Paulína Čuhová empfiehlt
Frausein

Frausein von Mely Kiyak © Hanser Verlag, Berlin, 2020 „Ich bin eine Frau. Ich bin es gerne. Davon möchte ich erzählen.“ Ein überraschendes, sehr sanftes, poetisches und sensibles Buch darüber, was Frausein bedeutet. Das Frausein in Deutschland heute. Die Kolumnistin und Schriftstellerin Mely Kyijak ist die Tochter eines kurdischen Einwanderers und die Plattform eines Migrant*innenseins prägt natürlich auch das stark autobiografische Buch. Es ist aber keine soziologische Analyse, keine Klage, keine feministische Schrift, keine Integrationsgeschichte, eher sind es sehr intime Erinnerungen an die einzelnen Erfahrungen, Treffen, Menschen, Alleinsein einer empfindlichen und aufrichtigen Frau, die wir auf dem Weg von einem Mädchen zur Frau und Künstlerin begleiten.

Den Fokus legt Kiyak sehr stark auf das existenzielle Gefühl und das Erleben des Fremdseins – man fühlt sich fremd wegen des Aussehens, Herkunft, Sprache ... und wegen des Geschlechts. Und das ist der Punkt, der Kiyak interessiert. Sie will keine durchschnittliche Frau sein, sie lehnt den Durschnitt ab. Eben wie das „in Schlubladen stecken“ als die „Ali-Dichterin". Das Resultat – das Schreiben, aber auch alleine sein/allein sein können – weil nichts macht Mely Kiyak glücklicher als Schreiben und allein am Meer spazieren zu gehen.
Hanser Verlag

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