Ausstellung OTTO DIX. Radierungen der 1920er Jahre

Otto Dix, Verwundetentransport im Houthulster Wald, Radierwerk, 1924 © (Otto Dix) VG Bild-Kunst, Bonn

Do, 26.09.2019 -
So, 17.11.2019

Galerie Delacroix Tanger

Institut français
86 Rue de La Liberté
90060 Tanger

Eine Ausstellung des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), präsentiert vom Goethe-Institut Marokko und dem Institut français in Tanger.
Kurator : Eugen Keuerleber

Öffnungszeiten:
Dienstag-Sonntag, 11.00 -13.00 Uhr und 16.00 - 21.00 Uhr

Sie können sich eine Audio-Führung durch die Ausstellung auf jedem MP3-fähigen Gerät auf Französisch anhören.
Ein Begleitheft auf Französisch und Arabisch steht Ihnen als PDF-Download zur Verfügung. Die Hefte sind in der Galerie Delacroix ebenfalls erhältlich. Übersetzer: Rachid Barhoune


Otto Dix, Selbstportrait im Profil, Lithografie, 1922 © (Otto Dix) VG Bild-Kunst, Bonn Otto Dix (1891 - 1969) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Maler des 20. Jahrhunderts. Sein Schaffen ist stark beeinflusst von den Schrecken des Ersten Weltkriegs, an dem er als junger Soldat teilnimmt, sowie vom Nationalsozialismus, unter dem seine Werke als « entartete Kunst » stigmatisiert werden. Neben der Malerei nehmen die Zeichnung und die grafische Kunst eine zentrale Rolle in seiner Arbeit ein. Erstmals ist in Marokko eine Ausstellung zu sehen, die eine außergewöhnliche Sammlung von nach dem Ende des Ersten Weltkriegs entstandenen Grafiken vereint.


Otto Dix, Verwundetentransport im Houthulster Wald, Radierwerk, 1924 © (Otto Dix) VG Bild-Kunst, Bonn „Der Krieg“ - 1924
Die Serie von 50 Radierungen ist das Hauptwerk von Dix. Geprägt von seinen persönlichen Erfahrungen im Krieg erinnern diese Drucke auf provokativ-direkte Weise an die Verwüstungen des Krieges. Der Künstler nutzt die Hell-Dunkel-Kontraste der Radierung, um die Ausdruckskraft der Szenen zu verstärken und das Leiden der Soldaten und Zivilisten anzuprangern. Bis heute haben die Werke nichts von ihrer Eindrücklichkeit verloren.

Otto Dix, Kupplerin 1923 (Otto Dix) VG Bild-Kunst, Bonn „Kritische Grafik“ (1920-1924)
Dix’ Lithographien über das deutsche Großstadtleben der 1920er Jahre spiegeln die große Armut und die Folgen des Krieges wider, zeigen aber auch eine Liberalisierung der Moralvorstellungen und einen Aufschwung des kulturellen Lebens. Bettler, Prostituierte, die Zirkuswelt: Seinem Blick entgeht nichts, insbesondere nicht das Ungewöhnliche und Groteske. Otto Dix kombiniert drastischen Realismus mit einer tiefen Sensibilität. Seine Sympathie für die Ausgegrenzten der Gesellschaft kommt in seinen Porträts von Witwen und Kriegsinvaliden zum Ausdruck.

Rahmenprogramm
Vernissage, 26.09. um 19:30 Uhr
Audio-Guide der Ausstellung auf Französisch
Vortrag von Katrin Peters-Klaphake, Kunsthistorikerin 27.09. um 19 Uhr
Siebdruck-Workshop des Atelier Kissaria, 18.10., 17 Uhr

Filmreihe in Zusammenarbeit mit der Cinémathèque de Tanger
25.9., 19h30: Berlin, Sinfonie der Großstadt, Walter Ruttmann, 1927
29.9., 19h30: M – Eine Stadt sucht einen Mörder, Fritz Lang, 1931
2.10., 19h30: Im Westen nichts Neues, Lewis Milestone, 1930
6.10., 19h30: Kuhle Wampe, Slatan Dudow, 1932

DER ERSTE WELTKRIEG
Von 1914 bis 1918 stellte der Konflikt Frankreich und Deutschland und ihre Verbündeten als Kriegsgegner gegenüber. Die Kämpfe und ihre Folgen forderten weltweit fast 18 Millionen Tote, die Hälfte davon Zivilisten, zusätzlich unzählige Kriegsversehrte, Witwen, Waisenkinder und materielle Zerstörung. Otto Dix ist für seine ausdrucksstarke Darstellung der Kriegsgewalt bekannt. Die Ausstellung seiner Werke in Tanger ist nun, hundert Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs Ergebnis einer deutsch-französischen Zusammenarbeit.
Marokko, seit 1912 französisches Protektorat, bliebt vom Konflikt nicht verschont. Das Königreich musste sowohl materiell als auch personell zu den Kriegsanstrengungen beitragen. 40.000 Marokkaner wurden auf die französischen Schlachtfelder und den Balkan geschickt. Ein Viertel von ihnen kehrte nicht zurück.

DEUTSCHLAND IN DEN 20ER JAHREN
Nach der Kriegsniederlage wurde 1918 die Republik ausgerufen. Die Geschichte der parlamentarischen Demokratie ist gekennzeichnet von vielen politischen und sozialen Konflikten und beispiellosen Wirtschaftskrisen. Aber die Epoche bot auch günstige Bedingungen zum Experimentieren. Die in der Verfassung verankerten Freiheiten förderten das Entstehen innovativer künstlerischer Trends in den Metropolen. Als aufmerksamer Beobachter seiner Zeit tauchte Dix in den "Goldenen Zwanzigern" in die Tiefen von Berlin, Dresden oder Düsseldorf ein, um die menschliche Seele durch seine kompromisslosen Porträts einzufangen

 
 Bücher über Otto Dix sind als ebooks verfügbar:
"Otto Dix - der unerschrockene Blick" von Olaf Peters, Reclam, 2013
"Otto Dix" von Uwe M. Schneede, C.H.Beck, 2019

Die beiden Titel können kostenlos über die Onleihe entliehen werden.
Informationen zur Registrierung bei der Onleihe gibt es hier:
Onleihe

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