Günter Pfannmüller
Myanmars Bilderwelten

  • Frauen mit Körben © Günter Pfannmüller
    Der deutsche Fotograf Günter Pfannmüller hat sich gemeinsam mit dem Autor Wilhelm Klein auf eine Reise begeben in die entlegensten Winkel dieser Welt. Diese Reise führt sie seit 1980 auch immer wieder nach Myanmar, wo sie die Menschen besuchen und fotografieren, die noch nach ihren von Generationen geprägten Traditionen leben.
  • Mann mit Zigarre © Günter Pfannmüller
    Die Porträtierten strahlen eine unangefochtene Würde aus. Sie blicken direkt und selbstbewusst in die Kamera. Für Pfannmüller und Klein ist gerade dieser Aspekt der menschlichen Würde essenziell, weshalb sie ihn besonders in Szene setzen wollen. Sie lösen die Menschen heraus aus dem Kontext ihres Alltags und ihrer Umgebung, da diese oftmals dazu beiträgt, die Würde des einzelnen zu verschleiern. Stattdessen rücken sie den Menschen selbst in den Mittelpunkt.
  • Kleine Nonne © Günter Pfannmüller
    Pfannmüller fotografiert die Menschen nicht von oben herab, sondern begibt sich auf ihre Augenhöhe. Dadurch verstärkt sich nicht nur die würdevolle Aura der Porträtierten, sondern es entsteht auch ein Eindruck von Vertrautheit zwischen dem Betrachter und ihm. Betrachtet man den Menschen auf dem Bild, glaubt man, ihn zu erkennen und etwas von seinem Wesen zu erfassen.
  • Händler © Günter Pfannmüller
    Pfannmüller nimmt die Porträtierten zwar aus ihrem alltäglichen Kontext heraus und lädt sie in sein Studio ein, doch lässt er ihnen die Requisiten, die sie in ihrem Leben begleiten und ihren Alltag ausmachen. Zum einen verdeutlichen diese die Verwurzelung in der Tradition, zum anderen sind sie aber auch ein Abbild des Aufeinandertreffens zwischen Moderne und Tradition.
  • Frauengruppe © Günter Pfannmüller
    Auf ihren Reisen durch Myanmar haben Pfanmmüller und Klein seine Bewohner in ihrer Vielfalt kennengelernt. Sie haben unterschiedliche ethnische Gruppen besucht und unter ihnen wieder einzelne Stämme. Jeder Stamm hat seine eigene Kultur und Tradition, die sich auf den Fotos vor allem in der Kleidung der Porträtierten zeigt.
  • Frau mit Kind © Günter Pfannmüller
    Für die Ästhetik der Bilder spielt auch die Farbauswahl eine wichtige Rolle. Das Rotbraun des Studios harmoniert perfekt mit den in Szene gesetzten Menschen. Vor diesem Hintergrund kommen die leuchtenden Farben der Kleidung – wie beispielsweise das kräftige Rot des Mönchgewands oder das strahlende Gelb des Frauenkleids – besonders zur Geltung und heben den Menschen hervor.
  • Männer mit Pfauenfedern © Günter Pfannmüller
    Pfannmüllers Bilder veranschaulichen auf besondere Weise, was im Zuge der Globalisierung und der damit einhergehenden Vereinheitlichung der Kulturen verloren geht. Die farbige Vielfalt unterschiedlicher Kleidung, Bräuche und Sprachen würde nach und nach verblassen und in Monotonie übergehen.
  • Mann mit Fahrrad © Günter Pfannmüller
    Während die Welt des 20. Jahrhunderts sich rapide wandelte, blieben viele Teile Myanmars unberührt von globalen Entwicklungen. Pfannmüllers Fotos reflektieren die Reinheit und Ursprünglichkeit dieser abgelegenen Regionen und machen sie zu wertvollen Dokumenten einer unwiederbringlichen Welt.
  • Mönch © Günter Pfannmüller
    Pfannmüllers Botschaft von der Unangreifbarkeit der Würde eines jeden Menschen verliert nie an Aktualität und Dringlichkeit. Gerade in einem Land wie Myanmar, das geprägt ist durch religiöse und ethnische Konflikte, braucht es eine Erinnerung daran, dass der Mensch zuallererst Mensch ist und erst danach Buddhist, Christ oder Muslim.
  • Ein mobiles Studio © Günter Pfannmüller
    Ein Blick hinter die Kulissen: Pfannmüller entwarf ein tragbares Studio, mit dem Klein und er 1994 nach Myanmar aufbrachen. Die ganze Ausrüstung wurde auf einen Jeep geladen und ein Team aufgebaut, das bis zu zehn Leuten umfassen konnte. So benötigten sie beispielsweise einheimische Fahrer, Dolmetscher und Handwerker. Manchmal führte ihr Weg sie in Gegenden, die auch mit dem Geländewagen nicht mehr zu erreichen waren. Dann luden sie die Ausrüstung auf Boote, Elefanten und Maultiere, um in die Berglandschaften im Norden Myanmars vorzudringen.
  • Bei der Arbeit © Günter Pfannmüller
    War das Studio erst einmal aufgebaut, blieb es häufig tagelang im jeweiligen Dorf stehen bis die Menschen sich an seinen Anblick und die Besucher gewöhnt hatten. Erst dann begann Pfannmüller mit der Arbeit, lud die Menschen in sein Studio ein, wobei er manchmal mehrere Stunden mit einem einzigen Modell zubrachte bis sich dessen natürliche Schüchternheit gelegt hatte. Die Bilder wurden bewusst mit einem Fernauslöser gemacht, sodass der Porträtierte nie genau wusste, in welchem Moment er fotografiert wurde.