Un/Controlled Gestures ?
Untersuchung der « Kafala »(كفالة) in der heutigen MENA-Region

kafala © Goethe-Institut/Sabry Khaled

 

Ausschreibung für choreographische Projekte in der MENA-Region

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Bewerbungsschluss: 21. April 2019

Das Goethe-Institut initiiert ein Projekt zur Förderung der choreographischen Arbeit in der MENA-Region. Dafür werden acht Künstler*innen, die in der MENA-Region leben und arbeiten, ausgewählt. Jede*r Künstler*in entwickelt ein Werk, das sich mit Fragen der Autonomie und Politik des Körpers befasst. Das Goethe-Institut bietet von der Konzeption bis hin zur Umsetzung der Produktionen finanzielle Unterstützung und künstlerische Begleitung.

Ausschreibung zum Herunterladen Projektzeitraum: Juni 2019 bis Februar 2020
Orte: Marokko, Ägypten

KONZEPT

Das Projekt “Un/Controlled Gestures?” ist eine Untersuchung der "kafala", eines traditionellen juristischen Konzepts in einigen arabischen Ländern. Die "kafala" nimmt in arabischen und muslimischen Ländern unterschiedliche Ausprägungen und Merkmale an, umfasst jedoch in jedem Fall zugleich Kontrolle und Schutz. Was bedeutet die “Kafala” heute? Kann sie die Würde und Integrität der Betroffenen gewährleisten oder stellt sie vielmehr eine uneingeschränkte Beeinträchtigung ihrer Integrität dar? Wie wird dieses komplexe System darüber hinaus in den Gesellschaften der MENA-Region gespiegelt und wie funktionieren zusätzliche Dynamiken der Kontrolle und Benutzung anderer auf der sozial-politischen Ebene?
Der Tanz als Körperkunst schlechthin bietet Anlass, um diese Perspektiven zu reflektieren und trägt dazu bei, neue Arten der Wahrnehmung und eine neue Sprache in den Performancekünsten zu entwickeln und erfinden.
Junge Künstler*innen sind eingeladen, sich mit Konzepten von Autonomie, Selbstbestimmung, Unterwerfung und Einschränkung des Körpers zu beschäftigen. Sie schaffen und präsentieren neue Performances, die ihre Reflexion über diese Themen und die komplexe Frage der Verfügung über andere widerspiegeln.

Ziele des Programms
  • Entwicklung einer theoretischen und philosophischen Reflexion über die Politik des Körpers und die Verfügung über andere
  • Vernetzung junger Choreograph*innen und Künstler*innen aus der Region
  • Erwerb neuer Fähigkeiten
  • gegenseitige Evaluation im Rahmen eines kritischen und konstruktiven Umfeldes
  • (Ko)Produktion von Tanzstücken
  • Verbreitung von Tanzproduktionen und Verbindung von Tanzschaffenden und Publikum durch Auftritte in der MENA-Region, in Deutschland und Europa
  • Förderung der transnationalen Zusammenarbeit

Kuratorinnen :

Frau Nedjma Hadj Benchelabi, Kuratorin und Dramaturgin für Darstellende Kunst mit Sitz in Brüssel
Frau Anna Mülter:  Die in Berlin lebende Kuratorin Anna Mülter arbeitet im Rahmen des Tanzprogramms bei „Sophiensaele“ und leitet das jährliche Festival „Tanztage Berlin“, das Werke von Nachwuchschoreographen aus Berlin präsentiert. Gleichzeitig ist sie Teil des Dramaturgenteams des „tanzhaus nrw“ in Düsseldorf. Nach 9 Jahren am HAU Berlin war sie ebenfalls künstlerische Mitarbeiterin des internationalen Festivals für darstellende Kunst „Theater der Welt“ 2014 in Mannheim. Sie war Mitkuratorin des Festivals "Europoly" für die Kammerspiele München und das Goethe-Institut im Jahr 2016 und des ortsspezifischen Projekts "X Apartments" in Athen im Jahr 2015.