Vortrag & Diskussion Von der Kraft des Dialogs

Releasing the power of dialogue Goethe-Institut

Do, 17.01.2019

Goethe Villa

Corner of Kabar Aye Pagoda Road and Nat Mauk Street
Yangon

Releasing the power of dialogue

Verständigung und Vertrauen unter widerstreitenden Parteien

“Die Wahrheit liegt im Dialog”, sagte Hannah Arendt. Dialog ist mehr als miteinander sprechen oder diskutieren. Dialog ist eine Form konzentrierter Kommunikation, bei der zwei oder mehr Leute miteinander reden und sich zuhören, im Bemühen um Verständnis der oft anders gerichteten Absichten und Sichtweisen des Gegenübers. In diesem Sinn ist der Gebrauch von Dialog eine soziale Fähigkeit, eine Kunst, eine kommunikative Methode, die den einzigen gewaltfreien Weg zur Konfliktlösung aufzeigt.

Im Myanmar unserer Tage finden unzählige Konferenzen und Gespräche auf der Suche nach Frieden und Versöhnung statt. Die Konflikte im Land allerdings nehmen eher zu als ab. Viele Beobachter erleben die politische Situation als eine Phase lähmender Selbstblockade. Die Gegensätze und Missverständnisse, welche die verschiedenen Lager innerhalb Myanmars und vielleicht mehr noch die Meinungen in Myanmar von dem Echo der internationalen Öffentlichkeit trennen, sind mit Händen zu greifen, sind schmerzlich und ein schweres Hindernis einer weiteren Entwicklung hin zur Demokratie. Wie in so vielen anderen politischen Situationen auf der Welt kommt auch hier die Kraft konstruktiven Dialogs nicht zum Einsatz oder wird unterschätzt.

Der Abgleich und der Austausch verschiedener Perspektiven, Meinungen und Ausdrucksformen ist konstitutiv für Kultur und Künste. Beide besitzen das Potential, Kommunikationswege offen zu halten selbst dann, wenn andere Kanäle versagen. In dieser Hinsicht ist das Goethe-Institut als ein Ort der interkulturellen Vermittlung dazu prädestiniert, eine Plattform zum Erproben jener lösenden Kraft konzentrierten Dialogs zu bieten. Die Wirkung eines solchen Vorhabens im Rahmen unserer Möglichkeiten ist natürlich beschränkt. Doch die Nische des Goethe-Auditoriums als Gesprächsraum zu nutzen, um die Relevanz einer Kultur des Dialogs in Myanmar zu ergründen, möchten wir als einen bescheidenen Anfang verstanden wissen.

Am Abend des 17.Januar laden wir zu einem ersten Forum for Dialogue ein. Dabei kann es nicht in erster Linie und auf Anhieb  um konkrete Lösungen für komplexe Probleme gehen, die seit langem dieses Land und seine Menschen bewegten.  Was sich jedoch schaffen lässt, ist ein geschützter Rahmen

• um die widerstreitende Interessen und Meinungen in Myanmar zu reflektieren und die spezifischen Eigenschaften dieser Konflikte zu betrachten
• um eine Atmosphäre zu schaffen, in der individuelle Unterschiede und gegensätzliche Sehweisen ausgetauscht und mit gegenseitigem Respekt aufgenommen werden
• um Erfolgsfaktoren und fruchtbare Ansätze für neue Formen des Dialogs zu erkennen, die in der Tradition Myanmars angelegt sind.

Wir luden bekannte und weniger bekannte Vertreter verschiedener ethnischer, politischer und kultureller Herkunft zur Diskussion ein:

• U Ko Ko Gyi, den ehemaligen Anführer der 88er-Bewegung
• die Performance-Künstlerin Ma Ei
• den Aktivisten und Rock-Musiker Darko C
• den Schriftsteller Wai Yan Hpone  (Myanmar Now)
• Studentin Internationaler Beziehungen L Phyo Myat Thwe
• Journalist und Filmemacher Santhar Aung

Diese sechs Diskutanten werden unter der Moderation von Dr. Thomas Henschel, dem Begründer und Direktor der Mediationsakademie Berlin (MAB), ein Gespräch über die Voraussetzungen für fruchtbaren Dialog unter den besonderen kulturellen und politischen  Umständen von Myanmar beginnen. Dabei soll das Publikum bald Gelegenheit erhalten, in die Diskussion einzugreifen.

Der Abend wird mit einer kleinen Vorstellung von vier Burmesischen Puppenspieler/innen beginnen.

Die gesamte Diskussion wird Englisch/Burmesisch simultan übersetzt.
 

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