Die andere Seite der Hoffnung
Finnland

Die andere Seite der Hoffnung © Aki Kaurismäki

Die andere Seite der Hoffnung

Die Zahlen syrischer Flüchtlinge in Finnland sind im Jahr 2015 auf über 40.000 Asylbewerber angestiegen. Nur ein Viertel von ihnen hat Asyl gewährt bekommen und die finnische Gesellschaft sieht sich jetzt mit der Frage konfrontiert, wie sie mit den Menschen, die unter ihnen leben – legal und illegal – umgehen möchte.

Der trockene Humor des Films ergibt sich aus der tragischen Beziehung der zwei Protagonisten: Khaled, einem syrischen Flüchtling, der sein Zuhause und seine Familie bei einem Raketenangriff verloren hat und Wikström, der gerade sein Leben umgekrempelt hat und seinen Beruf als Handelsvertreter zugunsten eines heruntergewirtschafteten Restaurants an den Nagel gehängt hat. Khaled, der zunächst großes Vertrauen in die europäischen Institutionen hat, legt sein Leben in die Hände der finnischen Behörden und wird bitter enttäuscht. Sein Antrag auf Asyl wird abgelehnt und er steht kurz davor, in sein vom Krieg gematertes Heimatland abgeschoben zu werden.  Als er versucht, zu fliehen, ist ihm nicht nur die Einwanderungspolizei auf den Fersen, sondern auch eine Bande rassistischer Skinheads, die nachts die Straßen unsicher macht. Khaled gelingt es, sich in einem Lagerraum von Wikströms Restaurant zu verstecken und der exzentrische, aber großzügige Gastwirt beschließt, ihn unter seine Fittiche zu nehmen. Wikström zeigt, dass Europa in die Zukunft seiner Einwanderer investieren kann und muss. Aber kann das Handeln eines Einzelnen die unmenschlichen Mechanismen des Systems beeinflussen?

Kaurismäkis Film strotzt nur so vor bissigem und trockenem Humor und geht trotzdem betroffen und einfühlsam mit dem Schicksal Khaleds und der weiteren tausenden Flüchtlinge um, die sich auf denselben Weg machen. Er ist der zweite Teil seiner Hafenstadt-Trilogie, die sich mit dem Schicksal genau dieser Menschen auseinandersetzt.