Fokus auf Ökologie

Fokus auf Ökologie © Goethe-Institut Rabat

Mit fünf Filmen aus den Jahren 1996 bis 2021 werden 25 Jahre des deutschen Films zum Thema Ökologie und Nachhaltigkeit beleuchtet. Die Filme spiegeln den deutschen Diskurs über Nachhaltigkeit wider und laden zur Reflexion des Umgangs des Menschen mit der Natur ein. An vier Abenden, dem 14. und 15. November und dem 28. und 29., November finden die Filmscreenings im Goethe-Institut Marokko in Rabat statt.

Das Goethe-Institut Marokko in Rabat zeigt in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung Marokko diesen Herbst eine Filmreihe zum Thema Ökologie. Fünf Filme aus deutscher Produktion beleuchten verschiedene Themen im Zusammenhang mit der Beziehung des Menschen zur Natur.

Die ausgewählten Filme spiegeln den deutschen Diskurs zur Auseinandersetzung mit dem Thema Umwelt wider und variieren nicht nur in der Thematik, sondern auch im Stil, von Kurzfilmen über Dokumentationen bis zu Spielfilmen. Als Startpunkt dieses Filmgenres zum Thema Ökologie lässt sich der Atomreaktorunfall in Tchernobyl im Jahr 1986 erkennen. Die Erschütterung in Deutschland über die Folgen dieses Unglücks bewegten Filmemacher dazu, sich stärker mit dem Umgang des Menschen mit der Natur zu beschäftigen. So zeigen Alexander Kluges Kurzfilme „Abschied von der sicheren Seite des Lebens“ (2002) und „Der Wind, der reinigt das“ (1996) die Konsequenzen und mühseligen Aufräumarbeiten nach dem Atomreaktorunglück.

Besonders in den 2000er Jahren gewannen Dokumentarfilme zur Umwelt an Popularität, indem sie beispielsweise Probleme in der Lebensmittelversorgung oder Handlungsfelder nachhaltiger Entwicklungen darstellten. In den 2010er Jahren setzte sich dieser Trend fort. Zunehmend konzentrierten sich die Filme auch auf Globalisierung und Generationengerechtigkeit. Durch die Ausdifferenzierung der verschiedenen, in den Filmen behandelten Themen etablierte sich das Genre des Nachhaltigkeits-Dokumentarfilms. Dieses Genre nutzt Stilmittel, Strategien und Ästhetiken, bei denen zumeist künstlerisch, investigativ und aktivistisch vorgegangen wird. So werden in Valentin Thurns investigativem Dokumentarfilm „Taste the Waste“ aus dem Jahre 2011 Fragen der Ernährung durch die Darstellung des problematischen Umgangs mit Lebensmitteln im globalen Norden behandelt, indem der Film die Verschwendung von Lebensmitteln in der Versorgungskette von der Produktion zum Käufer ins Zentrum der Untersuchung rückt. Der Filmemacher ist in seiner Filmproduktion weniger Beobachter, sondern möchte auch als Aktivist Menschen zu einer Veränderung ihres Konsumverhaltens anregen.

Deutsche Filme zur Nachhaltigkeit stellen eine Kritik am verschwenderischen Umgang mit natürlichen Ressourcen dar und behandeln die Folgen dieser Eingriffe in die Umwelt. Dabei fokussieren sich diese Filme besonders auf die Schwerpunkte Ernährung, Landwirtschaft und Ressourcenverbrauch. Die neueren Filme zum Thema Nachhaltigkeit werden jedoch zunehmend aktivistischer, die Frage der globalen Gerechtigkeit sowie der Generationengerechtigkeit tritt hier besonders in den Fokus. Der von der ARD produzierte Spielfilm „Ökozid“ (2020) von Andres Veiel geht mit einem fiktiven Verhör deutscher Politiker der Klimapolitik der letzten Jahre nach und sucht die Schuld am Versagen des Umweltschutzes und Kampfs gegen den menschengemachten Klimawandel. In diesem Spielfilm wird die Verantwortung des globalen Nordens gegenüber des globalen Südens auf juristische Art und Weise verhandelt.

Der neueste Film unserer Reihe, „Dear Future Children“ (2021) von Franz Böhm, bezieht sich bereits im Titel auf die Generationengerechtigkeit. Der Film stellt anhand von drei Porträts junger Aktivistinnen dar, wie diese an ihre eigenen Grenzen gehen um für das Wohl zukünftiger Generationen kämpfen und hierbei für unterschiedliche Problematiken wie die Unterdrückung von Menschenrechten und Demokratie sowie den Klimawandel eintreten.

Taste the Waste

Taste The Waste © W-Film, DIF. Szene aus Taste The Waste

14.11. 19:00 Uhr: Taste the Waste, 2011, Valentin Thurn (90 min).

Film in deutscher Sprache mit französischen Untertiteln (VOSTfr).
Das Screening beginnt um 19:00 Uhr im Goethe-Institut Rabat, der Eintritt ist frei.

Eine Führung durch die Ausstellung "Oliviers du Maroc" findet um 18:30 Uhr vor dem Screening statt.


Der erste Film unserer Reihe über Ökologie hinterfragt unser Verhältnis zu Lebensmitteln und die strukturelle Verschwendung von Lebensmitteln, noch bevor sie verkauft werden

Dear Future Children

Dear Future Children Camino Filmverleih, DFF, © Camino Filmverleih

15.11. 19:00 Uhr: Dear Future Children, 2021, Franz Böhm (89 min)

Film in Englisch mit französischen Untertiteln (VOSTfr).
Das Screening beginnt um 19.00 Uhr im Goethe-Institut Rabat, der Eintritt ist frei.

Der zweite Film in unserer Reihe über Ökologie behandelt das Thema Aktivismus und Gerechtigkeit gegenüber zukünftigen Generationen.

Kurzfilme von Alexander Kluge

Abschied von der sicheren Seite des Lebens © Edition Filmmuseum-Film & Kunst GmbH

28.11. 19:00 Uhr: Abschied von der sicheren Seite des Lebens, 2002 (25min)

Der Wind, der reinigt das, 1996 (15min).

Kurzfilme von Alexander Kluge.
In deutscher Sprache mit französischen Untertiteln (VOSTfr).

Das Screening beginnt um 19.00 Uhr im Goethe-Institut Rabat, der Eintritt ist frei.


In unserem dritten Screening der Reihe „Fokus auf Ökologie“ zeigen wir zwei Kurzfilme von Alexander Kluge, in denen der Regisseur die Zeit nach der Explosion des Atomreaktors in Tschernobyl im Jahr 1986 dokumentiert.

Ökozid

Ökozid © zero one film 2020

29.11. 19.00 Uhr: Ökozid, 2020, Andres Veiel (90 Min.)

In deutscher Sprache mit englischen Untertiteln (VOSTen).

Das Screening beginnt um 19.00 Uhr im Goethe-Institut Rabat, der Eintritt ist frei.


Das letzte Screening unserer Reihe über Ökologie befasst sich mit der Frage der Klimagerechtigkeit.

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Heinrich-Böll-Stiftung Marokko © Heinrich-Böll-Stiftung Marokko

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