erhält man ein besonderes Geschenk", betont Rolf Schütte. Der deutsche Botschafter in Lettland holte mit Sponsorenhilfe die inzwischen weltweit bekannte Ausstellung “United Buddy Bears” nach Riga. Seit dem Jahr 2002 sind die Bären international auf Tour, um für Völkerverständigung und Toleranz zu werben. Ein Jahr zuvor waren sie als Kunstprojekt in Berlin entstanden.
 
Die United Buddy Bears repräsentieren Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen. Jeder Bär zeigt durch seine Gestaltung das Landestypische einer Nation. Dazu kommen fünf Sonderbären und der von Schülern eigens für die Ausstellung gestaltete Riga-Bär, der auch nach der sechswöchigen Bärenparade in der lettischen Hauptstadt verbleiben wird.

Beliebt bei Groß und Klein, Alt und Jung

Organisatorisch war es kein ganz einfaches Unterfangen – angefangen vom Transport über die Versicherung bis hin zur Aufstellung der jeweils rund 50 Kilogramm schweren Bärenskulpturen aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Doch der Aufwand scheint sich gelohnt zu haben: Schon bei der Eröffnung der Ausstellung versammelten sich Dutzende Schaulustige vor den etwa zwei Meter hohen Figuren, um sich mit ihnen ablichten zu lassen.
 
Inzwischen sollen geschätzt bereits mehrere Hunderttausend Besucher die Bären besichtigt haben. Vor allem Familien mit Kindern zieht es massenhaft zu der kostenlosen Ausstellung unter freien Himmel, die einem guten Zweck dient – es wird damit für eine Stiftung der Kinderklinik in Riga gesammelt. Bislang kamen mehrere Tausend Euro durch Spenden und den Verkauf von Bären-Souvenirs zusammen.
 
Auch für die zahlreichen Touristen, die im Sommer die historische Altstadt der Ostseemetropole bevölkern und dort an nahezu jeder Ecke auf andere deutsche Spuren treffen, sind die Figuren ein beliebtes Fotoobjekt. Populärstes Motiv: Ein Bild mit dem Lieblings-Bären, mit dem unter dem Hashtag #BerlīnesLāči auch an einem Online-Fotowettbewerb teilgenommen werden kann.

Auf den Spuren deutscher Kultur in Lettland

Doch nicht nur am Domplatz ist das Klicken von Fotoapparaten zu hören. Lettland und Riga werden bei Touristen immer beliebter. Starkes Interesse gibt es aus Deutschland – allein im vergangenen Jahr besuchten mehr als 250 000 deutsche Besucher den Ostseestaat. Vertraut vorkommen dürfte ihnen dort vieles: Die Verbindungen zwischen Deutschland und Lettland sind durch die Jahrhunderte schon immer eng gewesen. Überall finden sich zahlreiche Zeugnisse gemeinsamer Geschichte und gegenseitiger Einflussnahme. Manche davon sind schon auf den ersten Blick zu erkennen, andere wiederum verschlungen oder fast vergessen.
 
Mit einem Smartphone oder Tablet kann man nun auf diesen “Deutschen Spuren in Lettland” wandeln. Eine gleichnamige mobile App des Goethe-Instituts Riga begleitet multimedial an Orte, die mit der deutsch-lettischen Geschichte und Gegenwartskultur zusammenhängen und bringt Einheimischen wie Touristen die Geschichten hinter den Plätzen, Gebäuden und Personen näher. Auf einer Online-Karte sind landesweit Dutzende Spuren hinterlegt, die anhand von Texten, Fotos und teils auch Film- und Tonaufnahmen vorgestellt werden.

Zu besichtigen ist etwa das alte Rigaer Stadttheater, an dem Richard Wagner einst den Taktstock hob. Eine andere Station ist der Zentralmarkt, in dem ein Stück deutscher Luftfahrgeschichte steckt. Und bald schon dürfte auch ein Eintrag zu den Lieblingen des diesjährigen lettischen Sommers in der interaktiven App  zu finden sein, die auf Deutsch und Lettisch verfügbar ist und nach der Installation auch offline und von zu Hause aus funktioniert.
 
  • Deutsche Spuren Lettland Foto: Goethe-Institut
    Deutsche Spuren in Lettland
  • Deutsche Spuren Lettland Foto: Goethe-Institut
    Eine der Deutsche Spuren in Lettland
  • Deutsche Spuren Lettland Foto: Goethe-Institut/Katrin Wolschke
    Im Rigaer Zentralmarkt steckt ein Stück deutscher Luftfahrgeschichte
  • Deutsche Spuren Lettland Foto: Goethe-Institut
    Auch Richard Wagner hinterließ Spuren in Riga
  • Deutsche Spuren Lettland Foto: Goethe-Institut
    Auch Richard Wagner hinterließ Spuren in Riga